Von: apa
Im Zusammenhang mit der Missbrauchscausa rund um die SOS-Kinderdörfer gibt es eine neue Entwicklung in Tirol. Der Leiter des SOS Kinderdorfs in Nußdorf-Debant in Osttirol wurde “bis auf Widerruf” dienstfrei gestellt, bestätigte die Organisation der APA am Donnerstag einen Bericht der “Tiroler Tageszeitung” (online). Zwei Personen hatten sich mit “schwerwiegenden Vorwürfen” gemeldet. Die Vorwürfe bezogen sich auf eine Zeit, als der Mann noch nicht Leiter des Kinderdorfs war.
Es handle sich um dessen damalige berufliche Tätigkeit in den 1990er- und 2000er-Jahren, hieß es. “Beide Fälle werden derzeit im Rahmen des laufenden Opferschutzverfahrens geprüft und sind noch nicht abgeschlossen”, wurde betont. Die betroffenen Personen seien mittlerweile erwachsen und nicht mehr in Betreuung. Um eine “unabhängige und unbeeinflusste Prüfung” sicherzustellen, habe die Geschäftsführung den Kinderdorfleiter am Standort jedenfalls “bis auf Widerruf dienstfrei gestellt.” “Das ist eine Standardmaßnahme und stellt keine Vorverurteilung dar. Gleichzeitig wurde eine interimistische Leitung eingesetzt, damit die operative Führung am Standort nahtlos gesichert ist”, unterstrichen die Verantwortlichen in einem Statement.
Eine Sonderuntersuchung sei beauftragt worden, relevante Unterlagen würden gesichert. Zudem seien die zuständige Fachabteilung des Landes Tirol und Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) informiert worden, notwendige Abstimmungen erfolgten, hieß es.
Zweitältestes Kinderdorf im Fadenkreuz
In der Osttiroler Gemeinde ist das zweitälteste SOS-Kinderdorf beheimatet. Auch hier hatten sich im vergangenen Jahr zwei Frauen gemeldet, die in den 1990er-Jahren dort ihre Kindheit verbrachten und von gewalttätigen Übergriffen berichteten.




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