Von: APA/dpa
Der Schauspieler Mario Adorf ist tot. Er sei im Alter von 95 Jahren am Mittwoch “nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen”, teilte sein langjähriger Manager Michael Stark laut AFP am Donnerstag mit. Adorf wirkte in vielen Theater-, Kino- und Fernsehproduktionen mit. In Erinnerung wird er durch zahlreiche Klassiker wie “Die Blechtrommel”, “Winnetou” oder “Der kleine Lord” sowie durch seine Rolle in der Kult-Serie “Kir Royal” bleiben.
Geboren am 8. September 1930 in Zürich, studierte er nach der Matura Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach ging er ans Theater und zum Film. Es war der Start einer großen Karriere mit einer enormen Bandbreite an Rollen. Der Durchbruch kam 1957 mit “Nachts, wenn der Teufel kam” mit seiner Darstellung des vermeintlichen Frauenmörders Bruno Lüdke, eines geistig Behinderten. Adorf war fortan auf die Rolle des Schurken abonniert. Regelrecht zum Publikumsfeind wurde er, weil er 1963 in “Winnetou” als Halunke Santer Winnetous Schwester Nscho-tschi erschoss.
“Die Blechtrommel” und “Kir Royal”
Aber auch international machte Adorf Karriere – lebte zeitweise in Italien und bekam Aufträge aus Hollywood. Als er merkte, dass er dort auf die Rolle des Mexikaners abonniert blieb, kehrte er wieder nach Europa zurück. Dort besetzte ihn Volker Schlöndorff in “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” und danach in der mit dem Oscar ausgezeichneten Verfilmung des Günter-Grass-Romans “Die Blechtrommel”. Für Helmut Dietl spielte er im Kinoerfolg “Rossini” oder in der Serie “Kir Royal”. Insgesamt spielte Adorf im Laufe seiner Karriere mehr als 200 Rollen. Adorf habe ihm bei einem letzten Besuch vor kurzer Zeit noch mit auf den Weg gegeben, dass er sich “bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt”, so Stark.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte Mario Adorf als einen “Giganten des deutschen Films”. “Mario Adorf war ein Schauspieler mit unglaublicher Wucht, großem Charisma und einer unverwechselbaren Stimme”, sagte Söder. “Er hat seine Rollen nicht nur gespielt, sondern gelebt.”
ORF ändert Programm
Der ORF würdigt Mario Adorf mit Programmänderungen. So zeigt ORF 2 am Samstag (11. April) das 2019 entstandene Filmporträt “Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf” (14 Uhr) von Regisseur Dominik Wessely. Darin gewährt der Künstler exklusive Einblicke in sein Leben und erzählt von seiner Leidenschaft für Theater, Kino, Gesang und das Schreiben von Geschichten. Anschließend ist Adorf in der von Regisseur Nikolaus Leytner inszenierten ORF/ARD-Verfilmung von Pavel Kohouts Roman “Die lange Welle hinterm Kiel” (14.55 Uhr) aus dem Jahr 2011 an der Seite von u.a. Christiane Hörbiger und Veronica Ferres zu sehen.
In der Nacht von Sonntag auf Montag zeigt ORF 2 die 2001 unter der Regie von Urs Egger entstandene Kinoproduktion “Epsteins Nacht” (0.05 Uhr), die von der fatalen Begegnung dreier jüdischer Freunde mit ihrem ehemaligen Peiniger aus dem KZ erzählt. Neben Adorf sind Stars wie Bruno Ganz, Otto Tausig, Günter Lamprecht und Annie Girardot zu sehen. Zudem strahlt der Radiosender Ö1 bereits am heutigen Donnerstag um 21 Uhr in der Sendereihe “Im Gespräch” ein Interview aus, das Renata Schmidtkunz 2015 anlässlich seines 85. Geburtstags mit dem Schauspieler geführt hat. “Mach weniger – es wird mehr dabei herauskommen!”, lautet der Titel der Sendung.




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