Postpolizei im Trentino-Südtirol zieht Bilanz

Verführung von Minderjährigen in Internet: Vier Festnahmen in der Region

Montag, 08. Januar 2018 | 12:16 Uhr

Bozen/Trient – In einem Umfeld, in dem die fortschreitende technologische Entwicklung jede Handlung unseres täglichen Lebens beeinflusst, blieben die Bemühungen der Post-und Kommunikationspolizei auch im Jahr 2017 fortwährend auf Prävention und den Kampf gegen Internetkriminalität ausgerichtet.

Es bestätigt sich auch die Konsistenz des Phänomens der Verführung von Minderjährigen im Internet. Die Ermittlungen führten im Trentino-Südtirol zur Verhaftung von vier Personen. Insbesondere wurde die Operation “Orco del Lago” durchgeführt, die im März in einer Festnahme im Rahmen der Ausführung eines Untersuchungshaftbefehles und nach weiteren Ermittlungen in der Festnahme von drei weiteren Personen mit Wohnsitz in der Region mündete. Die Betroffenen hatten einen Minderjährigen in sozialen Netzwerken verführt und anschließend sexuell missbraucht.

Im Rahmen der Online-Kinderpornografie wurden aufgrund der Tätigkeiten der Postpolizei insgesamt 87 Personen auf freien Fuß angezeigt wurden. Von besonderer Bedeutung war die Operation Black Shadow, bei der in ganz Italien 47 Durchsuchungen wegen eines Verbrecherrings durchgeführt wurden.

Der Verbrecherring zielte auf die Herstellung, Verbreitung und den Besitz von kinderpornographischem Material ab, zehn Verhaftungen folgten – eine davon in der Provinz Trient. Diese Festnahme erfolgte auf frischer Tat. Der Betroffene wurde im Besitz großer Mengen an kinderpornografischem Material erwischt.

Erheblich war auch die Tätigkeit im Bereich vom Straftaten gegen Personen, die durch die Nutzung des Internets begangenen wurden. Dazu zählen Verleumdung, Cyberstalking, die illegale Verarbeitung personenbezogener Daten und Identitätsdiebstahl. Insgesamt wurden 28 Personen angezeigt.

Eine neue Herausforderung ist auch der Kampf gegen Hacker, die vom Nationalen Zentrum für den Schutz der kritischen Infrastrukturen C.N.A.I.P.I.C. (Centro Nazionale Anticrimine per la protezione delle infrastrutture critiche) in Rom durchgeführt wird. Dessen Aufgabe ist der Schutz der IT-Systeme der wichtigsten, öffentlichen Dienstleister und Unternehmen in unserem Land.

Der kontinuierliche Informationsaustausch und ständige Überwachungstätigkeiten fanden auf lokaler Ebene mit Unterzeichnung des ersten Vereinbarungsprotokolls der Postpolizei mit “Informatica Alto Adige” statt. Weitere Vereinbarungen, die einen substanziellen Informationsaustausch ermöglichen, werden in den folgenden Monaten mit Einrichtungen unterzeichnet, die in Südtirol und im Trentino sowohl öffentliche als auch private ,sensible ,lokale Relevanz-Strukturen aufweisen, um ein flächendeckendes und koordiniertes IT-Sicherheitssystem zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang betront Dr. Sergio Russo, Leiter der Abteilung für Post- und Kommunikationspolizei des Trentino –Südtirol: “Es ist von grundlegender Bedeutung, Formen der gemeinsamen Zusammenarbeit zu initiieren, um die ständig wachsende Cyber-Bedrohung durch das Internet zu verhindern”.

In Bezug auf finanzielle Cyberkriminalität werden mit immer weiterentwickelten Hacking-Techniken, die durch den Einsatz von Schadsoftware in Phishing-Techniken eingepflanzt werden, vermehrt Internetbenutzer angegriffen – besonders im Bereich der Geschäftsbeziehungen. Der Zweck krimineller Organisationen besteht darin, sich in die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen einzuschleusen, indem sie die Beträge auf die Giro-Konten, deren Inhaber Kriminelle sind, umzuleiten. Die BEC (Business E-Mail Compromised) fraud oder CEO (Chief Executiv Officer) fraud ist die moderne Anwendung der Angriffstechnik “Man in the middle”. In diesem Zusammenhang haben es die Tätigkeiten der Sondereinheit erlaubt, drei Personen zu identifizieren und auf freiem Fuß anzuzeigen.

