Von: mk
Bozen – Der Dachverband für Soziales und Gesundheit hat am 25. März im Pastoralzentrum Bozen seine Vollversammlung abgehalten. Es war die letzte unter dem Vorsitz von Wolfgang Obwexer, der sich nach zwölf Jahren im Vorstand und sechs Jahren als Präsident in den Ruhestand verabschiedete. Roberta Rigamonti wurde zur neuen Präsidentin gewählt und Richard Stampfl zum Stellvertreter.
„Wir sind als Verband sehr gewachsen. Mit dem KVW, dem Familienverband, der Familienberatung, La strada – der Weg, sowie aktuell als jüngsten Zugang das Weiße Kreuz sind einige der größten sozialen Organisationen Südtirols als Mitglieder dazugekommen. Das freut mich sehr. Damit wird die Vertretungsfunktion des Dachverbands deutlich gestärkt”, betonte Obwexer und begrüßte die Delegierten der 69 Mitgliedsorganisationen sowie Ehrengäste wie Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrätin Rosmarie Pamer und Landesrat Hubert Messner.
Rückblick auf sechs Jahre großer Veränderungen: Vizepräsidentin Roberta Rigamonti und die anwesenden Ehrengäste bedankten sich beim scheidenden Präsidenten für seinen erfolgreichen Einsatz für benachteiligte Menschen, für Senioren, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen. Obwexer hatte die Präsidentschaft 2020, inmitten der Corona-Pandemie übernommen. Der Dachverband ist unter seiner Führung von 59 auf heute 69 Mitgliedsorganisationen angewachsen. Zudem ist es gelungen, langjährige Vorhaben in die Praxis umzusetzen, etwa das Armutsnetzwerk und das Haus für Soziales und Gesundheit.
„Mit dem Bau in der Bozner Schlachthofstraße, wurde im Vorjahr begonnen. Das gemeinsame Haus des Sozialen und der Gesundheit soll zum lebendigen Ort des Austauschs und der Vernetzung werden – unter den gemeinnützigen Organisationen als auch mit der öffentlichen Verwaltung. Zugleich entsteht damit eine zentrale Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger in sozialen und gesundheitlichen Fragen”, sagte Obwexer.
Als weiteren Meilenstein nannte er die ebenfalls im letzten Jahr erfolgte Gründung des Südtiroler Armutsnetzwerks, das alle wesentlichen Akteure der öffentlichen Hand und dem gemeinnützigen Bereich vereint. „Damit werden nun die Maßnahmen zur Armutsbekämpfung enger abgestimmt und innovative Konzepte entwickelt”, erklärte Obwexer.
Als weiteren wichtigen Teil der Netzwerkarbeit nannte er außerdem die vom Dachverband koordinierte Plattform Südtirol Sozial. Dort bündeln die großen Trägerorganisationen des Landes ihre Kräfte, um zentrale Anliegen – etwa den akuten Personalmangel oder faire Entlohnung im Dritten Sektor – gemeinsam zu vertreten. Gerade die fehlenden Arbeitskräfte sind aktuell ein dringliches Problem. In manchen Bereichen funktionieren soziale Dienste nur mehr eingeschränkt, weil nicht genügend Personal da ist. Abschließend ging Obwexer noch auf die Reform des Dritten Sektors ein. Dort gelte es, die bürokratischen Hürden abzufedern, die mit der Einführung des Einheitsregisters RUNTS entstanden sind. „Eine Last, die besonders kleine, ehrenamtlich geführte Vereine trifft“, sagte Obwexer. Andererseits seien aber auch die Potenziale der Reform endlich auszuschöpfen, insbesondere bei der Ko-Programmierung und Ko-Projektierung. „Ich hoffe sehr, dass wir bei der Umsetzung an Tempo gewinnen. Die größte Gefahr ist, dass der eigentliche Geist der Reform – das partnerschaftliche Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Verwaltung – in einem Geflecht aus Verrechtlichung und starren Regeln erstickt. Organisationen des Dritten Sektors sind keine bloßen Erfüllungsgehilfen der öffentlichen Hand. Sie sind Ausdruck gelebten bürgerschaftlichen Engagements, das einen Dialog auf Augenhöhe einfordert”, betonte Obwexer.
Zum Abschluss erfolgte die Wahl der Vereinsgremien. Zur Präsidentin gewählt wurde Roberta Rigamonti, ihr Stellvertreter ist Richard Stampfl. Weitere Ausschussmitglieder sind Stefan Hofer (Sportgruppe für Körperbehinderte), Luigi Loddi (Ariadne), Ida Lanbacher (Plattform für Alleinerziehende), Magdalena Hofer (Blinden- und Sehbehindertenverband), Paolo Marcato (La strada-Der Weg), Veronika Pfeifer (Lebenshilfe), Manuel Pallua (Ital. Rotes Kreuz). Das Kontrollorgan besteht aus Hansjörg Elsler, Ferdinand Rainer, Arnold Zani und das Schiedsgericht aus Markus Kompatscher, Francesco Salerno, Angelika Stampfl.




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