Krieg gefährdet weltweite Ernährungssicherheit – VIDEO

Schlimme Folgen: Teuerung und Hungersnot

Sonntag, 13. März 2022 | 08:15 Uhr

Kiew – Am Ende des Winters beginnen die ukrainischen Bauern normalerweise mit ihrer Feldarbeit. Sie säen Weizen, Sonnenblumen und Buchweizen und kümmern sich um ihre Geflügelfarmen, deren Erträge in die ganze Welt exportiert werden. In großen Teilen der Ukraine wird in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit leider nichts daraus. Aufgrund der Kriegshandlungen wurde die Bestellung von Millionen von Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen aufgegeben.

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Zudem griffen auch viele Bauern zu den Waffen und zogen gegen die russischen Invasoren in den Krieg. Da die wenigen produzierten Nahrungsmittel dringend im Land selbst gebraucht werden, wird die Ukraine, aus der in normalen Jahren rund 15 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelexporte stammen, zumindest in diesem Jahr als Exporteur vollkommen ausfallen. Während Europäer und Amerikaner die Folgen dieser Marktverknappung „nur“ als Teuerung zu spüren bekommen werden, könnte diese Entwicklung in ärmeren Ländern zu Hungersnöten führen.

APA/APA/dpa/Arne Dedert

Wie der The Kyiv Independent berichtet, kommt ein nicht zu unterschätzender Anteil des weltweiten Nahrungsmittelangebots, darunter vor allem Weizen, Mais, Sonnenblumenöl, Sojabohnen und Gerste sowie Geflügel und Eier, aus der Ukraine. Aus dem osteuropäischen Land stammen rund 15 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelexporte. Zu den größten Importeuren ukrainischer Lebensmittel gehören Indien, China, Ägypten, die Türkei, Polen und Deutschland.

Kriegsbedingt wird die ukrainische Nahrungsmittelproduktion heuer aber stark einbrechen und den Lebensmittelexport vollkommen zum Stillstand bringen. „Die Ukraine verpasst im Süden des Landes bereits jetzt die Aussaat und die Pflanzsaison“, so ein Experte, der darauf hinweist, dass derzeit besonders in der Südukraine die Kampfhandlungen am stärksten und die Verwüstung der Felder durch russische Kampfpanzer am größten ist.

Twitter/Ukraine Weapons Tracker

Er schätzt, dass die Ukraine viele Monate lang nichts mehr exportieren kann und dass es Jahre dauern wird, bis erneut das Produktionsniveau vergangener Jahre erreicht werden wird. Der Experte und seine Kollegen glauben, dass der kriegsbedingte Exportausfall der Ukraine durch die daraus folgende Nahrungsmittelverknappung eine weltweite Ernährungskrise auslösen könnte, die in ärmeren Ländern mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Unterernährung führen wird. Nach Angaben der Kyiv School of Economics könnten davon weltweit bis zu 400 Millionen Menschen betroffen sein.

APA/APA/Symbolbild/ROBERT JAEGER

Infolge der Kriegshandlungen, die in weiten Teilen des Landes toben, schätzt der Präsident des Ukrainian Agribusiness Club, Alex Lissitsa, dass in diesem Jahr nicht mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Ukraine, das heißt etwa zehn Millionen Hektar, bebaut werden wird. Um den erwarteten Nahrungsmittelengpässen zu begegnen, wurde kurz nach Beginn der russischen Offensive das Kriegsrecht verhängt. Dieses sieht auch ein Verbot wichtiger Agrarexporte vor. „Wir müssen die Ukraine mit allem versorgen, was das Land braucht“, so der Ministerpräsident der Ukraine, Denys Shmyhal.

Twitter/Ukraine Weapons Tracker

Hafer, Buchweizen, Roggen, Hirse, Rindfleisch, Zucker und Salz sind von einem absoluten Exportverbot betroffen. Für die Ausfuhr einer Reihe anderer Erzeugnisse, darunter Weizen, Sonnenblumenöl, Mais, Geflügel und Eier, sind seit Kriegsbeginn Sondergenehmigungen des Wirtschaftsministeriums erforderlich. Um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden, wurden in die umkämpften und von den russischen Truppen belagerten Städte Tausende Tonnen von Nahrungsmitteln gebracht. Laut dem Direktor des Gesamtukrainischen Landwirtschaftsrates, Andriy Dykun, wird die heurige Ernte gerade dazu ausreichen, die Binnennachfrage zu decken. Die Agrarexporte der Ukraine gehören vorerst der Vergangenheit an.

