In Vorarlberg herrschte Lawinenwarnstufe vier

Seit Freitag starben sieben Menschen in Lawinen

Sonntag, 22. Februar 2026 | 15:42 Uhr

Von: apa

Die massiven Schneefälle Ende der Woche haben in ganz Österreich die Lawinengefahr verschärft – und auch zu zahlreichen Unfällen geführt. Mit teils dramatischen Folgen: Insgesamt sieben Menschen sind seit Freitag durch Schneebretter getötet worden. Zahlreiche Personen wurden verletzt. In Tirol und Vorarlberg gilt inzwischen auch landesweiter AT-Alarm. Vor Aktivitäten außerhalb der gesicherten Bereiche wurde ausdrücklich gewarnt.

Am gestrigen Samstag starben zwei Wintersportler. Ein 41-jähriger Einheimischer konnte in Serfaus zunächst noch lebend geborgen werden, er starb wenig später aber im Spital. In der Steiermark verunglückte ein 21-jähriger slowakischer Staatsbürger. Er war in den Wölzer Tauern mit einer Gruppe Skifahrer abseits der Pisten unterwegs. Die weiteren Mitglieder blieben unverletzt.

Schon am Freitag fünf Opfer

Am Tag davor waren fünf Menschen in Tirol und Vorarlberg ums Leben gekommen: Drei Personen – ein Österreicher, ein Pole und ein US-Amerikaner – konnten am Freitag in St. Anton nur mehr tot aus einer laut Behörden “riesigen” Lawine geborgen werden. In Nauders überlebte ein 42-jähriger Deutscher den Ausflug ins Gelände nicht, wobei sein 16-jähriger Sohn durch die Schneemassen schwer verletzt wurde.

Im Skigebiet Sonnenkopf in Klösterle löste ein 39-jähriger Snowboarder aus der Schweiz im freien Skiraum ein Schneebrett aus. Er wurde verschüttet. Reanimationsversuche nach der Bergung blieben ohne Erfolg.

Landesweite AT-Alarme

In Vorarlberg ist am Sonntagvormittag dann wegen anhaltender hoher Lawinengefahr der AT-Alert ausgelöst worden. Vielerorts herrschte Lawinenwarnstufe vier von fünf, hieß es vom Lawinenwarndienst. In Tirol wurde der AT-Alert des Vortages nochmals um 24 Stunden verlängert.

Wieder freigegeben wurde am Sonntag unterdessen die Verbindung (L198) nach Lech und Zürs. Dort hatte eine Lawine die Fahrbahn auf einer Länge von rund 30 Metern bis zu 1,20 Meter hoch verschüttet. Personen kamen aber nicht zu Schaden. Nach dem Lawinenabgang wurde beschlossen, die Straße ab 17.00 Uhr zu sperren.

Am Sonntag zu Mittag wurde die Arlbergstraße (L197) zwischen Alpe Rauz und St. Christoph, also die Verbindung über den Arlberg, gesperrt. Grund war neuerlich ein Lawinenabgang. Ein Ausweichen war über den Arlbergtunnel möglich, teilte der ÖAMTC mit.

Bundesheer verlängerte Einsatz

Verlängert wurde am Sonntag der Assistenzeinsatz des Bundesheeres, der ursprünglich bis Samstag um 18.00 Uhr angedacht gewesen wäre. Mit dem Mehrzweckhubschrauber AW169 wurden Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung in den Bereichen Außerfern durchgeführt. In weiterer Folge sind Aufklärungsflüge in Ischgl, im Kaunertal, in Nauders sowie im Inntal vorgesehen.

Erneut Abgänge am Sonntagnachmittag

Wie brenzlig die Situation in Tirol ist, zeigte sich wieder am Sonntag: Bis 14.00 Uhr waren laut Auskunft der Leitstelle Tirol gegenüber der APA 17 Lawinenabgänge gemeldet worden. Elf davon waren sogenannte Negativlawinen, also gesichert ohne verschüttete Personen. In anderen Fällen musste der Hubschrauber zur Abklärung ausrücken oder es verlief weitgehend glimpflich.

In See (Bezirk Landeck) wurde sogar ein Skiweg im Bereich von rund vier Metern verschüttet. Hier stellte sich später heraus, dass keine Personen betroffen waren. “Man sieht trotz Lawinenwarnstufe vier und AT-Alert immer noch Variantenfahrer”, wie ein Bergretter in See der APA am Sonntag hörbar fassungslos berichtete.

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