Auch das Bundesheer befand sich im Kaunertal im Einsatz

Murenabgänge im Kaunertal: Evakuierung im Gange

Montag, 29. Juni 2026 | 09:55 Uhr

Von: apa

Nachdem auf die Kaunertaler Gletscherstraße in Tirol (Bezirk Landeck) Sonntagnachmittag infolge eines Gewitters mit Starkregen und Hagel drei Muren abgegangen waren und diese teils stark beschädigt hatten, hat Montagfrüh die Evakuierung von rund 200 im hinteren Kaunertal “eingeschlossenen” Tagesausflugsgästen begonnen. Im Einsatz standen zwei Polizei- und zwei Bundesheerhubschrauber. Bis 9.30 Uhr waren bereits 80 Personen ausgeflogen worden.

Dies sagte Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger zur APA. Das Ganze sollte rasch vonstattengehen und abgeschlossen sein. Der Großteil der Gäste war über Nacht in Gastronomiebetrieben untergebracht worden – konkret im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant. Den Leuten gehe es gut, hieß es. Vulnerable Personen waren bereits am Sonntag ausgeflogen worden. Zur Evakuierung am Montag setzt das Bundesheer einen Hubschrauber vom Typ AB212 sowie einen AW169 ein, wie das Verteidigungsministerium per Aussendung mitteilte. Zuvor habe die Tiroler Landeswarnzentrale ein Assistenzersuchen gestellt. Zusätzlich werde ein Tankwagen ins Kaunertal geschickt, um die Hubschrauber auch an Ort und Stelle zu betanken.

Unterdessen will man sich so bald wie möglich an die Räumarbeiten auf der vorerst gesperrten Straße machen. Am Vormittag finde ein Erkundungsflug mit der Landesgeologie statt, berichtete Bürgermeister Kalsberger. Dann sehe man weiter, inwiefern man bei der Räumung der Straße vorgehen könne. Die Gletscherstraße war im Bereich “Am See” und “Am Versetz” auf einer Länge von 50 Metern verlegt worden. Teile der Fahrbahn wurden weggespült und die Stromversorgung unterbrochen.

Niemand verletzt

Verletzt wurde niemand. Es gab auch keine Hinweise auf vermisste Personen. Vor dem Unwetter hatte es infolge der Hitze eine Gewitter- und Starkregenwarnung der Stufe “Orange”, die zweithöchste, für Tirol von 12.00 Uhr bis Mitternacht gegeben. Außerdem dem Ereignis im Kaunertal kam man im Rest des Landes aber großteils glimpflich davon. Größere Schäden und außergewöhnliche Vorfälle wurden nicht gemeldet.

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