Ein toter Bahnmitarbeiter und 37 Verletzte waren zu beklagen

Nach tödlichem Zugsunglück wieder Bahnverkehr bei Barcelona

Freitag, 23. Januar 2026 | 14:41 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Drei Tage nach einem Zugsunglück mit einem Toten in Katalonien im Nordosten Spaniens ist der Bahnverkehr rund um Barcelona wieder aufgenommen worden. Wie die katalanische Bahngesellschaft am Freitag mitteilte, fahren alle im Fahrplan vorgesehenen Nahverkehrszüge, einige aber noch mit Verspätung. Nach Angaben der katalanischen Regionalregierung werden vorerst auch noch etwa hundert zusätzliche Busse eingesetzt.

Am Dienstagabend hatte in Gelida in der Nähe von Barcelona ein Nahverkehrszug die auf den Gleisen liegenden Trümmer einer nach starken Regenfällen eingestürzten Mauer gerammt. Bei dem Unglück wurden ein Mitarbeiter des katalanischen Vorortzugbetreibers Rodalies de Catalunya getötet und 37 Passagiere verletzt.

Drei Zugsunglücke in wenigen Tagen

Das Unglück in Katalonien hatte sich nur 48 Stunden nach einem schweren Zugunglück in der südspanischen Region Andalusien ereignet. In der Nähe von Adamuz nordöstlich von Córdoba war am Sonntag ein Hochgeschwindigkeitszug des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug der spanischen Staatsbahn Renfe zusammengestoßen, der ebenfalls entgleiste. Das Unglück ereignete sich auf gerader Strecke, die Ursache wird noch untersucht. Am Donnerstag wurden zwei weitere Tote in einem Waggon des verunglückten Renfe-Zuges gefunden, die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg damit auf 45.

Nach den zwei tödlichen Zugsunglücken hatte sich am Donnerstag noch ein weiterer Unfall auf einer Bahnstrecke im Südosten Spaniens ereignet. Bei der Kollision eines Zuges mit einem Kran in Alumbres nahe der Hafenstadt Cartagena gab es nach Angaben von Renfe mehrere Leichtverletzte.

Nach dem Unglück in Andalusien hatte die spanische Regierung eine dreitägige Staatstrauer von Dienstag bis Donnerstag ausgerufen. Die spanische Lokführergewerkschaft kündigte zudem einen dreitägigen Streik ab dem 9. Februar an. Damit wollen die Lokführer ihrer Forderung nach mehr Sicherheit auf den Schienen Nachdruck verleihen.

Bruch einer Schiene möglich

Nach dem Zugsunglück in Andalusien mit 45 Toten hat eine offizielle Untersuchungskommission in einer ersten vorläufigen Einschätzung den Bruch einer Schiene als mögliche Ursache genannt. Die staatliche Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle CIAF betonte in ihrem vorläufigen Bericht, es seien Kerben an den Laufflächen der Räder des Iryo-Zuges festgestellt worden. Diese Kerben und die beobachtete Verformung der Schienen deuteten darauf hin, dass eine Schiene bereits gebrochen gewesen sei, bevor der Iryo-Zug darüberfuhr und entgleiste, heißt es in dem vom Verkehrsministerium veröffentlichten Bericht.

Ähnliche Kerben seien auch an den Rädern von drei anderen Zügen gefunden worden, die kurz zuvor diesen Streckenabschnitt passiert hätten. Schienenproben würden nun an ein metallografisches Labor geschickt, um die möglichen Ursachen für den Bruch zu ermitteln. Aber auch andere Hypothesen zur Unfallursache würden weiterhin nicht ausgeschlossen, betonte die Kommission.

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