APA/APA/Archiv/Rainer Jensen/DPA

Die Vorhersagen sind düster. Die Felder sind verwüstet, teilweise mit gefährlichen Blindgängern sowie mit noch scharfer Munition übersät und an einigen Orten sogar vermint. Je länger der Krieg dauert, desto schlimmer wird auch die Lage der ukrainischen Landwirtschaft. Die Auswirkungen des Ausfalls der Ukraine als Exporteur von Nahrungsmitteln werden weltweit spürbar sein. Während Europäer und Amerikaner die Folgen dieser Marktverknappung „nur“ als Teuerung spüren werden, könnte diese Entwicklung in ärmeren Ländern zu Hungersnöten führen.

Von: ka

Kommentare
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Plusminus
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Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

Wenn alle Lebensmittel die in den wesentlichen reichen Staaten jeden Tag weggeschmissen werden, an die armen hungernden Menschen auf der ganzen Welt verteilt würde, müssete niemand hungern. Leider ist das nicht möglich und auch nicht gewollt 🙁

Forzer
Forzer
Neuling
2 Monate 15 Tage

Laut Statistik landen ein drittel ALLER Lebensmittel in Europa im Müllkübel…inklusive Mastvieh…angesichts dieser Fakten ist es nahezu verhöhnend von Teuerung zu sprechen!

AnWin
AnWin
Superredner
2 Monate 15 Tage

…das wird alles aufhören!!!!Nicht mehr alles selbstverständlich!!!!Gut so…..

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 14 Tage

@AnWin da muss noch mehr kommen. Alles ist auf Familien ausgerichtet abgepackt.Dabei gab es immer mehr Singlehaushalte.Gemüse und Obst wird schockgefroren und dann an den Mann gebracht.Zuhause kannst dann wegschmeissen weil NULL Geschmack .

puppetma
puppetma
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

Sehr dramatisch, einmal weniger ins Restaurant und zum Aperetivo und schon kann man sich wieder die Grundversorgung leisten.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
2 Monate 15 Tage

Absolut ihrer Meinung. Ein Dekadentes gereare typisch Südtirol!

ahiga
ahiga
Universalgelehrter
2 Monate 14 Tage

….ohne allerdings ans restaurant, die bar, das gasthaus, und logo dessen arbeiter zu denken..
und die evtl. pächter..nicht alle sind besitzer der nobelhütten..
jede medaille hat 2 seiten..

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 14 Tage

puppetma brauchte bis jetzt weder Restaurant noch Aperativo.

meilenstein
meilenstein
Tratscher
2 Monate 15 Tage

Legt die Waffen nierder dieser Krieg nacht keinen Sinn auser Menschen zu vertreiben und das ganze Land zu zerstören.

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
2 Monate 15 Tage

@ meilenstein

was wollen sie machen wenn das der wichtigste Beteiligte nicht versteht?

Amadeus
Amadeus
Tratscher
2 Monate 15 Tage

Die Hungersnot in ärmeren Ländern gibt es schon lange und hat nichts mit der Ukraine zu tun. Das machen sich diese Staaten schon selber: Totales Desinteresse der korrupten Regierungen am Wohlergehen des Volkes. 
Das gibt es auch in den “reichen” Staaten. Getreide wird zur Fleischproduktion verwendet, Treibstoff aus Getreide hergestellt, und andere ausufernde Perversitäten. Alles nur wegen des Geldes.

Sellwertschunasosein
Sellwertschunasosein
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

Amadeus es isch so dass viel Getreide Qualitativ net für brotweizen eignet und somit den tieren verfüttert werden

Hustinettenbaer
2 Monate 15 Tage

Hab mit dem Fasten (Essen, Autofahren, Heizung) vor dem Überfall angefangen. Das zieh ich weiter durch.
Gürtel enger schnallen. Putin, nimm das, du Мудак.
Russische Beleidigungen und Schimpfwörter mit Übersetzung | FOCUS.de

Babba
Babba
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

@Hustinettenbaer. I moch mit!! Und wos i drbei sporn konn, in die Ukraine spenden. Weiters schaugn a Breckl Gortn zu kriagn, wo i Erdäpfl, Kobes und Ferseln setzen konn – wer woas, wos in den do entn nou olls einfollt… 😡

OrB
OrB
Universalgelehrter
2 Monate 15 Tage

Um die Teuerungen zu stoppen könnte man das System “die Nachfrage regelt den Preis” bis auf weiteres einfrieren.
Ob dieses System langfristig überhaupt funktioniert sei dahingestellt.

