Von: apa
Eine 43-jährige Pflegerin soll jahrelang betagte Menschen in Österreich sowie im deutschsprachigen Ausland skrupellos bestohlen haben. Rund 70.000 Euro Schaden haben die Ermittler nachgewiesen, aber die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Die Frau schreckte auch vor drastischen Maßnahmen zur Vertuschung nicht zurück: Sie soll beispielsweise die Stromversorgung des Notrufsystems eines bettlägerigen Pflegebedürftigen durchtrennt haben, um ungestört flüchten zu können.
Wie die Landespolizeidirektion Steiermark am Donnerstag mitteilte, wurde die Frau nun bei einer Reise in Ungarn festgenommen. Zuletzt soll sie im Mai in Eisenerz im obersteirischen Bezirk Leoben zugeschlagen haben. Die Verdächtige war dort als Pflegerin für einen 75-Jährigen engagiert, hielt sich aber nicht an die 28 Tage Betreuungsdauer. Nach nur vier Tagen verschwand sie einfach – samt mehrerer hundert Euro Bargeld und Goldschmuck. Außerdem löschte sie unbemerkt am Mobiltelefon des Pensionisten ein von ihr gespeichertes Foto.
Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) Steiermark ergaben, dass die 43-jährige Rumänin zumindest seit 2019 als 24-Stunden-Pflegerin bei verschiedenen Familien in Österreich tätig gewesen sein dürfte. Dabei soll sie gegenüber mehreren Vermittlungsagenturen die Identität einer annähernd gleichaltrigen, bereits verstorbenen Rumänin verwendet haben. Die Erhebungen ergaben, dass die ausgezeichnet Deutsch sprechende Frau zwischen Mitte 2022 und ihrer Rückkehr nach Eisenerz auch in Deutschland und der Schweiz Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände aus den Wohnungen und Häusern ihrer pflegebedürftigen Klienten gestohlen haben dürfte.
Verdächtige schwieg bisher zu den Vorwürfen
Wie rücksichtslos die 43-Jährige dabei offenbar vorging, zeige laut Polizei ein besonders gravierender Fall: Um nach einem nächtlichen Diebstahl ungestört flüchten zu können, soll sie die Stromversorgung des Notrufsystems eines bettlägerigen Pflegebedürftigen durchtrennt haben. Insgesamt werden der 43-Jährigen in Österreich bisher zumindest acht derartige Diebstähle zur Last gelegt. Obwohl Ermittler von einer durchaus höheren Dunkelziffer ausgehen und einige Diebstähle wohl unbemerkt geblieben sein dürften, beläuft sich der durch die bisher bekannten Straftaten entstandene Schaden auf rund 70.000 Euro.
Nach der Festnahme in Ungarn wurde die Verdächtige nach Österreich ausgeliefert. Sie verweigerte bisher gegenüber der Polizei die Aussage. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Steyr wurde die Frau in die Justizanstalt Linz gebracht und befindet sich dort in Haft. Sie wird wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls angezeigt.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen