Von: Lukas Unterkofler
Truden – Das Auerhuhn, eine der charakteristischen Vogelarten der Alpen, ist in Südtirol weiterhin stark unter Druck. Im Naturpark Trudner Horn und den angrenzenden Gebieten gibt es nach Einschätzung von Experten derzeit nur noch rund 30 Exemplare. Eine vor rund zehn Jahren einsetzende weitere Abnahme konnte zwar gestoppt werden, von einer Erholung der Population kann aber keine Rede sein.
Darauf weist Walter Eccli hin, Umweltreferent der Südtiroler Alpenvereinssektion Unterland. Der freiwillige Helfer setzt sich seit mehr als 50 Jahren für den Schutz des Auerwildes ein. Anfang August beteiligte er sich an der “Aktion Auerwild”, einem Aktionstag zum Schutz des Lebensraums der Tiere im Naturpark Trudner Horn.
Rund ein Dutzend Freiwillige waren dabei im Wald im Einsatz, um die Bedingungen für das Auerhuhn zu verbessern. Die Art gilt als besonders empfindlich gegenüber Klimawandel, Veränderungen des Lebensraums und menschlichen Störungen.
Vom Alpenbogen weitgehend verschwunden
Das Auerhuhn gehört zu den Waldvögeln und meidet den Menschen. Die Art lebt seit Jahrtausenden im Alpenraum, ist dort aber stark zurückgegangen. Nach Angaben Ecclis ist sie aus dem westlichen Alpenbogen inzwischen vollständig verschwunden. In den östlichen Alpen gibt es dagegen noch Bestände – von Trentino-Südtirol über Friaul bis nach Slowenien.
Eine kleine Population hält sich auch im Naturpark Trudner Horn und in angrenzenden Gebieten. “Etwa 30 Exemplare” – Männchen und Weibchen zusammengenommen – seien es derzeit, erklärt Eccli gegenüber dem Corriere della Sera. Seit etwa einem Jahrzehnt sei die Zahl weder gestiegen noch weiter gesunken. Bereits das sei angesichts des langjährigen Rückgangs ein Erfolg.
Freiwillige kontrollieren Balzplätze und Nachwuchs
Eccli kontrolliert im Frühjahr die sogenannten Balzplätze der männlichen Auerhühner. Im Sommer und Herbst geht es darum, den Bruterfolg zu überprüfen – also festzustellen, ob Weibchen mit Nachwuchs gesichtet werden.
Die Arbeit ist Teil eines größeren Schutzkonzepts, an dem unter anderem die Forstinspektion Bozen und die Institutionen im benachbarten Fleimstal beteiligt sind. Eine geeignete Waldbewirtschaftung soll den Lebensraum der Tiere erhalten und verbessern.
Füchse und Marder als zusätzliche Gefahr
Ein besonderes Problem ist die natürliche Bejagung durch natürliche Fressfeinde. Auerhuhn-Weibchen brüten ebenso wie die verwandten Haselhühner rund 25 Tage am Boden. In dieser Zeit sind Eier und Jungtiere besonders gefährdet. Vor allem Füchse, Steinmarder und Baummarder können die Gelege plündern.
Bei einer kleinen Population wie jener im Naturpark Trudner Horn wirkt sich dieser Druck laut Eccli besonders stark aus. Eine Verringerung des Beutegreiferdrucks während der Brutzeit könnte deshalb helfen, den Bestand zu stabilisieren.
Schutz des Lebensraums entscheidend
Als wichtigste Maßnahme nennt Eccli dennoch den Schutz und die Verbesserung des Lebensraums. Eine auf die Bedürfnisse des Auerhuhns abgestimmte Waldbewirtschaftung könne dabei ebenso helfen wie die Verringerung menschlicher Störungen.
Vor allem der Tourismus sollte die Tiere während empfindlicher Phasen möglichst wenig beeinträchtigen. Entscheidend bleibe aber der Schutz der Natur insgesamt: Ohne einen geeigneten Lebensraum hätten auch andere Schutzmaßnahmen nur begrenzte Wirkung.




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