Tomaten haben 300 bis 350 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe: Wirkungen sind äußerst vielfältig

Samstag, 01. August 2020 | 08:00 Uhr

Bozen – Gemüse und Obst sind bekanntermaßen reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Weniger bekannt sind die sekundären Pflanzenstoffe, die sie darüber hinaus enthalten. Der Pflanze dienen diese Stoffe zum Schutz vor Fraßfeinden, vor Pilzen, vor UV-Strahlung und vor freien Sauerstoffradikalen (z.B. Polyphenole), aber auch, um Pflanzen einen Duft und Früchten eine Farbe zu verleihen (z.B. Carotinoide) und um Insekten anzulocken.

Die Wirkungen sind äußerst vielfältig, denn es gibt viele Tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. „Für den Menschen und die Forschung sind sie deswegen von Interesse, weil sie die Gesundheit auf vielfältige Weise fördern und vor Erkrankungen schützen können“, weiß Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. „Manche sekundären Pflanzenstoffe wirken in Zell- und Tierversuchen entzündungshemmend, andere antioxidativ, antimikrobiell, krebsvorbeugend und noch viel mehr.“

Wie der Name schon sagt, werden sekundäre Pflanzenstoffe ausschließlich im Stoffwechsel von Pflanzen gebildet, in tierischen Lebensmitteln kommen sie nicht vor. In Zwiebeln findet man rund 70 bis 100, in Äpfeln 200 bis 300 und in Tomaten 300 bis 350 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind in der Regel in den Schalen, den äußeren Schichten und den Blättern enthalten. Die bekanntesten Stoffklassen sind die Carotinoide, welche u.a. Karotten ihre orange Farbe verleihen, die Polyphenole, welche u.a. in Beeren und Grüntee vorkommen, die Glukosinolate, welchen Rettich und Kohl ihr würzig-scharfes Aroma verdanken, und die Sulfide, die u.a. Zwiebel und Knoblauch entströmen.

Mit einer pflanzenbetonten Kost, die reich an Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und Nüssen ist, nimmt man täglich mehrere Gramm sekundäre Pflanzenstoffe im natürlichen Verbund auf. Die Zufuhr einzelner isolierter Pflanzenstoffe über Nahrungsergänzungsmittel ist dagegen umstritten, da noch zu wenig über die Zufuhrmengen und die Wirkung am Menschen bekannt ist.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Sekundäre Pflanzenstoffe: Wirkungen sind äußerst vielfältig"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
9 Tage 16 h

Gilt das auch für holländische Tomaten🍅 ? Und sind solche “sekundären Pflanzenstoffe” auch im Wiesengras enthalten ? Wenn ja, dann bleibe ich beim schwäbischen Zwiebelrostbraten vom BIO-Weiderind mit Spätzle, Soße und buntem Salat, dazu ein Gläschen Roten aus Südtirol 😋

Missx
Missx
Kinig
9 Tage 17 h

Der Mensch isst lieber Tönnies Speck

Sonnenstrahl2020
Sonnenstrahl2020
Grünschnabel
9 Tage 14 h

Gute Informationen soll mann umsetzen.

Spiegel
Spiegel
Superredner
9 Tage 3 h

Achtung auf Mykotoxine in Biolebensmitteln

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
8 Tage 16 h

🤔 Vorallem wenn sie als Massenware aus Südeuropa nahezu jeden Supermarkt überschwemmen.

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