Nordhalbkugel im April mit erheblichen Temperaturunterschieden

Meere heizen sich auf – Drittwärmster April seit Messbeginn

Freitag, 08. Mai 2026 | 09:23 Uhr

Von: APA/dpa

Im zurückliegenden Monat April haben Forscher die zweithöchste Meeresoberflächentemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Dies gelte für alle Ozeane außerhalb der Polarregion, teilte der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mit. In weiten Teilen des tropischen Pazifiks wurden demnach Rekordtemperaturen gemessen, die mit starken maritimen Hitzewellen einhergingen. Es sei zudem der drittwärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen weltweit gewesen.

Auf der Nordhalbkugel gab es demnach im April erhebliche Temperaturunterschiede. So herrschten in Europa in weiten Teilen des Südwestens deutlich überdurchschnittliche Temperaturen, Spanien verzeichnete sogar den wärmsten April seit Beginn der Aufzeichnungen. In Osteuropa war es dagegen besonders kalt.

Überschwemmungen, Sturzfluten, Dürren

Der Monat war außerdem von extremen Wetterereignissen wie tropischen Wirbelstürmen im Pazifik, Überschwemmungen im Nahen Osten und Dürren im südlichen Afrika geprägt. Sturzfluten trafen Teile der Arabischen Halbinsel, während es in manchen Regionen des Irans, Afghanistans, Saudi-Arabiens und Syriens zu Überschwemmungen und Erdrutschen kam.

In der Arktis lag die durchschnittliche Meereisausdehnung im April etwa fünf Prozent unter dem Durchschnitt und war damit die zweitniedrigste für diesen Monat, knapp hinter dem im April 2019 aufgestellten Rekord von sechs Prozent unter dem Durchschnitt.

Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage kommentierte: “Der April 2026 verstärkt das klare Signal einer anhaltenden globalen Erwärmung. Die Meeresoberflächentemperaturen lagen nahe Rekordwerten mit weit verbreiteten Meereshitzewellen, das arktische Meereis blieb deutlich unter dem Durchschnitt, und in Europa gab es starke Kontraste bei Temperaturen und Niederschlägen – allesamt Kennzeichen eines Klimas, das zunehmend von Extremen geprägt ist.”

Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmäßig Daten etwa zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen.

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