Von: importer
Die Zahl der Opfer durch das schwere Erdbeben im Südwesten Japans ist auf mindestens 34 gestiegen. Sieben Tote seien aus einem teilweise eingestürzten Einkaufszentrum in der Stadt Kashima geborgen worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde der Region Kumamoto am Donnerstag mit. Zudem seien in einer Papierfabrik in der Stadt Yatsushiro acht Menschen ums Leben gekommen. Fünf Menschen befanden sich der Behörde zufolge nach dem Beben vom Dienstag noch in Lebensgefahr.
Das Erdbeben hatte die Region am Dienstagnachmittag erschüttert. Nach japanischen Angaben hatte es die Stärke 7,1, die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 6,8 an. Mehrere Nachbeben folgten. Kurzzeitig wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben.
Das Erdbeben verursachte auf der Insel Kyushu heftige Schäden: Häuser wurden beschädigt, Brücken stürzten ein, Brände brachen aus. In tausenden Haushalten fiel die Strom- und Wasserversorgung aus, am Donnerstag waren immer noch rund 13.500 Haushalte ohne Strom.
Explosion in Einkaufszentrum
Das Einkaufszentrum Aeon war nach dem Beben geräumt worden, doch etwa 50 Minuten später ereignete sich dort eine heftige Explosion. Zu dem Zeitpunkt befanden sich mehrere Angestellte in dem Gebäude. Aufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigen Rettungskräfte in orangefarbenen Overalls und weißen Helmen sowie Stahlstangen, herabhängende Kabel und aufgerissene Decken.
Das Aeon-Zentrum war gerade renoviert und im Juni erst wieder eröffnet worden. Es beherbergte ein Kino, Restaurants und Boutiquen internationaler Modemarken. Die Nachricht, dass Rettungskräfte 25 Katzen aus einem Katzencafé in dem Gebäudekomplex retten konnten, wurde in Onlinenetzwerken mit Erleichterung aufgenommen.
Tausende bei Extremhitze in Notunterkünften
Die von dem Beben betroffene Region – in der tausende Menschen in Notunterkünften ausharren – ächzte am Donnerstag unter extremer Hitze. Für das Wochenende wurden Temperaturen von 38 Grad erwartet. Fernsehaufnahmen zeigten, wie Einwohner für Benzin und Wasser anstanden. Hunderte ältere Einwohner in der Stadt Uki suchten Zuflucht vor der Hitze in einem Gemeindezentrum, wo sie auf dünnen Matten auf dem Boden campierten. Die Behörden stellten Klimaanlagen für die Notunterkünfte zur Verfügung.
Weiterhin erschüttern zahlreiche Nachbeben die Region. “Ich habe Wasser in Flaschen und andere Vorräte”, sagte der 56-jährige Geschäftsmann Fumihiko Matsuura der Nachrichtenagentur AFP. Er hatte sich in der vergangenen Woche in dem Einkaufszentrum einen Film angesehen und habe das Gefühl, “der Gefahr nur knapp entkommen zu sein”.
Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Die nun betroffene Präfektur Kumamoto war 2016 von zwei verheerenden Beben getroffen worden. Damals kamen 273 Menschen ums Leben, mehr als 2.800 weitere wurden verletzt.




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