Von: mk
Bozen – Der größte Prozentsatz an Menschen über 65 Jahren, die von sozialer Isolation bedroht sind, treibt keinen Sport und lebt in den größeren Zentren Südtirols. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb lädt alle über 60-Jährigen ein, die vielfältigen bestehenden Möglichkeiten zu nutzen, um gemeinsam sportlich aktiv zu werden.
Mit zunehmendem Alter wird es immer wichtiger, einen aktiven Lebensstil zu pflegen, denn Bewegungsmangel und soziale Isolation gehören zu den größten Gesundheitsrisiken für Menschen über sechzig. Diese Faktoren erhöhen nämlich das Risiko für chronische Erkrankungen und Depressionen deutlich.
Dies belegt eine Studie aus dem Jahr 2023, die vom Sanitätsbetrieb in Zusammenarbeit mit der Beobachtungsstelle für Gesundheit des Landes Südtirol auf Basis der Daten von „I Passi d’Argento“ durchgeführt wurde. Dies ist ein Monitoring-System des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts (Istituto Superiore di Sanità).
Die Daten wurden nach geografischer Herkunft (Gesundheitsbezirke), Geschlecht, Bildung, sozioökonomischen Bedingungen sowie dem möglichen Vorliegen von Risikofaktoren für Gebrechlichkeit – insbesondere Bewegungsmangel und soziale Isolation bei Personen über 65 Jahren – standardisiert.
Aus einer Datenanalyse, die Faktoren wie Multimorbidität (Personen mit mehr als einer chronischen Erkrankung) und Stürze in den vergangenen 30 Tagen in Städten, kleinen Gemeinden und ländlichen Gebieten berücksichtigte, geht hervor, dass die höchste Rate an Bewegungsmangel in den dichter besiedelten Gebieten Südtirols konzentriert ist. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Menschen, die in einer Partnerschaft leben, paradoxerweise am anfälligsten für soziale Isolation sind.
Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken, ist die Teilnahme an gemeinsamen körperlichen Aktivitäten. In Südtirol gibt es dafür ein großes Angebot. Egal ob ein Spaziergang an der frischen Luft, ein sanfter Gymnastikkurs oder Gruppentänze – die Bewegung in der Gemeinschaft stärkt nicht nur den Körper, sondern fördert auch soziale Kontakte und Beziehungen.
Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit, Hubert Messner: „Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gesund, sie stärkt auch die Selbstständigkeit im Alter und schafft Lebensfreude durch sozialen Austausch. Auch für Menschen mit Erkrankungen ist es wichtig, im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten aktiv zu bleiben.“
„Bewegung in der Gruppe hat sich als wirksames Mittel erwiesen, um beiden Risikofaktoren entgegenzuwirken“, erklärt Francesca Lubian, Primarin der Geriatrie am Krankenhaus Bozen „Vor Ort bieten Gemeinden und Vereine bereits zahlreiche Möglichkeiten, die vielleicht noch stärker beworben werden sollten, damit sie von der Altersgruppe 60 plus besser angenommen werden. Der Sanitätsbetrieb hat sich daher bereit erklärt, als Sprachrohr für eine Botschaft zu fungieren, die zu einer höheren Teilnahme an bereits bestehenden Aktivitäten aufruft. Dabei wird der Bevölkerung verdeutlicht, dass die Bekämpfung der Risikofaktoren ‚Bewegungsmangel‘ und ‚soziale Isolation‘ zu einer Verlängerung der Lebensjahre in guter körperlicher und geistiger Gesundheit führt.“
Auch Vincenzo De Nigris, Geschäftsführender Direktor des Dienstes für Sportmedizin, betont: „Körperliche und sportliche Aktivität ist für das Wohlbefinden von Menschen über 60 Jahren von grundlegender Bedeutung. Regelmäßige Bewegung verbessert die Mobilität, reduziert das Sturzrisiko, stärkt Muskeln und Knochen und trägt zur Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit bei. Außerdem fördert sie das psychische Wohlbefinden, indem sie Angstzustände, Depressionen und dem kognitiven Abbau entgegenwirkt.“
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