Von: mk
Meran – Ein umfangreicher Schlag gegen Schwarzarbeit im Bauwesen ist den Ermittlern der Finanzpolizei in Meran gelungen. Bei Kontrollen auf mehreren Baustellen im Burggrafenamt wurden insgesamt 62 nicht ordnungsgemäß gemeldete Arbeiter festgestellt. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Unstimmigkeiten bei zwei Bauunternehmen – einer Gesellschaft und einer Einzelfirma mit derselben Führung.
Richtigstellung
Im Zuge einer ersten Fassung unseres Berichts wurden ein Foto und ein Video veröffentlicht, auf denen Baustellen zu sehen sind, die nicht in Zusammenhang mit den Ermittlungen stehen. Die betroffenen Unternehmen kamen dadurch in den völlig unbegründeten Verdacht, zu den genannten Firmen zu gehören, bei denen die Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Indes haben die Baustellen im Video und auf dem Foto mit dem Inhalt der Berichterstattung und den entsprechenden Vorkommnissen absolut nichts zu tun. Sollte es zu entsprechenden Missverständnissen gekommen sein, bedauern wir dies. Das Foto und das Video wurden mittlerweile entfernt.
Zu den Ermittlungen
Anders schaut es mutmaßlich auf jenen Baustellen aus, die tatsächlich ins Visier der Finanzpolizei geraten sind. Obwohl dort reger Betrieb herrschte, wiesen die offiziellen Unterlagen nur eine geringe Zahl an Beschäftigten aus. Dies machte die Finanzpolizei misstrauisch, die gemeinsam mit Inspektoren des INPS genauere Überprüfungen einleiteten.
Teilweise völlig schwarz beschäftigt
Die Untersuchungen ergaben, dass neben wenigen regulär gemeldeten Arbeitern insgesamt 62 Personen zumindest zeitweise vollständig “schwarz” oder irregulär beschäftigt waren. Besonders schwer wiegt, dass 14 dieser Arbeiter gleichzeitig offiziell arbeitslos gemeldet waren und Arbeitslosengeld bezogen. In einem weiteren Fall arbeitete ein Beschäftigter trotz offiziell gemeldeter Krankheit.
Die Löhne wurden laut Ermittlungen häufig in bar ausbezahlt, um gesetzliche Vorgaben zur Nachverfolgbarkeit zu umgehen. Zudem wurden Sozialabgaben systematisch nicht entrichtet: Insgesamt stellte die Finanzpolizei nicht abgeführte Beiträge in Höhe von über 270.000 Euro fest.
Hohe Strafen und Betriebsschließung
Am Ende der Kontrollen verhängten die Behörden Verwaltungsstrafen von mehr als 130.000 Euro. Zudem wurde die Tätigkeit der betroffenen Unternehmen vorübergehend eingestellt.
Die Finanzpolizei betont, dass solche Kontrollen dem Schutz fairer Wettbewerbsbedingungen und der sozialen Gerechtigkeit dienen. Schwarzarbeit schade nicht nur den öffentlichen Finanzen, sondern gefährde auch die Sicherheit der Beschäftigten erheblich.




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen