"Sündhafte teure Räder oft nur mit einfachen Schlössern gesichert"

Meran: Fahrraddiebe haben es auf Touristen abgesehen

Donnerstag, 02. April 2026 | 09:55 Uhr

Von: luk

Meran – Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit nimmt in Meran nicht nur der Radverkehr zu – auch die Zahl der Fahrraddiebstähle steigt deutlich an. Darauf weist der Kommandant der Stadtpolizei, Alessandro De Paoli, hin.

Gerade im Frühling seien immer mehr Einheimische und Touristen mit dem Fahrrad unterwegs, häufig auch mit teuren E-Bikes, die mehrere tausend Euro kosten. “In dieser Zeit verzeichnen wir einen spürbaren Anstieg an Diebstählen”, erklärt De Paoli, selbst begeisterter Radfahrer.

Um sich zu schützen, empfiehlt der Kommandant mehrere Maßnahmen: Wichtig sei es, die Seriennummer des Fahrrads zu notieren und aussagekräftige Fotos aufzubewahren. Ebenso sollte das Rad mit einem hochwertigen Schloss gesichert werden. De Paoli selbst geht noch einen Schritt weiter und hat sein eigenes Fahrrad mit einem satellitengestützten Alarmsystem ausgestattet. Solche Geräte, die rund 200 Euro kosten, senden bei Bewegung des Fahrrads ein Signal direkt auf das Smartphone des Besitzers.

Wer dennoch Opfer eines Diebstahls wird, sollte diesen unbedingt bei den Behörden anzeigen und das Fahrrad möglichst genau beschreiben. “Fotos und Details wie Kratzer oder besondere Merkmale sind entscheidend”, betont De Paoli.

Ermittlungen und sichergestellte Räder

Erst vor wenigen Tagen stellte die Stadtpolizei in der Romstraße ein hochwertiges Fahrrad sicher. Eine polizeibekannte Person konnte keinen Eigentumsnachweis erbringen, weshalb das Rad beschlagnahmt wurde. In solchen Fällen entscheidet die Staatsanwaltschaft über die weitere Vorgehensweise. Es ist ein Verfahren, das sich über mehrere Monate ziehen kann.

Ohne Diebstahlsanzeige gestaltet sich die Rückgabe oft schwierig. Zwar versuche die Polizei, die rechtmäßigen Besitzer ausfindig zu machen, doch Datenschutzbestimmungen setzen dabei Grenzen. Häufig helfen auch Händler weiter, insbesondere wenn eine Seriennummer vorhanden ist.

Soziale Medien als letzte Hoffnung

Zusätzliche Hilfe bieten mittlerweile soziale Netzwerke: In speziellen Gruppen werden gestohlene Fahrräder gemeldet und wiedererkannt. Allein in den vergangenen sechs Wochen wurden dort rund zehn Diebstähle in Meran dokumentiert.

Viele Räder bleiben herrenlos

Ein weiteres Problem sind gestohlene und später zurückgelassene Fahrräder, die als Fundstücke behandelt werden. Wird der Besitzer innerhalb eines Jahres nicht ermittelt, werden diese versteigert. Umso wichtiger sei eine Anzeige, mahnt De Paoli.

Der Kommandant warnt laut der Zeitung Alto Adige zudem vor falscher Sparsamkeit: “Wir sehen immer wieder sehr teure Fahrräder, die nur mit billigen Schlössern gesichert sind.” Als Beispiel nennt er ein Touristenpaar aus der Schweiz mit Rädern im Wert von rund 10.000 Euro. Diese waren lediglich mit einfachen Schlössern gesichert.

Sein Fazit: “In Meran sind viele hochwertige Fahrräder unterwegs – und die Diebstähle nehmen zu. Man muss sich entsprechend schützen.”

Bezirk: Burggrafenamt

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