Initiative bleibt kritisch

André Heller setzt ersten Spatenstich für “botanisches Gedicht” in Brixen

Mittwoch, 13. Mai 2026 | 08:20 Uhr

Von: mk

Brixen – Nun ist es soweit: Der Multi-Media-Künstler André Heller setzt am 13. Mai 2026 im vormaligen Hofburggarten in Brixen den ersten Spatenstich – im Beisein der Vertreter der Gemeinde, des Landes, der Kurie und der Stiftung Hofburg. Bürgerinnen und Bürger scheinen bei dem Event nicht erwünscht. Diesen Eindruck hat zumindest die Initiative für einen offenen Hofburggarten.

Mit diesem Auftakt beginnt die Umgestaltung des Gartens in ein „botanisches Gedicht“, wie André Heller selbst es nannte, in einen Ort, der die erhofften, zahlreichen Besucher dank Natur und Kunst verzaubern soll. „Ob die Rechnung aufgeht, wissen wir nicht, denn zu vieles ist offen: Sicher ist nur, dass ein denkmalgeschütztes, öffentliches Grün umgestaltet wird und mit dem Segen des Landesdenkmalamts und gegen die Überzeugung zahlreicher Expertinnen und Experten seinen früheren Charakter weitgehend einbüßt“, erklärt Barbara Fuchs, Sprecherin der Initiative für einen offenen Hofburggarten.

Sicher sei laut Initiative auch, dass der Garten schon seit einigen Jahren offen wäre, wenn die Gemeinde das Projekt von „freilich Meran“ realisiert hätte – dies sogar um die Hälfte der Kosten im Vergleich zum Projekt Heller und zu einem Bruchteil der Führungs- und Erhaltungskosten.

„Sicher ist, dass für die Operation erhebliche Steuermittel verwendet werden, die nach getätigten Ausgaben und Voranschlag bereits jetzt 14 Millionen Euro erreichen und deren Höhe noch weiter steigen wird“, erklärt Barbara Fuchs weiter. Sicher sei außerdem, dass Kurie und Stiftung Hofburg von einer Investition profitieren würden, zu der sie bis jetzt keinen nennenswerten finanziellen Beitrag geleistet hätten.

Im Gegensatz dazu gibt es zumindest laut Initiativgruppe viele offene Fragen, die erst kürzlich von Bürgermeister Andreas Jungmann bestätigt worden seien: Fragen zu Führungskosten, zur Form der Verwaltung und zum Zugangsmodus seien noch immer ungeklärt.

Auch wenn die Mehrheit im Gemeinderat und ein Teil der Bevölkerung die Neugestaltung gutheißen, steht laut Initiative doch fest: „Ein beträchtlicher engagierter Teil der Bürgerschaft will den Weg Brixens in ein Event-Paradies mit einem ‚Trauttmansdorff des Eisacktals‘ nicht mittragen. In einem stark belasteten und verteuerten Umfeld wünschen wir frei zugängliche Grünräume, kein ‚botanisches Gedicht‘, sondern die Prosa täglicher Lebensqualität.“

Bezirk: Eisacktal

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