Treffen mit Bürgern und Leitern von Bankfilialen

Schulterschluss gegen Betrug: Carabinieri von St. Ulrich beenden Kampagne

Dienstag, 16. Juni 2026 | 12:55 Uhr

Von: mk

St. Ulrich – Die Carabinieri von St. Ulrich habe eine intensive Sensibilisierungskampagne gegen Betrug abgeschlossen. Die Ermittler setzen unter anderem auch auf eine engmaschige Zusammenarbeit mit Banken, Gemeinden und der Bevölkerung, um vor allem Senioren, aber auch jüngere Mitbürger vor perfiden Tricks zu schützen.

Am 7. Mai haben die Carabinieri ein Treffen mit sämtlichen Leitern aller Bankfilialen und Postämter aus der Umgebung abgehalten. Das Ziel: Angestellte dafür zu sensibilisieren, Warnsignale – wie ungewöhnlich hohe Bargeldabhebungen oder sichtlich nervöse Kunden, die telefonieren – sofort zu erkennen und im Zweifelsfall die Notrufnummer 112 zu wählen

Wie effektiv diese Zusammenarbeit ist, zeigte ein konkreter Fall: Durch das rasche Eingreifen der Carabinieri konnte das Konto einer betroffenen Frau rechtzeitig eingefroren werden, bevor fast 5.000 Euro abgehoben wurden – zugunsten von mutmaßlichen Betrügern. Nachfolgende Ermittlungen und die Auswertung von Überwachungsvideos führten zur Identifizierung der Täter – einer 30-Jährigen aus Rom und ihres 48-jährigen Komplizen aus Neapel. Auch deren Konten wurden vorsorglich gesperrt.

Infotour durch die Gemeinden

Nach den Banken gingen die Carabinieri direkt auf die Bürger zu. Unterstützt von den jeweiligen Bürgermeistern wurde eine Infotour organisiert, die durch verschiedene Gemeinden führte und auf großes Interesse stieß:

Auftakt war am 3. Juni in Seis im Kulturhaus für Bürgerinnen und Bürger aus Kastelruth, Völs am Schlern und Tiers. Am 8. Juni folge in St. Ulrich ein Informationsabend für alle Einwohner aus dem Ort, aus Wolkenstein und St. Christina.

Am 11. Juni fand in Lajen die Abschlussveranstaltung für die Gemeinden Lajen, Waidbruck und Barbian statt.

„Falsche Carabinieri“

Bei den Treffen besprachen die Ordnungshüter die manipulativen Tricks der Kriminellen. Besonders im Fokus stand der berüchtigte „Enkeltrick“ bzw. die Masche des „falschen Carabiniere“. Hierbei täuschen Betrüger am Telefon vor, ein Verwandter habe einen schweren Unfall verursacht und benötige dringend Bargeld oder eine Kaution, um einer Haftstrafe zu entgehen.

Die Carabinieri stellten unmissverständlich klar: „Niemals wird ein echter Angehöriger der Ordnungshüter am Telefon oder an der Haustür Bargeld, Gold oder eine „Kaution“ verlangen.“

Ebenso wurde vor falschen Handwerkern an der Haustür gewarnt sowie vor Phishing-SMS, die darauf abzielen, Daten beim Online-Banking abzugreifen. Die Carabinieri verwiesen dabei auf die goldene Regel: Wer keinen Handwerker bestellt hat, lässt niemanden herein – und Passwörter oder PIN-Codes von Banken werden niemals weitergegeben.

Appell der Ermittler: „Unhöflich sein ist erlaubt“

Die Kernbotschaft der Carabinieri lautet: Wer am Telefon unter Druck gesetzt wird, sollte sofort auflegen. Einen aufdringlichen Fremden abzuweisen, ist nicht unhöflich, sondern reine Notwehr.

Sollte man doch in die Falle getappt sein oder es kommen Zweifel auf, gilt: Sofort die Notrufnummer 112 wählen. Die Carabinieri sind rund um die Uhr erreichbar, um zu helfen und Betroffenen zu schützen.

Bezirk: Salten/Schlern

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