Von: luk
Brenner/Gossensass – Gegen die möglichen Pläne für eine Windkraftanlage am Sandjoch in der Gemeinde Brenner regt sich erneut Widerstand. Die “Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz – Südtirol” spricht sich klar gegen das Projekt aus und warnt vor erheblichen Risiken für Zug- und Brutvögel.
Südtirol liege im Bereich bedeutender Vogelzugrouten über die Alpen. Jährlich überqueren Hunderttausende Vögel die Pässe – im Herbst Richtung Süden, im Frühjahr zurück in ihre Brutgebiete bis nach Nordeuropa. Gerade der Brennerkorridor gelte als zentrale Route.
Bereits vor rund 15 Jahren war ein Windpark auf dem Sandjoch und am Sattelberg geplant worden. Damals wurde das Vorhaben jedoch nach Einsprüchen von Umweltverbänden sowohl vom Verwaltungsgericht in Bozen als auch vom Staatsrat in Rom gestoppt. Ausschlaggebend waren die erwarteten negativen Auswirkungen auf geschützte Vogelarten.
Nun könnten durch neue energiepolitische Zielsetzungen wieder Ausnahmen für Windkraftanlagen möglich werden. 2024 wurde eine entsprechende Studie für das Gebiet auf rund 2.000 Metern Meereshöhe vorgestellt.
Aus Sicht der Vogelschützer habe sich an der Problematik jedoch nichts geändert. “Beobachtungen zeigen, dass an einzelnen Tagen mehrere Tausend Vögel – darunter Schwalben, Greifvögel, Tauben und verschiedene Kleinvogelarten – das Gebiet überqueren. Besonders kritisch: Ein Großteil der Vögel ist auch nachts unterwegs.”
Laut den erhobenen Daten kann die Zugdichte an günstigen Tagen bis zu 5.000 Vögel pro Stunde erreichen – bei einer Flugbreite von rund einem Kilometer. Das Kollisionsrisiko mit Windrädern sei entsprechend hoch.
Neben den Zugvögeln sehen die Experten auch lokale Brutvogelarten gefährdet, darunter geschützte Arten wie Steinadler, Birkhuhn oder Alpenschneehuhn. Diese hätten ihren Lebensraum schwerpunktmäßig im Alpenraum.
Die Organisation fordert daher, auf Windkraftprojekte in diesem sensiblen Gebiet zu verzichten.




Aktuell sind 26 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen