Von: mk
Bozen – Nach dem Einsturz des Gerichtsgebäudes in Bozen suchen die Behörden intensiv nach Wegen aus dem organisatorischen Notstand. Am gestrigen Montag traf sich die Notfall-Kommission der Kammer der Südtiroler Strafverteidiger zu einer Krisensitzung mit dem leitenden Staatsanwalt Axel Bisignano.
Ziel des Treffens war es, Lösungen für die massiven Einschränkungen im Justizbetrieb zu finden. Seit der Sperrung des Gebäudes kämpfen Juristen mit erheblichen Hürden: Der physische Zugriff auf Papierakten ist blockiert, Erreichbarkeiten von Sekretariaten sind stark eingeschränkt und wichtige Fristen sowie Einsichtnahmen gestalten sich als schwierig.
Wie Staatsanwalt Bisignano während des Treffens bekannt gab, zeichnet sich für die Staatsanwaltschaft eine konkrete Übergangslösung ab: Die Südtiroler Landesverwaltung hat der Behörde ein komplettes Gebäude angeboten. Das Objekt liegt rund 500 Meter vom geplanten künftigen Standort des Landesgerichts entfernt und bietet ausreichend Platz für sämtliche Büros der Staatsanwaltschaft.
Bisignano sicherte den Vertretern der Kammer der Südtiroler Strafverteidiger zu, dass im neuen Ausweichquartier schnellstmöglich wieder persönliche Termine und der direkte Austausch zwischen Anwälten, Staatsanwälten und Kanzleien ermöglicht würden.
Schulterschluss aller Akteure
Sowohl die Strafverteidiger als auch die Leitung der Staatsanwaltschaft unterstrichen die Notwendigkeit, in dieser Ausnahmesituation eng zusammenzuarbeiten. Die Schwere der Krise verlange volle Verantwortung von Magistratur, Verwaltung, Anwälten und Politik, um den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin ihr Recht auf ein funktionierendes Justizsystem zu garantieren. Beide Seiten vereinbarten, den Dialog aufrechtzuerhalten, bis der Normalbetrieb wiederhergestellt ist.




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