Stadträtin Rabini auf Lokalaugenschein mit SEAB-Personal und Umweltwachen

“Wilde Abfälle” in Bozen zunehmend ein Problem

Montag, 19. April 2021 | 11:16 Uhr

Bozen – Heute Morgen, bereits gegen 6.00 Uhr in der Früh, hat die Bozner Umweltstadträtin Chiara Rabini gemeinsam mit dem SEAB-Präsidenten Kilian Bedin, einigen Ökoinseln in der Stadt einen Besuch abgestattet. Der Lokalaugenschein diente dazu, sich ein Bild von dem immer stärker ausgeprägten Problem der wilden Abfälle rund um die Ökoinseln zu machen und die Handhabung dieser Situationen seitens der Stadtwerke und der Umweltwachen besser kennenzulernen.

Nicht zufällig wurde ein Montag ausgewählt: Gerade montags sind viele der etwa 400 Ökoinseln der Stadt sehr stark verunreinigt und vermüllt – manchmal so stark dass kein Durchkommen auf dem Gehsteig möglich ist. „Das Meiste kriegen die Bozner gar nicht mit, da wir es schon vor 7.00 Uhr wegräumen. Vor allem montags sind wir auf alles vorbereitet und nichts kann uns mehr überraschen. Von Kleiderbügeln über Autoreifen bis hin zur Waschmaschine – wir haben schon alles gesehen. Aber das schlimmste sind die Säcke voll mit verschiedenen Abfällen, die einfach schnell in irgendeiner Wertstoffglocke verschwinden, dabei wäre es so einfach die Sachen zu trennen, wenn man schon an einer Ökoinsel steht“, sagt Ettore Trolla, Koordinator der SEAB-Frühschicht.

Tatsächlich fand man auch heute Morgen, zum Beispiel an den Ökoinsel in der Claudia-de-Medici- und in der Eisackstraße, große Mengen an wilden Abfällen. Das SEAB-Team entfernte einen Teil der Abfälle sofort und dann, so wie es in diesen Fällen üblich ist, hat der SEAB-Koordinator Kontakt mit den Umweltwachen aufgenommen und um ihren Einsatz gebeten. „Wir überprüfen alles auf eventuelle Hinweise, mit dem Ziel, den Täter zu identifizieren und ihn zu bestrafen. Es ist sicherlich nicht einfach, aber oft schaffen wir es, Strafen auszustellen dank der guten Zusammenarbeit, die wir mit der SEAB haben“, erklären die Umweltwachen.

„Ich wollte mir selbst ein Bild von diesem Phänomen machen. Wie jede andere Bürgerin bin ich selbst oft an den Ökoinseln und sehe manchmal auch wilde Abfälle rund um die Glocken. Aber das hier ist eine andere Dimension, die Mengen sind ziemlich beeindruckend. Ich bin den SEAB-Mitarbeitern und den Umweltwachen für diese Initiative dankbar. Wir suchen bereits nach Lösungen, um die Bürger zu ihren bürgerlichen Pflichten zu sensibilisieren, denn das Problem kann nur dann gelöst werden wenn auch sie dazu beitragen und die Arbeit der SEAB unterstützen“, erklärt die Stadträtin.

Täglich ist die SEAB im Einsatz, um neben der regulären Behälterentleerungen auch die wilden Abfälle einzusammeln. An den Arbeitstagen sind es sogar fünf Teams (ein Team in der Nachtschicht und vier Teams in der Tagesschicht), die sich nur den wilden Abfällen widmen. Die Jahreskosten belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro.

„Wir wissen dass fast alle Städte mit diesem Phänomen zu kämpfen haben – nicht nur in Südtirol oder im Restitalien, auch im Norden Europas sind wilde Abfälle immer wieder ein leidiges Thema. Die Kosten für das regelmäßige Entfernen solcher Abfälle, die oft nur aus Faulheit einzelner Personen entstehen, sind aber enorm. Sie fressen praktisch unsere Einnahmen auf, die wir aus dem Recycling der von den Bürgern vorbildlich getrennt gesammelten Materialien erzielen. Schlussendlich tragen wir alle diese Kosten als Gemeinschaft und gerade deshalb werden wir als SEAB bzw. müssen wir auch als BürgerInnen unser Möglichstes tun, um dem Phänomen Einhalt zu gebieten“, erklärt SEAB-Präsident Kilian Bedin.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, planen das Umweltamt der Gemeinde und die SEAB AG eine Sensibilisierungsaktion an den Ökoinseln. „Die Stadt und die SEAB investieren laufend, um den Bürgern ein ansprechendes und der Stadt würdiges Abfallsystem zu bieten. So wurden heuer bereits 40 Ökoinseln mit neuen und besseren Wertstoffglocken ausgestattet, weitere werden folgen. Und bald beginnen auch die Arbeiten an der ersten unterirdischen Ökoinsel in der Claudia-de-Medici-Straße, die das Stadtbild weiter verschönern sollte. Aber wir sind auf die Mitarbeit aller Bürger angewiesen, damit das System auch wirklich funktioniert“, erklärt die Stadträtin abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "“Wilde Abfälle” in Bozen zunehmend ein Problem"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
bon jour
bon jour
Universalgelehrter
19 Tage 3 h

