Von: ka
Bozen – Wie befürchtet, zieht sich der Nahostkrieg in die Länge. Das von Donald Trump unterschätzte iranische Mullah-Regime kann gegenhalten und trifft den Westen an seiner Achillessehne: der Straße von Hormus. Dadurch kann es der Weltwirtschaft empfindlichen Schaden zufügen.

Während die USA und Israel zur Abwehr der billigen iranischen Kamikazedrohnen sündteure Abwehrraketen verschießen, die die Ukraine so bitter nötig hätte, ihr aber von Trump verwehrt werden, ist das leidgeplagte osteuropäische Land praktisch das einzige, das den Amerikanern zu Hilfe eilt. Die Ukraine ist in der Lage, täglich rund 2.000 Abfangdrohnen zu produzieren. Davon könne das Land die Hälfte an Verbündete liefern, um deren Verteidigung zu stärken, sagte Wolodymyr Selenskyj vor dem britischen Parlament anlässlich eines Besuchs in Großbritannien.
In Kiew weiß man, dass Russland, dessen Offensive in der Ukraine stockt, zu den Hauptprofiteuren eines Irankriegs zählt. Das steile Hochschnellen des Ölpreises und die Lockerung der US-Sanktionen für russisches Öl spülen Dutzende zusätzliche Dollarmilliarden in Putins Kriegskasse. Die mit dem Kreml verbündeten Ayatollahs werden durch den Krieg zwar massiv geschwächt, doch dies wird durch die zusätzlichen Öl- und Gaseinkünfte bei Weitem kompensiert.

Außerdem werden fast alle modernen US-Abwehrsysteme im Nahen Osten zusammengezogen und dort eingesetzt. Die geleerten US-Abwehrraketenlager könnten, so Putins Hoffnung, Trump und seine Regierung dazu bewegen, die Ukraine weitgehend ihrem Schicksal zu überlassen. Die Ablehnung der US-Forderungen durch die Europäer und der folgende „heilige Zorn” Trumps, dessen angepeilter Blitzkrieg gegen den Iran längst zu einem albtraumhaften Boomerang geworden ist, riskieren, einen weiteren Keil in das brüchige atlantische Bündnis zu treiben. Auch dies spielt dem Kreml-Fürsten in die Hände.

Und was ist mit Südtirol? Wie der Rest Europas leiden die Südtiroler unter den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs, der perfekt in das Kalkül Moskaus und Teherans passt. Die stark erhöhten Treibstoffpreise treiben auch fernab der Zapfsäulen die Preisspirale an. Am Südtiroler Konjunkturhimmel ziehen zudem dunkle Wolken auf. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass Europa – und somit auch Südtirol – von den Kriegsfolgen, etwa durch Flüchtlingsströme, betroffen sein könnte.

Der Nahost-Krieg hat viele Verlierer, aber auch einige Gewinner. Der wichtigste von ihnen ist der „neue Zar” in Moskau. Daher ist es dringend nötig, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden.




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