Journalist Christian Welponer erzählt von seinen Erfahrungen

Nach schwerem Lawinenunglück zurück ins Leben

Dienstag, 26. September 2017 | 15:24 Uhr

Brixen – Die Veranstaltungsreihe „SABES 007- zehn Jahre Südtiroler Sanitätsbetrieb“ geht weiter. Gestern war Brixen an der Reihe. Gast war der Journalist Christian Welponer, der darüber berichtete, wie er nach einem schweren Lawinenunglück wieder ins Leben zurückfand, passend zu den Leitthemen der Veranstaltungsreihe: Motivation, Resilienz und Umgang mit Veränderung.

Christian Welponer war Anfang März diesen Jahres bei einer Skitour im Aosta-Tal von einer Lawine verschüttet worden. Welponer war rund 30 Minuten unter eineinhalb Meter Schnee begraben, bevor er gerettet werden konnte. „Ich war überzeugt“, bekannte der Bozner in seinem bewegenden Interview mit Moderatorin Sigrid Flenger, „dass ich sterben würde.“ Eine unendliche Traurigkeit habe ihn überkommen, so Welponer, Traurigkeit darüber, dass er seine Pläne nicht mehr umsetzen werde können, dass er seine Frau und Familie nie wieder sehen würde.

Der Weg zurück ins Leben, zurück in die Spur, sei bis heute noch nicht abgeschlossen: „Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder eine Skitour machen werde“, so Welponer auf die Frage einer Zuschauerin, „körperlich und psychisch bin ich noch nicht so weit, aber ausschließen möchte ich das nicht.“ Bis heute plagen den 70-jährigen Bergfex mehrmals wöchentlich Alpträume, weshalb er seit einiger Zeit in Therapie sei. Posttraumatische Belastungsstörung laute die Prognose, aber er sei voller Hoffnung, dass er diese früher oder später überwinden werde: „Ich bin jemand, der das das Glas eher halb voll als halb leer sieht und ich sage mir täglich: Es wird von Tag zu Tag besser. Und das hilft mir.“

Seine Prioritäten hätten sich seit seinem Lawinenunfall verändert: „Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie fragil das menschliche Leben ist. Statistisch gesehen bleiben mir noch elf Lebensjahre und diese möchte ich ausgefüllt verbringen. Nicht mehr die Berge stehen jetzt an erster Stelle, sondern meine Familie, meine Frau und gute Freunde.“

Motivation und Resilienz in Zeiten der Veränderung – Christian Welponer konnte mit seiner Sicht zu diesen Begriffen und seiner emotionalen, offenen Art die Zuhörerinnen und Zuhörer im Krankenhaus Brixen fesseln.

Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe „SABES 007 – zehn Jahre Südtiroler Sanitätsbetrieb“ von folgenden Unternehmen: ACS, IBT, Markas, Waldner, Archicom und NTS.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Nach schwerem Lawinenunglück zurück ins Leben"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
21 Tage 15 h

Puhh das geht unter die Haut! Meine Hochachtung!

ando
ando
Superredner
21 Tage 15 h

bewegende geschichte! 😐

wuestenblume
wuestenblume
Superredner
21 Tage 14 h

Erst wer tief fällt findet zu sich selbst…

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

Geht mir sehr nah 😐
👍 ein doppel Hoch dem 2. Geburtstag

Tabernakel
21 Tage 9 h

Wer hat den Einsatz gezahlt?

Nichname
Nichname
Grünschnabel
21 Tage 9 h

Was spielt das für eine Rolle?  

Tabernakel
21 Tage 8 h

@Nichname
Frag den staenkerer. Das ist seine Standardfrage bei Menschenrettung und zum Kotz….

amme
amme
Grünschnabel
21 Tage 12 h

Christian ist ein super Typ.Mit ihm mal eine Skitour gemacht…toitoitoi

geronimo
geronimo
Tratscher
21 Tage 12 h

Ja das Leben ist fragil, alles Gute beim Hochrappeln! 🤗🤗🤗

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