Von: APA/AFP
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist ins Zentrum des schweren Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo gereist. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, landete Tedros am Samstag in Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri.
“Wir sind hier, um uns mit der Gemeinschaft auszutauschen, um zu verstehen, wie auf die Lage reagiert wird, und mögliche Schwierigkeiten zu erkennen, damit wir Unterstützung leisten können”, sagte Tedros vor Journalisten. Der neue Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in Ituri ausgerufen worden. Inzwischen wurde das Virus in insgesamt drei kongolesischen Provinzen sowie im Nachbarland Uganda nachgewiesen.
In der Demokratischen Republik Kongo wurden seit Beginn des Ausbruchs nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bisher mindestens 1.077 Ebola-Verdachtsfälle registriert, darunter 246 Todesfälle. In Uganda wurden nach jüngsten Angaben neun bestätigte Infektionen registriert, ein Mensch starb.
Strukturen im Kongo erschweren Maßnahmen
Die WHO befürchtet, dass das tatsächliche Ausmaß der Epidemie deutlich größer sein dürfte. Die Demokratische Republik Kongo hat nur begrenzte Kapazitäten für Labortests zur Bestätigung von Infektionen. In Ituri wurde nach WHO-Angaben ein Großteil der bestätigten Fälle im Kongo festgestellt. Die Reaktion auf den Ausbruch wird dort durch die schwache Präsenz staatlicher Stellen in ländlichen Gebieten und die Gewalt bewaffneter Gruppen erschwert. Zudem leben Millionen von Vertriebenen in Lagern, wo Enge und schlechte Hygienebedingungen eine Ausbreitung des Virus begünstigen könnten.
Ebola verursacht Fieber mit Blutungen und wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch wird durch die Virusvariante Bundibugyo verursacht, gegen die es bisher weder eine spezifische Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff gibt.
Sorge bei Ärzten ohne Grenzen
Zwei Wochen nach der Erklärung des Ausbruchs der Ebola-Krankheit in der Provinz Ituri sei die Lage äußerst besorgniserregend und stelle sowohl für die Bevölkerung als auch für die Gesundheitskräfte in der unmittelbaren Versorgung von Patientinnen und Patienten einen berechtigten Anlass zur Sorge dar, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Samstag in einer Aussendung mit. “Noch nie zuvor hat ein Ausbruch der Ebola-Krankheit so kurz nach seiner offiziellen Erklärung so viele Fälle verzeichnet”, sagte Alan Gonzales, der als Deputy Director of Operations von Ärzte ohne Grenzen für den Einsatz in der Region zuständig ist. “Die Menschen benötigen dringend eine Reaktion, die dem Ausmaß der Krise entspricht.”




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