Von: mk
Franzensfeste/Waidbruck – Die Bietergemeinschaft Consorzio Dolomiti, bestehend aus den Firmen WeBuild und Implenia, hat für den Bau der Zulaufstrecke Franzensfeste-Waidbruck zwei Tunnelbohrmaschinen bei der Firma CRCHI (China Railway Construction Heavy Industry Corporation Limited) bestellt. Diese wurden im Werk in Changsha in China produziert. Ingenieure der Baufirma haben dort in den letzten zehn Tagen die technische Abnahme (FAT – Factory Acceptance Test) durchgeführt. Am Donnerstag, den 26. März, erfolgte die feierliche Übergabe.
Bei der Zulaufstrecke Franzensfeste-Waidbruck ist derzeit die Tunnelbohrmaschine Kathrin im Einsatz. Sie bohrt aktuell vom Bereich Prader Areal bei der Haltestelle Villnöss bis nach Waidbruck. Dort wird abgebaut, um vom Prader erneut die zweite Tunnelröhre Richtung Waidbruck aufzufahren.
Mit Tunnelbohrmaschine Barbara wurde bereits der Fensterstollen Forch in Vahrn vorgetrieben. Die Arbeiten sind abgeschlossen, und die Maschine wurde inzwischen abgebaut, damit im Sprengvortrieb die Kavernen ausgebrochen werden können. In diesen beiden Kavernen werden die zwei neuen Tunnelbohrmaschinen ihren Einsatz beginnen. Namensgeberinnen sind Renate Gebhard für die westliche sowie Magdalena Amhof für die östliche Tunnelröhre.
Die Tunnelbohrmaschinen werden nun im Werk wieder demontiert und per Schiff nach Venedig transportiert. Von dort gelangen sie in Einzelteilen nach Vahrn. Im Herbst soll die erste der beiden Maschinen im Berg montiert werden und ihren Vortrieb aufnehmen, die zweite folgt kurz darauf. Die Maschinen werden die Tunnelröhren von Vahrn bis zur Villnösser Haltestelle auffahren – jeweils rund zwölf Kilometer in einer Bauzeit von etwa drei Jahren.
Die Tunnelbohrmaschinen sind 175 Meter lang, 1500 Tonnen schwer, und haben gemäß Projekt einen Ausbruchdurchmesser von 9,7 Metern. Das Unternehmen CRCHI hat derzeit 45 Tunnelbohrmaschinen gleichzeitig in Produktion. Weltweit werden jährlich rund 200 Tunnelbohrmaschinen ausgeliefert; insgesamt wurden etwa 1.800 Maschinen produziert.
Es handelt sich um eine Hard-Rock-Maschine, die dafür ausgelegt ist, Formationen mit einer Festigkeit von über 200 MPa zu durchbohren. Die Maschine kann einen Schub von über 116.000 kN sowie ein Drehmoment von etwa 13.000 kNm entwickeln, bei einer installierten Leistung der Schneidkopfmotoren von 4.000 kW.
Die Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck wird gemeinsam mit dem Brenner Basistunnel fertiggestellt. Damit werden die Voraussetzungen für einen modernen Personen- und Güterverkehr geschaffen: Steigungen und enge Kurvenradien entfallen. Gleichzeitig stehen mehr Kapazitäten für den Bahnverkehr zur Verfügung, was die Stabilität des Fahrplans erhöht und den Ausbau des Regionalverkehrs auf der Bestandsstrecke ermöglicht.




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