Von: idr
Bozen/Neapel – Der Transplantations-Skandal um das erfrorene Spenderherz aus Südtirol weitet sich dramatisch aus: Wie jetzt bekannt wurde, transportierten die Ärzte aus Neapel das Kinderherz nicht nur mit tödlich kaltem Trockeneis, sondern auch in einem völlig ungeeigneten Behälter. Der zweieinhalb Jahre alte Junge kämpft währenddessen weiter ums Überleben.
Die Carabinieri der Anti-Korruptionseinheit NAS haben mittlerweile den Transportbehälter beschlagnahmt und zur Untersuchung an Gutachter übergeben. Das Ergebnis ist verheerend: Die Box war offenbar ein gewöhnlicher Krankenhaus-Plastikbehälter, der nicht zur Temperaturüberwachung geeignet war. Statt eines professionellen Organkonservierungs- und Transportsystems verwendeten die Mediziner aus Neapel improvisiertes Material.
Noch pikanter: Laut italienischen Medien reisten die Ärzte völlig ohne entsprechende Transportbox nach Bozen. Wo und wie sie den Behälter beschafften, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Auch die Herkunft des verwendeten Trockeneises wird geprüft. Mormalerweise darf dieses extrem kalte Kühlmittel bei minus achtundsiebzig Grad niemals für Organtransporte eingesetzt werden.
Aufarbeitung dauert an
Gesundheitsminister Orazio Schillaci forderte „vollständige Aufklärung“und schickte Inspektoren sowohl nach Bozen als auch nach Neapel. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb betonte, man habe lediglich die Infrastruktur bereitgestellt. Die Verantwortung für Transport und Konservierung liege beim Transplantationszentrum in Neapel.
Der Zustand des Kindes verschlechtert sich zunehmend. Laut Anwalt Francesco Petruzzi erlitt der Bub durch die missglückte Transplantation auch Schäden an Nieren und Lungen. Ob überhaupt noch ein neues Spenderherz eingesetzt werden kann, ist unklar. Die verzweifelte Mutter wandte sich sogar an Papst Leo XIV mit der Bitte um Hilfe.




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