Ein umgestürzter Baum im Bezirk Bruck an der Leitha

Zahlreiche Unwettereinsätze in Teilen Österreichs

Freitag, 21. August 2026 | 10:59 Uhr

Von: importer

Zahlreiche Feuerwehren sind am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag in Teilen Österreichs wegen Unwettern ausgerückt. In Niederösterreich wurden allein im Bezirk Bruck an der Leitha rund 400 Einsätze verzeichnet. Mehrere Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. In Haslau an der Donau wurden Insassen aus einem Fahrzeug gerettet, das sich im Hochwasser befand. In Maria Ellend stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. In Wien gab es 100 zusätzliche Feuerwehreinsätze.

Ein Gewitter mit starken Niederschlägen war gegen 17.30 Uhr über den Bezirk Bruck an der Leitha gezogen und hatte innerhalb kürzester Zeit für Überschwemmungen sowie überflutete Straßen und Keller gesorgt, berichtete die Feuerwehr am Donnerstagabend per Aussendung. Zudem mussten zahlreiche umgestürzte Bäume beseitigt werden.

In Summe rückten 321 Feuerwehrleute aus, teilte Bezirkskommandant Christian Edlinger Freitagfrüh mit. Die Arbeiten dauerten bis etwa 0.30 Uhr an, wie auch der ORF Niederösterreich berichtete. Am Flughafen Wien in Schwechat kam es am Donnerstagabend witterungsbedingt zu Verspätungen.

100 Feuerwehreinsätze in Wien

Die heftige Gewitterzelle, die im Süden von Wien vorbeigezogen ist, hat der Berufsfeuerwehr rund 100 zusätzliche Einsätze zum sonstigen Aufkommen beschert, berichtete deren Sprecher Jürgen Figerl am Freitag der APA. Dabei handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume, lose Äste sowie Gerüstteile, aber auch überflutete Straßen. Beispielhaft nannte Figerl eine Bahnunterführung im Bereich Endresstraße-Gatterederstraße, wo es für Kfz kein Durchkommen gab. Generell lag der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze in den Wiener Bezirken Liesing sowie Meidling. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Zahlreiche Einsätze im burgenländischen Kittsee

Betroffen war auch der burgenländische Bezirk Neusiedl am See. Vor allem in Kittsee zeigte sich nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos ein Bild der Zerstörung: Autos, Einkaufswagen, Straßenlaternen und Schaufenster wurden beschädigt, Dächer abgedeckt und Lkw-Anhänger “wie Schuhkartons umgeworfen”, berichtete die Feuerwehr am Freitag. Auch umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, kaputte Zäune und herumgewirbelte Blumentröge beschäftigten die Einsatzkräfte. Außerdem mussten zahlreiche Keller ausgepumpt werden.

Acht Feuerwehren arbeiteten mit 130 Mitgliedern rund 60 Einsatzadressen ab. Während die zur Unterstützung hinzugezogenen Kräfte in der Nacht auf Freitag wieder einrücken konnten, war die Feuerwehr Kittsee am Vormittag weiter im Einsatz, berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando. Die Gemeinde habe die Bewohner ab 8.30 Uhr zur freiwilligen Mithilfe bei der Beseitigung der Schäden aufgerufen.

Sachschaden in Klinik Kittsee

Auch die Klinik Kittsee war von dem Unwetter betroffen. Teile des Dachs und der Fassade wurden in Mitleidenschaft gezogen, sagte der kaufmännische Direktor Dieter Feitek am Freitag. Der Keller musste ausgepumpt werden. Patienten und Mitarbeiter kamen nicht zu Schaden. Der Betrieb konnte uneingeschränkt aufrechterhalten werden, hielt Feitek fest. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus Reinigung, Technik und Logistik seien teilweise in ihrer Freizeit in die Klinik gekommen, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen.

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Heinrich Dorner (beide SPÖ) bedankten sich bei den Einsatzkräften und bei den Freiwilligen, die am Freitag beim Aufräumen halfen. Sie hätten “Großartiges geleistet, um die fordernde Situation bestmöglich zu bewältigen”. Neben Kittsee war auch Edelstal von den Unwettern betroffen.

Wasserstand im Neusiedler See leicht gestiegen

Leicht positive Auswirkungen hatte der Starkregen auf den Wasserstand im Neusiedler See. Dieser stieg bis Freitagfrüh um fast zwei Zentimeter auf 115,03 Meter über Adria und liegt damit wieder zehn Zentimeter über dem niedrigsten Wert zu dieser Jahreszeit seit 1965, der 2022 gemessen wurde.

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