Seismographen schlugen stark aus

Starkes Erdbeben und Tsunamiwarnung in Nordjapan

Montag, 20. April 2026 | 11:14 Uhr

Von: APA/Reuters

Ein schweres Erdbeben vor der Nordostküste Japans hat am Montag eine Tsunami-Warnung ausgelöst. Laut der japanischen Meteorologiebehörde (JMA) wurden Flutwellen von bis zu drei Metern Höhe erwartet. Im Hafen von Miyako in der Präfektur Iwate wurden dem Sender NHK zufolge zunächst nur 40 Zentimeter gemessen. In Kuji in derselben Präfektur waren es demnach 70 Zentimeter, Tendenz steigend.

NHK zufolge wurde auch vor der Küste der Präfektur Fukushima ein Tsunami registriert. Am 11. März 2011 hatten dort starkes Beben und ein massiver Tsunami die Atomkatastrophe von Fukushima ausgelöst.

Auf Stärke 7,5 hochgestuft

Die Stärke des Bebens wurde von der JMA zunächst mit 7,4 angegeben und später auf 7,5 hochgestuft. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte, eine Taskforce prüfe, ob es Opfer und Schäden gegeben habe. Energieversorger teilten mit, sie gingen möglichen Auswirkungen auf ihre Atomkraftwerke nach. Zunächst gab es keine Hinweise auf Probleme.

Die Tsunami-Warnung galt für die Präfekturen Iwate, Aomori Hokkaido. Die Behörden forderten die Bewohner auf, den Küsten fernzubleiben. Regierungschefin Takaichi rief die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auf der japanischen Skala für Erdbebenauswirkungen lagen die Erdstöße in einem Bereich, bei dem in vielen Fällen unverstärkte Betonwände einstürzen können. Das Epizentrum lag im Pazifik in rund zehn Kilometern Tiefe. In Japan kommt es sehr häufig zu Erdbeben.

Verbindungen von Hochgeschwindigkeitszug unterbrochen

Wegen der Erdstöße seien die Verbindungen der Hochgeschwindigkeitszüge in Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu unterbrochen worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Sender NHK zeigte Schiffe, die in Erwartung der Flutwellen aus dem Hafen von Hachinohe ausliefen.

Die AKW-Betreiber Hokkaido Electric und Tohoku Electric gaben unterdessen vorläufig Entwarnung: Es seien keine ungewöhnlichen Vorkommnisse an verschiedenen Kernkraftwerken festgestellt worden. Die Prüfergebnisse anderer Versorger standen noch aus.

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