Staenkerer
2 Monate 15 Tage

viele müßen holt wieder lernen lebensmittel bewusster einzukaufn,
nit (lei) aufs verfollsdatum zu schaugn, und
das man aus “restlen” a no eppas leckeres mochn konn!
ober vieleicht tien mir älteren ins do leichter, mir sein (i zb. in der nochkriegszeit) in a zeit aufgewochsn wo es kaum eppas gebn hot und deswegn nix weggschmissn wurde, allso hobn mir des schun als kind gelernt und gsechn!!

Babba
Babba
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

Vielleicht überleg sich’s jo dr oane odr ondre Londwirt af mear Biodiversität zu setzen und nit lai Weimer und Äpfl onzubauen! Mir kannetn so viel unabhängiger sein va viele Importe… 🤔

brutus
brutus
Tratscher
2 Monate 15 Tage

Das würde dem Schwarzmarkt und die dazugehörige Korruption Tür und Tor öffnen!

brutus
brutus
Tratscher
2 Monate 15 Tage

@Babba
Du verwechselst Biodiversität mit Mischkultur!

Tina1
Tina1
Superredner
2 Monate 14 Tage

Babba…jjo ober laut Bauern sichern sie uns dassie lebn kenn.Und drweil sein sie selber obhängig und jammern.

OrB
OrB
Universalgelehrter
2 Monate 14 Tage

@Staenkerer
Wir schauen schon seit langem darauf möglichst nichts wegzuwerfen.
Möchte nicht wissen wieviel Essen bei all den All you can eat Restaurants, auf Kreuzfahrtschiffen und Buffets in Hotels weggeworfen wird.

65Wendi
65Wendi
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

Ich verzichte gerne auf die eine Woche Urlaub die ich mir im Jahr kann ,wenn das der Preis des Friedens ist,auch würde ich Gas und Öl nicht mehr von Russland nehmen ,wir stehen vor dem Sommer und 60%bekommen wir aus anderen Ländern. Außerdem muss die Überbesteuerung runter gesetzt werden,aber das ist den Herren ja egal mit Gehältern von 5000+.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
2 Monate 15 Tage

Leider können 99% der Deutschen auf Urlaub nicht verzichten!

AnWin
AnWin
Superredner
2 Monate 15 Tage

…jetzt werden unsere Bauern endlich wieder gerechte Preise für ihre Produkte bekommen!!!!

sophie
sophie
Kinig
2 Monate 15 Tage

Vi wella Korn, in gonzn Puschtotol stian eh la drei Kornfeldo, weart eh la Silo und Gros und Hei

brutus
brutus
Tratscher
2 Monate 15 Tage

Falsch! Der Milch und Apfelpreis sind am sinken, und die Handelsketten wollen den gestiegenen Rohstoffpreis der Verpackungen den Kunden nicht anrechnen sondern müssen großteils die Bauern tragen!

Sellwertschunasosein
Sellwertschunasosein
Grünschnabel
2 Monate 15 Tage

glabi wianiga. ba do milch z.B. schaugs in Italien net guit aus. und ban di ondon Produkte vodiant ah lai do zwischenhandla. di Produktion isch ah teura wortn ..

Staenkerer
2 Monate 15 Tage

träum weiter! in de nimmen de reichn holt es letzte damit de weiter in saus und braus lebn kennen, von wos de ormen, a de bauern, obbeißn isch putin und gleichgesinten decht wurst!

Tina1
Tina1
Superredner
2 Monate 14 Tage

Die semm verdiane

ahiga
ahiga
Universalgelehrter
2 Monate 14 Tage

@brutus
handelsketten,,da gehts schon los…

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
2 Monate 15 Tage

Hätte der Westen seine Versprechungen nach der Wiedervereinigung 🇩🇪 gehalten, wären wir jetzt gar nicht in dieser ernsten Situation.

Gaertner.
Gaertner.
Grünschnabel
2 Monate 14 Tage

Und das alles nur wegen EINER Person

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
2 Monate 15 Tage

Es ist schon komisch dass die Getreidelager und auch die Getreideernten in allen anderen Ländern ausfallen wo kein Krieg ist. Sehr sehr merkwürdig…….

Daktari
Daktari
Tratscher
2 Monate 14 Tage

Und das nur weil die NATO sich immer weiter ausbreiten muss , der schuldige ist nicht Putin sondern die Nato

Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 14 Tage

Kurzzeitig vielleicht, bis neue Lieferwege gefunden werden. Es ist ja nicht so, als gäb’s weltweite keine massive Überproduktion.

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 14 Tage

wann bekommen Wir endlich Regen?!!!!!

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