Bei Internet-Betrügereien im Zusammenhang mit E-Commerce und der unrechtmäßigen Verwendung von Kreditkarten gingen im abgelaufenen Jahr 360 Anzeigen ein, die in 110 Anzeigen auf freiem Fuß gipfelten. Parallel zum verstärkten Einsatz von EDV-Instrumenten haben die Sicherheitserwartungen der Bürger zugenommen.

Die Post- und Kommunikationspolizei engagiert sich seit mehreren Jahren in Kampagnen – insbesondere für junge Generationen – zur Sensibilisierung und zur Vorbeugung von Risiken und Gefahren im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets.

In Bezug auf junge Menschen nimmt die Post- und Kommunikationspolizei Trient am “Tisch der Rechtmäßigkeit” teil, der die Vertreter der verschiedenen lokalen Institutionen zusammenführt, die sich mit verschiedenen Fragen der Legalität befassen – mit dem Ziel, in den Schulen Informations- und Schulungskurse vorbeugender Art zu organisieren.

Zu den bedeutenden Aktivitäten der Post- und Kommunikationspolizei im Jahr 2017 gehört auch die Teilnahme an der Aktion „Regieraum“, die nun in ihrer zweiten Auflage stattfindet. Diese Stelle unter der Schirmherrschaft der Autonomen Provinz Trient zielt darauf ab, einen Ort zu schaffen, in dem die zuständigen „Player“ in der Provinz kommunizieren können, um so Wege und Referenzen zu bilden, damit der Gesellschaft ein schlüssiges, organisches und einheitliches Angebot zum Thema Bildung für die digitalen Nutzer gegeben wird. Die Initiative ist das Ergebnis eines Projekts, an der das Amt für Jugendpolitik und die Abteilung für Provinzkenntnis, die Postpolizei, das Büro des Volksanwalt und Iprase beteiligt waren.

Im Jahr 2017 haben die Fachkräfte der Post- und Kommunikationspolizei des Trentino-Südtirol 221 Treffen in den Schulen, mit Eltern und Verbänden durchgeführt, an denen zwischen Schülern, Lehrern und Eltern etwa 32.000 Personen teilnahmen.

Auch bei uns hat – wie im gesamten Staatsgebiet – die mobile Kampagne der Post- und Kommunikationspolizei „Una vita da social“ Halt gemacht. Dank dieser Kampagne wurden mehr als 1,3 Millionen Studenten, 147.000 Eltern, 82.500 Lehrer in insgesamt 10.750 Schulen in 190 italienischen Städten erreicht. Das Projekt ist dynamisch, innovativ und zeitgemäß, nähert sich der jungen Generationen an und hebt sowohl die Möglichkeiten des Webs als auch seine Risiken hervor. Damit man nicht in die vielen Fallen des Internets tappt, wurde eine regelrechte „Bedienungsanleitung“ hergestellt – mit dem Ziel, das grassierende Phänomen des Cybermobbings und all den Formen der verzerrten Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke zu unterbinden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Verführung von Minderjährigen in Internet: Vier Festnahmen in der Region"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Tabernakel
12 Tage 20 h

Das Thema wird gerne totgeschwiegen, wie man hier wieder einmal bemerkt.

BEATS
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Grünschnabel
12 Tage 10 h

wen wunderts? jedes 12 jährige Kind läuft mit Smartphone (snapchat, facebook usw) in der Tasche herum, das musste ja so kommen und die Eltern geben den Kindern ja jede Freiheit dass sie alles tun dürfen. es gibt bei Smartphones und PC’s einen sogenannten “Kinder modus” dass die Eltern auch etwas mitbekommen WÜRDEN. aber das nutzt so gut wie niemand.

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