Von: mk
Bozen – Nach der Übergabe einer Petition zum Boykott israelischer Produkte in städtischen Apotheken in Bozen warnt SVP-Fraktionsvorsitzender Harald Stauder vor antisemitischen Tendenzen: „Der Aufruf zum Boykott israelischer Unternehmen weckt historisch problematische Erinnerungen.“
Eine Delegation der Gruppen „Sanitari per Gaza Südtirol“ und „Rete Digiuno per Gaza“ hat Bürgermeister Claudio Corrarati am 5. Mai eine Petition mit 260 Unterschriften übergeben. Darin wird die Stadtverwaltung von Bozen aufgefordert, den Verkauf von Produkten israelischer Herkunft in den städtischen Apotheken auszusetzen. Genannt wurde dabei insbesondere das Pharmaunternehmen „Teva Pharmaceutical Industries“.
Diese Forderung stößt bei Stauder auf deutliche Kritik: „Man kann unterschiedliche Auffassungen zur Politik der israelischen Regierung haben, Boykottaufrufe gegen israelische Unternehmen sind jedoch historisch äußerst sensibel und problematisch. Haben diese Gruppen kein historisches Gedächtnis?“
Solche Aktionen wecken Erinnerungen an die Boykottkampagnen gegen jüdische Geschäfte in den 1930-er-Jahren. „‘Kauft nicht bei Juden‘ lautete damals die Parole der Nationalsozialisten. Die historischen Folgen solcher Ausgrenzung sind bekannt und dürfen sich niemals wiederholen“, warnt Stauder.
Stauder beobachtet mit Sorge einen zunehmenden Antisemitismus und appelliert an die Stadtregierung und den Gemeinderat von Bozen, entsprechenden Forderungen nicht nachzugeben und sich klar gegen jede Form antisemitischer Tendenzen zu positionieren.




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