Von: ka
Castell’Arquato/Tarcento – In Castell’Arquato bei Piacenza in der Emilia-Romagna und in Friaul-Julisch Venetien, wo seit Tagen eine ausgedehnte Suchaktion im Gange ist, wird um das Schicksal der 49-jährigen Sonia Bottacchiari und ihrer beiden 14 und 16 Jahre alten Kinder gebangt. Die Frau hatte gegenüber ihrem geschiedenen Mann, dem Vater der beiden Jugendlichen, angegeben, mit ihrer Tochter und ihrem Sohn einige Tage Wanderurlaub im Friaul zu verbringen.
Von ihr fehlt seit drei Wochen jede Spur. Da ihr Auto auf einem Campingplatz in Tarcento in Friaul gefunden wurde, konzentriert sich die Suche auf die waldreiche und gebirgige Umgebung. Auch die slowenischen Behörden wurden um Hilfe gebeten. Am Montag wurden im Haus des Vaters der Frau zwei von Sonia Bottacchiari hinterlassene Briefe entdeckt. Diese werfen einen Schatten auf die gesamte Angelegenheit und lassen leider auch das Schlimmste befürchten.
Die Rückkehr nach Castell’Arquato in der Provinz Piacenza, wo Sonia Bottacchiari und ihre Kinder leben, war für Freitag, den 24. April, vorgesehen. Doch seit Montag, den 20. April sind die Smartphones der Frau und der beiden Teenager nicht mehr erreichbar. Seit drei Wochen hat niemand mehr etwas von ihnen gehört.

Bevor Sonia Bottacchiari mit ihren beiden Kindern im Alter von jeweils 14 und 16 Jahren sowie ihren vier Hunden spurlos verschwand, hat sie ihrem Arbeitgeber gekündigt und sich ihre ausstehenden Bezüge von dem privaten Unternehmen, für das sie tätig war, auszahlen lassen. Dies berichten Ermittlungsquellen. Seit drei Wochen gibt es keine Nachrichten mehr von der Frau und ihren Kindern. Sie hatte ihrem Ex-Mann erklärt, sie wolle mit der Tochter und dem Sohn ein paar Tage Urlaub in Friaul-Julisch Venetien verbringen. „Ich wusste, dass sie nach Friaul aufbrechen würden”, erzählte Yuri Groppi in einem Interview mit der Gazzetta di Parma.
Die Rückkehr war für Freitag, den 24. April vorgesehen, doch bereits seit Montag, den 20. April sind die Smartphones der Frau und der beiden Jugendlichen nicht mehr erreichbar. Der Chevrolet, mit dem sie von Castell’Arquato in der Provinz Piacenza nach Friaul aufgebrochen waren, wurde vor einer Woche in Tarcento gefunden.

Die Vermisstenanzeige wurde bei den örtlich zuständigen Carabinieri in Castell’Arquato eingereicht. Diese arbeiten nun mit den friaulischen Behörden, der Präfektur von Udine und den slowenischen Sicherheitskräften zusammen. Den Angaben der Angehörigen zufolge waren einige Zelte ins Auto geladen worden und die Frau hatte einen Campingplatz als Reiseziel angegeben. Wie Groppi jedoch gegenüber der Tageszeitung Libertà erklärte, „hat der Betreiber des Campingplatzes bestätigt, Sonia und die Jugendlichen nie gesehen und keine Buchung erhalten zu haben“.
Als das Auto gefunden wurde, waren die Zelte im Innenraum nicht mehr vorhanden. Zu den von den Ermittlern geprüften Szenarien gehört die Vermutung, dass der Urlaub mit einem anderen Fahrzeug in den Bergregionen Friauls fortgesetzt wurde. Diese Annahme weckt jedoch Zweifel bei den Angehörigen, da die Frau eigentlich wieder zur Arbeit zurückkehren und die Kinder wieder zur Schule gehen müssten.
In der Zwischenzeit wurde in Tarcento ein Einsatzzentrum eingerichtet, um die Suchmaßnahmen zu koordinieren, wie der Corriere della Sera berichtet. Der letzte Mobilfunkmast, mit dem die digitalen Geräte der Familie verbunden waren, befindet sich im Friaul. An den Einsätzen beteiligen sich die Carabinieri, die Feuerwehr – unterstützt durch den aus Venedig gestarteten Hubschrauber „Drago“ und die Drohnenabteilung – sowie Freiwillige des Zivilschutzes und der Bergrettung.
Da die Frau eine leidenschaftliche Kletterin ist, konzentriert sich die Suche auch auf die unwegsamsten Gebiete der Region. Die Carabinieri des Landeskommandos von Udine untersuchen einen möglichen Fahrzeugwechsel und überprüfen zudem die Überwachungskameras in der Gegend, um herauszufinden, wann das Fahrzeug in Friaul angekommen ist. Falls ein Umstieg stattgefunden hat, könnte dieser mit einem geräumigen Fahrzeug erfolgt sein. Schließlich reisen neben der Frau und den Kindern auch vier Familienhunde mit, darunter ein Maremmen-Abruzzen-Schäferhund.

Zwei am Montag entdeckte Briefe lösten große Besorgnis bei den Angehörigen und den Ermittlern aus. Der erste wurde in der Wohnung des Vaters gefunden. Aus dem Schreiben, über das die Carabinieri informiert wurden, soll eine „Situation des Leids und der Unruhe“ hervorgehen. Laut dem Tgr Rai von Friaul-Julisch-Venetien soll es hingegen zwei verschiedene Briefe geben, wie die leitende Staatsanwältin von Piacenza, Grazia Pradella, mitteilte. „Einer ist an die Kinder gerichtet, der andere enthält Sonia Bottacchiaris Betrachtungen über ihr eigenes Leben.
Sie wurden im Haus ihres Vaters, dem Großvater der Kinder, Riccardo Bottacchiari, gefunden. Sie lassen auf Suizidabsichten schließen.“ Die Staatsanwältin betonte zudem gegenüber Tgr Rai „die äußerste Sensibilität eines Moments, in dem absolute Zurückhaltung im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen gewahrt werden muss“.
Die Staatsanwaltschaft Piacenza ermittelt nun wegen Freiheitsberaubung. Durch die Erweiterung der Anklage, die sich ursprünglich auf die Entführung von Minderjährigen beschränkte, sollen den Ermittlungen neue Impulse verliehen werden. Unterdessen setzen die Rettungskräfte und unzählige Freiwillige im Friaul, im Grenzgebiet zu Slowenien, wo die Vermissten vermutet werden, die groß angelegte Suchaktion fort. Das äußerst unwegsame Gelände erschwert die Suche. Die Ermittler befürchten leider auch das Schlimmste, während die Angehörigen auf ein glückliches Wiedersehen mit ihren Lieben hoffen.






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