Von: mk
Bozen – Am Sonntag hat die Vollversammlung des Südtiroler Nierenkrankenvereins Nierene stattgefunden – darunter mit einem prominenten Gast: Schriftstellerin Sabine Gruber erzählte ihre Geschichte.
Rund 300 Menschen in Südtirol sind auf Dialyse angewiesen, 60 warten auf eine Spenderniere. „Chronisch Nierenkranke fordern mehr Gehör, bessere Aufklärung sowie eine stärkere Unterstützung im Alltag, da die Erkrankung das Leben der Betroffenen massiv einschränkt“, so Gustav Kofler, der Präsident von Nierene. Die Wartezeit auf ein Organ im Südtiroler Sanitätsbetrieb beträgt aktuell zweieinhalb bis drei Jahre.
Im Rahmen der Vollversammlung von Nierene Südtirol gewährte die international gefeierte Südtiroler Ausnahme-Schriftstellerin Sabine Gruber eindrucksvolle und sehr persönliche Einblicke in ihr Leben mit einer schweren Nierenerkrankung. Gruber, in Meran geboren und heute in Wien lebend, zählt zu den renommiertesten Autorinnen Südtirols und wurde für ihr literarisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet.
Die Diagnose ihrer Erkrankung traf sie völlig unerwartet damals noch als Studentin in Innsbruck – ein Einschnitt, der ihr Leben von Grund auf veränderte. Sie schilderte, wie sie in dieser Zeit in ein tiefes Loch gefallen sei und insbesondere die späteren Jahre der Dialyse für sie eine enorme körperliche und seelische Belastung darstellten.
Umso prägender war schließlich die lebensrettende Transplantation: Seit mittlerweile 32 Jahren lebt Sabine Gruber mit einer Spenderniere ihrer Mutter – ein eindrucksvolles Beispiel für die Chancen, die Organspende schenken kann.
Mit großer Offenheit und eindringlichen Worten gelang es ihr, die Anwesenden tief zu berühren und zugleich Mut zu machen. Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele Betroffene und macht deutlich, wie entscheidend Organspende Leben verändern und retten kann.
Gerade vor diesem Hintergrund unterstreicht Nierene Südtirol die enorme gesellschaftliche Bedeutung der Organspende. Viele Patientinnen und Patienten warten oft jahrelang auf ein lebensrettendes Organ. Jede einzelne Entscheidung zur Organspende kann Hoffnung schenken und Leben verlängern.
Nierene Südtirol ruft daher dazu auf, sich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen, eine persönliche Entscheidung zu treffen und diese auch im eigenen Umfeld zu kommunizieren. „Organspende ist ein Akt der Solidarität und Menschlichkeit und kann im entscheidenden Moment zum größten Geschenk werden“, erklärt der Verein.
Die Vollversammlung wurde so nicht nur zu einem Moment des Austauschs, sondern auch zu einem eindringlichen Appell für mehr Bewusstsein, Verantwortung und Mitmenschlichkeit.
Der Südtiroler Nierenkrankenverein Nierene setzt sich aktiv für die Betroffenen ein. Er bietet psychosoziale Unterstützung, Beratung und hilft in Härtefällen.
Am 10.06.2026 findet der nächste Infoabend rund um die Bedeutung der Organspende und Gewebeentnahme mit hochkarätigen Referenten sowie beeindruckenden Testimonials in Seis an 19.30 Uhr statt.




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