Südtirols Schulwelt gegen Schweizer Vorschlag

Sollen Hausaufgaben abgeschafft werden?

Dienstag, 30. August 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Der Verband der Schulleiter in der Schweiz findet, dass Hausaufgaben abgeschafft werden sollten. In Südtirols Schulwelt, aber auch bei Eltern und Schülern sieht man dies differenzierter, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Die Schweizer Schulleiter warnen vor einer Chancenungleichheit bei Schülern, falls deren Eltern berufstätig sind oder aus bildungsfernen Schichten stammen. Solche Schüler seien daheim auf sich allein gestellt und lasse die Lücke zu den Klassenbesten größer werden. Außerdem seien Hausaufgaben häufig Streitgrund zwischen Eltern und Kindern.

„Wenn das die einzigen Argumente sind, dann stellt sich die Frage, ob man mit der Abschaffung der Hausaufgaben diese Probleme löst“, erklärt Schulamtsleiter Peter Höllrigl laut „Dolomiten“. Das heterogene Umfeld der Schüler spiegle sich nämlich nicht nur bei den Aufgaben wieder. Vielmehr gehe es darum, ob Hausaufgaben richtig gestellt werden. Wenn sie ein Ersatz für fehlende Lernstoffvermittlung in der Schule sind, dann seien sie falsch. Sind sie aber als Vertiefung gedacht, dann solle man das verlangen, so Höllrigl. Aber: „Immer mit Maß und Ziel“.

Zudem müssten Hausaufgaben den Eltern gut kommuniziert und von der Quantität her dem Alter und der Schulzeit angepasst werden. „Wenn jemand bis 17.00 Uhr Unterricht hat, dann machen Hausaufgaben keinen Sinn“, betont Höllrigl.

Diese Ansicht vertritt auch Christoph Buratti, Vorsitzender des Arbeitskreises Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer (ASM): „In einer Vollzeitschule ist es möglich, keine Hausaufgaben zu geben. In einer Teilzeitschule, wie wir sie haben, ist man aber darauf angewiesen.“

Unterschiedlich bewerten die Eltern die Hausaufgaben. „Es gibt Eltern, die damit kein Problem haben und andere, die es als ganz schlimm empfinden“, erklärt Sabine Fischer, Vorsitzende des Landesbeirates der Eltern, gegenüber dem Tagblatt Dolomiten. Viele Eltern würden bemerken, dass die Menge ab der Mittelschule stark zunehme. Da aber in gleichbleibender oder kürzerer Unterrichtszeit immer mehr Inhalte vermittelt werden sollen, sei es logisch, dass es ohne Aufgaben nicht gehe.

Grundsätzlich sei das auch nicht negativ: Laut Forschung braucht das Gehirn, um zu lernen, zwar Erholung, aber auch Wiederholung.

Julian Nikolaus Rensi, bisher Vorsitzender des Landesbeirates der Schüler (LBS), plädiert vor allem in den Oberschulen für das „Prinzip der Sinn- und Verhältnismäßigkeit“. Allerdings sei für die Entwicklung der Persönlichkeit, was immerhin Ziel der Oberstufe ist, die eigenverantwortliche Befassung mit Unterrichtsstoffen meines Erachtens unentbehrlich, betont Rensi laut „Dolomiten“.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Sollen Hausaufgaben abgeschafft werden?"


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Andreas
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

I tat in die Kinder es Mittelschualdiplom frisch bei der Inschualung geben nor passt sel a glei.

Onkel
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Du hosches moani a schun sem gekriagt

tippex
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Geht es hier um die Kinder oder die Eltern, die sich durch das eventuelle Helfen bei den Hausaufaben belästigt fühlen?
Ich glaube unsere Kinder werden immer mehr verhätschelt und von jeglichem Problem ferngehalten um sie ja nicht zu überfordern. Aber im Leben geht eben nicht immer alles geradeaus und gesichert durch himmelweiche Samtleitplanken. Unterfordert unsere Kinder nicht. Vor 30 Jahren war eine Matura gleichwertig mit einem heutigen Studium.

tippex
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@m. 323. Wenn man den Schülern vor der Uni nichts mehr abverlangt, sinkt das Bildungsniveau und sie haben es an der Uni später dann eben schwerer.
Auf den Südtiroler Unis kann man sich ja nach drei Jahren Studium schon Doktor (inkorrekterweise) schimpfen lassen.
Wenn du allerdings an die amerikanischen Eliteunis denkst, bei denen man 2 Instrumente und 3 Sportarten können und zusätzlich zum Hauptfach noch 2 Nebenfächer belegen muss, dann gebe ich dir recht.
Aber diese brutale Auswahl entspricht gottseidank nicht der europäischen Mentalität.

m. 323.
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@ t..dann brobier es doch noch mal .wie groß würden deine Augen wohl werden..vor 30 ig Jahren war es ein Kinderspiel dagegen..

Al Dente
Neuling
1 Monat 1 Tag

wenn sie sinnvoll sind, sollte es hausaufgaben geben, z.b. zum sprachen üben oder rechnungen verinnerlichen. jedoch aber sinnlose hausaufgaben, die es oft genug gibt, sollten wirklich nicht gegeben werden.

1 Monat 1 Tag

Hausaufgobn kearn zum schualolltog dazua!
Wenn die Kinder gonztägig schuale hobn sollatn die Lehrer af sel Rücksicht nehmen!
Die Freizeit der heintigen Kinder isch jo eh schun knopp und mit aufgoben, Sport, Musik usw verplant!

witschi
Tratscher
1 Monat 1 Tag

oschpele, iaz wo i nimmer schual gea

knedlfanni
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

koane noten, koane aufgaben, koane Erziehung von seiten der Eltern und a koane von di 25jährigen studierten Lehrerinnen… tiat si lai verhätscheln, do ziacht mon sich jo di nuie warmduscher-generation groaß! Ober es Volk muas olleweil dümmer werdn, damits net lang frogen stellt und oanfoch lai produktiv isch!! Suscht geat des System net so weiter.. hel hom si schun verstonden…

Poppi
Grünschnabel
1 Monat 20 h

Sinnvolle HA : JA (v.a. HA, welche die Schüler/innen selbstständig bewältigen können)
Absprache im Klassenrat : JA
HA bewerten : NEIN (macht eh zu 90% Mami)

vernunft
vernunft
Grünschnabel
1 Monat 4 h

Gewisse jo, gewisse na…
Viel wichtiger als leistungsdruck, war a onständige erziehung und motivation zur selbstständigkeit….

Schneewittchen
Grünschnabel
1 Monat 10 h

Die Hausaufgaben selln so gstellt sein, dass sie die Kinder allein damochn sein jo et Hausaufgaben für die Eltern

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