Tausende entdecken Südtirols Kirchen bei langer Nacht neu

„MUTeinander”

Samstag, 30. Mai 2026 | 10:07 Uhr

Von: AP

Bozen – Von Schlanders bis Oberrasen, von Salurn bis Stilfes – 53 Kirchen öffneten am Freitagabend ihre Türen und luden zu 107 Veranstaltungen ein. Was dabei entstand, war mehr als ein Abendprogramm. Musik, die durch alte Kirchenschiffe hallt, Kinder, die neben Rollstuhlfahrern ihre Gefährte segnen lassen, ein Improvisationstheater mitten im Kirchenraum: Die Lange Nacht der Kirchen hat am Freitagabend, dem 29. Mai 2026, einmal mehr gezeigt, wie lebendig kirchliche Räume sein können. 53 Kirchen und kirchliche Orte in ganz Südtirol beteiligten sich an der Aktion – mit insgesamt 107 Veranstaltungen und tausenden Besucherinnen und Besuchern. Das diesjährige Motto „MUTeinander” zog sich dabei wie ein roter Faden durch den Abend.

Musik als verbindendes Element

Besonders präsent war in diesem Jahr die Musik. In der evangelischen Christuskirche in Bozen begeisterten die unibzVoices mit ihrem Konzert, in Meran traten die Liedermacher Siegfried und Oliver Fietz auf. In Montan verband eine „Latin Jazz Mass” liturgische Tiefe mit modernen Klängen. Einen buchstäblichen Weg wählten die italienischen Pfarrchöre der Diözese in Bozen: Singend und betend zogen sie von der Kirche Mutter Teresa über Corpus Domini bis zur Kirche Maria Heimsuchung – das Motto erlebbar gemacht mit jedem Schritt.

Diözese Bozen-Brixen

Mut in vielen Facetten

Wie unterschiedlich Mut aussehen kann, zeigte das Abendprogramm eindrucksvoll. In Brixen feierten Paare eine Dankesmesse unter dem Leitwort „Mut zur Liebe”, in Mölten verband eine Soundandacht Musik, Besinnung und die Segnung von „Mutmachern”. Die „Vier Adamgelisten” sorgten in Andrian mit ihrem Improvisationstheater für unerwartete Momente – und so manches Schmunzeln.

Diözese Bozen-Brixen

Generationen verbinden

Besonders berührend war ein Moment im Seniorenwohnheim Pilsenhof in Terlan: Dort wurden Kinderfahrräder und Roller gemeinsam mit Rollatoren und Rollstühlen der Bewohnerinnen und Bewohner gesegnet – ein stilles, aber kraftvolles Bild für das Miteinander der Generationen. Auch andernorts waren Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden, etwa beim Kinoabend der Jugendkirche Meran.

Ein Abend, der bleibt

„MUTeinander ist nicht nur ein Motto geblieben, sondern vielerorts konkret erlebbar geworden”, bilanziert Projektleiterin Renate Jud Palla. Die Lange Nacht der Kirchen habe erneut bewiesen, wie vielfältig kirchliches Leben sein kann – und wie aus Kirchenräumen Orte der Begegnung, des Austauschs und der Hoffnung werden.

Getragen wird die Initiative von der Diözese Bozen-Brixen und der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, unterstützt von zahlreichen Organisationen und Ehrenamtlichen in den Pfarreien.

Bezirk: Bozen

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