Von: importer
Die Waldbrandsituation in Europa hat sich im Juli deutlich verschärft. Vom 10. bis zum 20. Juli – also an elf aufeinanderfolgenden Tagen – wurden täglich durchschnittlich rund 225 Quadratkilometer von Bränden zerstört, geht aus dem Waldbrand-Monitoring des italienischen Instituts für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) hervor. Das ist mehr als die halbe Fläche Wiens. Besonders betroffen von der starken Zunahme der verbrannten Flächen sind Spanien, Frankreich und Italien.
Grundlage der am Freitag publik gewordenen Analyse sind Beobachtungen der hochauflösenden Satelliten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus Sentinel-2 sowie Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS. Die Entwicklung deutet laut ISPRA auf den Zeitraum mit den traditionell größten Brandflächen hin, der normalerweise erst zwischen Ende Juli und Anfang August erreicht wird.
Mehr als 1.070 größere Waldbrände in Italien
Der derzeit größte und weiterhin aktive Waldbrand Europas befindet sich in Spanien in der Provinz Ávila nordwestlich von Madrid. Dort haben die Flammen bereits mehr als 440 Quadratkilometer Land erfasst – eine Fläche größer als die Städte Barcelona oder Valencia. Ein weiterer Großbrand wütet in der Provinz Guadalajara nordöstlich der spanischen Hauptstadt. Dort wurden bisher rund 330 Quadratkilometer durch Feuer zerstört, was etwa der Hälfte der Fläche der Stadt Madrid entspricht.
Auch Frankreich ist von einem großflächigen Brand betroffen. In der Provinz Gironde brannten bereits mehr als 400 Quadratkilometer ab. Damit handelt es sich um den größten registrierten Brand des Landes. Die zerstörte Fläche ist größer als die Gebiete bedeutender Städte wie Marseille oder Lyon. Die Flammen bedrohen weiterhin Regionen im Umfeld von Bordeaux.
14 Prozent der verbrannten Flächen in Italien entfielen auf Wälder
In Italien wurden vom 1. Jänner bis zum 28. Juli 2026 mithilfe von Satellitendaten etwas mehr als 1.070 größere Waldbrände erfasst. Die insgesamt verbrannte Fläche beläuft sich auf rund 741 Quadratkilometer. Knapp 14 Prozent der betroffenen Flächen entfielen auf Wälder. Darunter waren 37 Quadratkilometer Laubwälder wie Steineichenwälder und mediterrane Macchia sowie 24 Quadratkilometer Nadelwälder mit Kiefern- und Tannenbeständen. Neben Waldgebieten waren vor allem Agrarflächen betroffen.
In Italien bestätigt sich weiterhin der Trend, dass vor allem der Süden des Landes und die großen Inseln von Waldbränden betroffen sind. Besonders stark traf es Sizilien mit 510 Quadratkilometern verbrannter Fläche, gefolgt von Kalabrien mit 78 Quadratkilometern und Apulien mit 48 Quadratkilometern. Zusammen entfallen auf diese Regionen 73 Prozent der bisher in Italien verbrannten Flächen. Auch bei den zerstörten Waldökosystemen gehören diese Gebiete zu den am stärksten betroffenen Regionen.




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