Olympia begeisterte (fast) alle – ein Kommentar

Südtirol, ein Wintermärchen

Donnerstag, 26. Februar 2026 | 01:50 Uhr

Von: ka

Bozen – Nach zwei Wochen Ausnahmezustand kehren die Winterspiele Südtirol den Rücken. Einige, die seit dem Zuschlag immer gegen Mailand-Cortina 2026 waren, sind froh, dass sie vorbei sind. Doch nicht nur Wintersportbegeisterte, sondern auch die überwältigende Mehrheit der Landesbewohner und sogar einige frühere Skeptiker konnten sich für „Olympia dahoam” begeistern.

Brixen Tourismus/Alan Bianchi

Das ist besonders für die Organisatoren eine Genugtuung, die jahrelang von einer Kakophonie ständiger, mehr oder weniger offener Schienbeintretereien begleitet wurden. Verspätungen, explodierende Kosten und echte oder vermeintliche Umweltsünden sind bei einer solchen Mammutaufgabe kaum zu vermeiden. Die Organisatoren der Spiele wurden durch sie oft in arge Bedrängnis gebracht. Doch Hut ab vor den „Machern“ von Olympia: Als die Spiele endlich stattfanden, war fast alles perfekt. Ein besonderer Dank gilt den vielen freiwilligen Helfern – hier ein besonderer Gruß nach Antholz –, ohne die es keine Spiele geben würde.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Wie erwartet, stellte die Verteilung der Wettkämpfe auf viele weit voneinander entfernte Wettkampfstätten – von Mailand über Cortina, Predazzo, Bormio und Livigno bis nach Antholz – eine organisatorische Herausforderung dar. Italien sparte sich dadurch jedoch die enormen Kosten für ein echtes olympisches Dorf. Die Ausgaben, die getätigt wurden, mögen auf den ersten Blick enorm erscheinen, doch im Vergleich zu vergangenen Winterspielen war Mailand-Cortina 2026 ein „schlankes Olympia”.

lpa

Schon bevor die Spiele begannen, sprang das olympische Feuer zu den Südtirolern über. Als dann auch noch die Medaillenerfolge die rosigsten Erwartungen übertrafen – allen voran die beiden Goldmedaillen im Doppelsitzer-Rennrodeln der Damen und Herren sowie die Silber- und Bronzemedaillengewinner im Biathlon und Rodeln –, herrschte im Land, in dem es gerade noch rechtzeitig vor Olympia viel geschneit hatte, eitel Sonnenschein.

Facebook/International Luge Federation

Im olympischen Trubel blieben Störenfriede, wie die politischen Trittbrettfahrer beider Seiten, fast unbemerkt. Selbst der Stau im Pustertal vermochte den Zauber der Winterspiele nicht zu trüben. Als die Spiele Abschied nahmen, lief auch so manch Träne über das Gesicht, und es war ein sehr emotionaler Moment. Dorothea Wierer, eine große Dame des Biathlons, beendete mit den Spielen auch ihre sportliche Karriere.

Facebook/Dorothea Wierer

Südtirol und die anderen Olympiastandorte von Mailand-Cortina 2026 haben sich als tolle Gastgeber bewiesen. Der Nutzen, der weit in die Zukunft hineinreicht, kann kaum überschätzt werden. Das Land erlebte aufregende „Spiele dahoam”, es war ein Wintermärchen. Gibt es eine schönere Visitenkarte für unser Land?

Bezirk: Bozen

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