Unfallfotos sind oft schon im Netz, bevor die Einsatzkräfte da sind

Unverantwortliche Gaffer behindern Retter

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 17:46 Uhr

Seit am Montag auf der A9 in Oberfranken 18 Menschen in einem Bus verbrannt sind, wird nicht nur in Deutschland über unverantwortliche Schaulustige, die den Weg der Helfer blockierten, weil sie keine Rettungsgasse bildeten, diskutiert.

In Deutschland berichten Einsatzkräfte, die schon länger dabei sind, von einem Trend: dem Gaffen.

So bremsen Autofahrer bei Unfällen auf der Gegenfahrbahn runter und fotografieren mit dem Smartphone rüber. Damit andere dann mitgaffen können, wird das Bild auf Facebook gepostet.

“Wir sehen auf Facebook schon Bilder vom Unfallort, da sind wir noch gar nicht da”, beklagt sich Andreas Heiß, seit 2014 Kreisbrandrat im Landkreis Ebersberg gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Das Schlimme daran: Oft geschehen Folgeunfälle durch Gaffer, weil auf 20 km/h runtergebremst wird, um zu fotografieren. Gleichzeitig wird den Rettern der Weg versperrt, da die Autofahrer keine Rettungsgasse bilden.

Mangelnder Respekt gegenüber den Rettungskräften, die oftmals ehrenamtlich Dienst verrichten, ist ebenfalls ein zunehmendes Problem. Da beklagen sich schon mal Leute, weil ihnen die Sirenen zu laut sind. Auch Schimpfwörter bekomme man regelmäßig zu hören, heißt es vonseiten der Einsatzkräfte.

Unmittelbar nach dem tödlichen Unfall in Oberfranken hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) härtere Strafen für Schaulustige und “verstärkte Polizeikontrollen” angekündigt.

Wie erlebt ihr die Situation hierzulande? Berichtet uns eure Erfahrungen! 

Von: luk

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