Kameras und saftig strafen.

genau
genau
Kinig
19 Tage 1 h

Müllgebühren senken und gut!

gogogirl
gogogirl
Grünschnabel
19 Tage 1 h

Bitte kameras damit die pendler gefilmt werden wenn sie den kofferraum voll müll mach bozen bringen

algunder
algunder
Superredner
18 Tage 22 h

@genau
a wenns gratis war tatn die leit olls ummor werfn !

Storch24
Storch24
Kinig
18 Tage 21 h

Das sind zum Teil Fußgänger Zonen, oder Straßen wo man nicht einfach so in 1 Minute einfach den Müll abladen kann. Das ist hausgemachter Müll.

Tschoegglberger.
Tschoegglberger.
Superredner
18 Tage 21 h

für die Geizhälse ist jede Gebühr zu hoch

Neumi
Neumi
Kinig
18 Tage 16 h

@ genau Was bezahlst du pro Jahr an Müllgebühren?

Tina1
Tina1
Grünschnabel
19 Tage 2 h

Unter anderen auch mal die Pendler kontrollieren. Jetzt wo wieder freie Fahrt aus anderen Gemeinden besteht nimmt das Problem noch mehr zu.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
19 Tage 2 h

Die Pendler werden wohl nicht unbedingt einen Fahrradrahmen oder Fernseher nach Bozen transportieren – womöglich ganz unauffällig mit dem Zug…???

Schuld sind immer die anderen…

Es gibt gerade ein gutes Angebot im Supermarkt: Besen, die ganz gut vor der eigenen Tür kehren sollen… 😀

Gescheide
Gescheide
Tratscher
19 Tage 1 h

Oh, wieder mal die Pendler schuld 🙄🙄

Werdschunsein
Werdschunsein
Grünschnabel
19 Tage 18 Min

@Tina1 in dor Eisockstrosse worns sichr Pendler 🤣😂🤣 Trogn di Pendler in Müll iatz schun in di Verkehrsberuhigte Zone inni? Dai dai….

primetime
primetime
Universalgelehrter
18 Tage 22 h

Habt ihr eine Ahnung. Hab schon öfter eine Person welche in Meran wohnt (das weis ich nur weil ich die kenne) gesehen Müll abladen. zu der Zeit gab es aber noch die “öffentlichen” Restmüllcontainer.

Neumi
Neumi
Kinig
19 Tage 3 h

Faszinierend finde ich auch immer die Plastiktüten voller Milchtüten und Tetrapacks sowie Tüten voller Plastikflaschen, welche auf die Container gelegt oder reingestopft werden, obwohl man sie kostenlos im Recyclinghof abgeben dürfte …
Die Faulheit dieser Leute sucht ihresgleichen.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
18 Tage 23 h

oder: leere Flaschen in einem Karton, 50 m weiter die Altglassammlung.

Jiminy
Jiminy
Kinig
19 Tage 2 h

Spiegelbild unserer Kultur und Zivilisation…

flocke
flocke
Grünschnabel
19 Tage 2 h

Parkplotz fercam kemmen Olle 5 minutn Auto um ozulahrn überhaupt die nocht…kennst Lei sem passn ….Audi – BMW- Mercedes …..gschäftsleit – oanfoch Lei Zu schamen…..mit 1000 Euro unhebm….es zweite Mohl 2000 Euro schaugn wer nochgib….

Storch24
Storch24
Kinig
19 Tage 2 h

Ich hoffe man findet die Leute und dann heftig strafen, vielleicht hilfst.
Dass die Bevölkerung immer mehr ICH bezogen ist, hat man inzwischen gesehen.
Aber wo bleiben deren Kinder ? Die sooo auf die Umwelt achten .

Jiminy
Jiminy
Kinig
18 Tage 21 h

deren Kinder… du und deine Klischees… meinst du sie entsorgen illegal Müll zusammen mit ihre Kinder? “Kommt Kinder, werfen wir zusammen Müll auf der Strasse…” 🤦‍♂️🤦‍♀️

axel roses
axel roses
Grünschnabel
19 Tage 1 h

Andere Kulturen,andere breuche . In mittel-süd italien schon lange normal

Jiminy
Jiminy
Kinig
18 Tage 21 h

leider in deutsch-Südtirol auch immer mehr Teil der Kultur.

Billy31
Billy31
Grünschnabel
19 Tage 1 h

Was sensibilisieren?  Strafen bis zum gehtnichtmehr, das würde helfen

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
18 Tage 22 h

Ferkel sind Ferkel.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
18 Tage 21 h

Meran ist auch ein gutes Beispiel,wird zum Rattenparadies!

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