Von: Ivd
Bozen – In der Kapelle der Bozner Quästur hat die Staatspolizei am Donnerstagvormittag des ehemaligen Polizeipräsidenten von Fiume, Giovanni Palatucci, gedacht. Die Gedenkfeier wurde vom Bozner Quästor Giuseppe Ferrari geleitet und stand im Zeichen des stillen Erinnerns und der Reflexion.
An der Zeremonie nahmen unter anderem der Rabbiner Claudio Calissoni als Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, der Polizeiseelsorger, Regierungskommissärin Maddalena Travaglini sowie Bürgermeister Claudio Corrarati teil. Anwesend waren außerdem die Führungsspitzen der weiteren Sicherheitskräfte und des Militärs, Vertreter der Nationalen Vereinigung der Staatspolizei sowie Bedienstete der Quästur und der Spezialeinheiten.
Im Mittelpunkt der Feier standen ein gemeinsames Gebet und Worte des Gedenkens an Giovanni Palatucci sowie an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Palatucci war während der Zeit des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs als hoher Polizeibeamter tätig und setzte sich für die Rettung zahlreicher jüdischer Bürger ein. 1944 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er im Februar 1945 starb.
In seiner Ansprache erinnerte Quästor Ferrari an Palatucci als Symbol für Pflichtbewusstsein, moralischen Mut und Menschlichkeit. Er betonte, dass dessen Handeln auch heute noch als ethischer Bezugspunkt für die Arbeit der Staatspolizei gelte, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Grundrechte und Achtung der menschlichen Würde.
Zugleich wurde hervorgehoben, dass das Gedenken an Palatucci als Mahnung gegen jede Form von Diskriminierung, Antisemitismus und Intoleranz verstanden werden soll. Abschließend bekräftigte die Staatspolizei ihr Bekenntnis zu den verfassungsmäßigen Werten und zum Schutz der Würde jedes Menschen.




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