Bergrettung zieht Bilanz

Warum kommen so viele Personen in den Bergen ums Leben?

Samstag, 08. April 2017 | 08:46 Uhr

Bozen – Über 960 aktive Bergretterinnen und Bergretter sind in 35 Bergrettungsstellen an 365 Tagen stets zur Stelle, wenn Hilfe am Berg benötigt wird. Im Zuge der 69. ordentlichen Vollversammlung wurde Bilanz gezogen.

Im Zuge der Vollversammlung wurde auch der Vorstand des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol neu gewählt. In den fünf Bergrettungsbezirken wurden die Wahlen der Bezirksleiter bereits im März abgehalten.

Die Gremien im Landesausschuss des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol wurden neu bestellt, so wurden neben Schiedsgericht und dem Rechnungsprüferkollegium auch der Landesleiter gewählt. Ernst Winkler wurde dabei in seinem Amte bestätigt.

Kinigadner Wolfgang, Comploj Günter, Fontana Martin, Raffl Mathias und Gross Gregor erhielten für ihre 40-jährige aktive Tätigkeit als Bergretter das Ehrenabzeichen in Gold samt Urkunde.

Leistungsbericht 2016

Warum kommen so viele Personen in den Bergen ums Leben? 2016 war dies eine Frage die besonders in den Medien stark diskutiert wurde. Auch die Südtiroler Bergrettungsstellen wurden mit Fragen von der Presse, von anderen Bergsteigern und von Leuten, die keine Ahnung von Bergsteigen haben, bombardiert. Aber auch die Verwandten der verunfallten Personen wollten wissen, wie es zu diesen Unfällen kommen konnte.

Der Unfall am Schneebigen Nock, wo sechs Personen bei einem Lawinenunglück starben, warf dann auch wieder die Frage auf, wie ein solches Ereignis hätte verhindert werden können. Genügt eine gute Ausbildung der Bergsteiger? Kann man sich auf die Empfehlungen der Warndienste verlassen? Werden Wetter und schlechte Verhältnisse richtig interpretiert?

Der Landesverband hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dem Ausbildungsleiter Matthias Hofer eine Erhebung der Unfallursachen und die damit verbundenen Rekonstruktionen des Unfalls zu unternehmen. Unfallhergang, Ursachen, begangene Fehler, Ablauf des Einsatzes vonseiten der Bergrettung mit allen Problematiken sollte untersucht werden.

Die Unterstützung der Bergrettungsstellen bei der Aufarbeitung eines Einsatzes (z.B. Vermessungen mit GPS, Erstellen von Karten usw.) wird vom Landesverband aus organisiert. Natürlich können nicht alle Unfälle genauestens untersucht werden, aber es werden einzelne Einsätze besser durchleuchtet und deren Erkenntnisse werden in die Ausbildung bei den Kursen einbaut.

Ein weiteres großes Thema im Jahr 2016 waren die Suchaktionen im Sommer und Herbst. Mehrere Einsätze wurden nicht nur mit Unterstützung der Landesflugrettung gemacht, es wurden auch einige Male konventionelle Hubschrauber, ja sogar Private zur Suche eingesetzt. Das führte zu mehreren Diskussionen mit den Partnern im Landesflugrettungsverein Heli und der Agentur für Bevölkerungsschutz.

Die Ortung der Mobiltelefone war auch immer wieder Thema bei diesen Suchaktionen. Mit Hilfe der Schweizer Polizei, die den Bergrettern bei mehreren Suchaktionen mit Handyortungsgerät unterstützte, konnte so manche Suche mit Erfolg abgeschlossen werden. Durch die Unterstützung der Landesgeschäftsstelle bei den Suchaktionen konnten wertvolle technische Erkenntnisse dazugewonnen werden, die in der Einsatz-Software integriert werden.

Noch nie kamen in so kurzer Zeit so viele Suchaktionen mit gleichem Muster vor. Es wurde viel dazugelernt und man wird weiter an diesem Thema dranbleiben.
Zu erwähnen ist jede einzelne Rettungsstelle, die das ganze Jahr gut und hart gearbeitet hat, genauso wie die Hundeführer, die mit ihren Hunden ständig unterwegs waren und Sucherfolge verzeichnen konnten, aber das ist im Jahr 2016 wegen der oben genannten Themen etwas untergegangen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

13 Kommentare auf "Warum kommen so viele Personen in den Bergen ums Leben?"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Hakuna-Matata
16 Tage 16 h

oft stürzen, gerade bei deutschen urlaubern, entweder mann oder frau ab. die frage die sich mir hier oft stellt; wird hier ein fremdverschulden untersucht? es wäre doch ein leichtes seinen wanderpartner an gewissen stellen zu schubsen und so die alpinscheidung durchzuführen.

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
16 Tage 14 h

…je höher, desto patsch…😂

Solbei
Solbei
Tratscher
16 Tage 8 h

Ups…des wor a bissl böse gemoant hahaha

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
16 Tage 16 h

Ein großer Dank den Rettern, die, begeistert für die Berge, so selbstlos bereit sind, andern zu helfen und ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel zu setze.👏

moler
moler
Grünschnabel
16 Tage 18 h

Viele muanen wenn sie die beste und tuierste ausrüstung hobn nocher konn jo nix mehr passieren
Vor a poor johr hot mi uaner gfrog obs do guat geat fir skitouren
Ba den schnee gang i nit , sog i
Er drauf : i hon jo in piepser dabei
2 tog donoch isch do a lawiene or
Er hot glick kop

gauni2002
gauni2002
Superredner
16 Tage 18 h

Offenbar ist viel Selbstüberschätzung und Fehlinfoirmation dabei. Zudem sind Wetterkapriolen auch eine unbekannte Konstante.

giftzwerg
giftzwerg
Tratscher
16 Tage 15 h

i tat sogn ,unwissen und leichtsinn isch die hauptursoche,auch geltungs bedürfnis

Oaner
Oaner
Neuling
16 Tage 14 h

Warum kommen soviele Personen auf den Strassen ums Leben?

anonymous
anonymous
Tratscher
16 Tage 12 h

Weil Sie selber die Gefahr suchen

anonymous
anonymous
Tratscher
16 Tage 12 h

Und Bergsteigen  oder Wandern ist eine Droge

m. 323.
m. 323.
Grünschnabel
16 Tage 7 h

@ da ist es schon besser zu Hause auf einen Sofa auf den T…zu warten…

leolee
leolee
Neuling
16 Tage 16 h

meiner Meinung nach ist dass bei der Arbeit der Abeitgeber für ihn verantwortlich ist,
in der Freizeit wird halt die Herausforderung gesucht.
Ist auch logisch!

Huggy
Huggy
Grünschnabel
15 Tage 19 h

Selbstüberschätzung, hauptsächlich bei den sogenannten “erfahrenen” Bergsteigern, Tourengehern etc. ist wohl oft ein Grund für tödliche Bergunfälle.

wpDiscuz