Lawinenlage in Südtirol etwas entspannter

Warum dauert das mit dem Altschneeproblem so lange?

Freitag, 06. März 2026 | 07:12 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Lawinensituation in Südtirol hat sich in den vergangenen Tagen leicht entspannt. Laut dem Lawinenwarndienst schwächt sich das sogenannte Altschneeproblem langsam ab, auch wenn vereinzelt weiterhin Lawinen in schwachen Schneeschichten ausgelöst werden können.

Das Altschneeproblem dauert so lange, weil die schwache Schneeschicht tief an der Basis der Schneedecke liegt und sich nur sehr langsam verändert. Diese sogenannten persistenten Schwachschichten (z. B. Becherkristalle) bleiben oft über Wochen oder sogar Monate instabil.

Noch Ende vergangener Woche war die Lage angespannt: Vor allem in schattigen Hängen sowie in höheren Lagen konnten Wintersportler relativ leicht Lawinen auslösen. Fernauslösungen und sogenannte „Wummgeräusche“ in der Schneedecke wurden häufig gemeldet.

Zu Beginn dieser Woche gingen entsprechende Meldungen jedoch deutlich zurück. Gleichzeitig blieb es in hohen Lagen weiterhin winterlich, während in sonnigen Hängen bereits frühlingshafte Bedingungen herrschen.

Mit steigenden Temperaturen könnte allerdings das Risiko von Nassschneelawinen wieder zunehmen. Zusätzlich wird in den kommenden Tagen Saharastaub erwartet, der die nächtliche Abkühlung der Schneedecke verringern kann und damit deren Durchfeuchtung begünstigt.

Der Lawinenwarndienst spricht derzeit von einer Situation mit geringer Auslösewahrscheinlichkeit, aber möglichen großen Folgen: Lawinen sind weniger leicht auszulösen als zuvor, können im Ernstfall jedoch weiterhin größere Ausmaße erreichen.

Bezirk: Bozen

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