Verzweifelte Lage mittelloser Menschen ausgenutzt – VIDEO

Abscheulicher Versicherungsbetrug: „Knochenbrecherbanden“ brechen Opfern Arme und Beine

Dienstag, 16. April 2019 | 07:00 Uhr

Palermo – Bei einer großangelegten Polizeiaktion nahmen die Beamten 42 Personen – darunter auch einen Rechtsanwalt – fest. Gegen 250 weitere Verdächtige wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das, was die Staatsanwaltschaft und die Polizei bei ihren Untersuchungen zutage förderten, stimmte sie zutiefst nachdenklich. Die Festgenommenen, die allesamt Teil einer „Knochenbrecherbande“ waren, warben unter den Armen und Verzweifelten für wenig Geld Opfer an, denen sie die Knochen brachen, um auf diese Weise Verkehrsunfälle mit Personenschäden vorzutäuschen und damit die Versicherungen zu betrügen.

Nachdem sich das ganze Ausmaß des vom Netzwerk der „Knochenbrecherbande“ verursachten Versicherungsbetrugs und menschlichen Leids offenbart hatte, beschlossen Staatsanwalt und Ordnungskräfte, zeitnah einzugreifen. Am Montag nahmen die Polizei und die Finanzpolizei von Palermo und Trapani im Rahmen einer groß angelegten Aktion 42 Personen – darunter auch einen Rechtsanwalt und mehrere Versicherungsgutachter – fest.

Laut ersten Erkenntnissen waren die Mitglieder der kriminellen Bande nach mehreren Aufgabenbereichen eingeteilt. Einige Kriminelle warben unter den Armen und Verzweifelten – etwa Drogenabhängige, Obdachlose und junge, ledige Mütter – „Freiwillige“ an, die für wenige Hundert bis Tausend Euro dazu bereit waren, sich die Knochen brechen zu lassen. Später wurden den Angeworbenen, denen man „vollkommen schmerzlose Brüche“ versprochen hatte, unter Anwendung minderwertiger Schmerzmittel mit Eisenstangen, Gusseisenscheiben oder Betonblöcken Arme und Beine gebrochen. In einem Fall kam ein Opfer – ein Tunesier, dem nach drei Brüchen, um ihm keine Schmerzen spüren zu lassen, die Droge Crack verabreicht worden war – zu Tode.

Anschließend wurden die Opfer dieser brutalen Praxis zu einer vorher ausgewählten Straßenkreuzung, wo von den Verbrechern bereits ein eigens für den Betrug inszenierter „Verkehrsunfall“ mit den entsprechenden „Zeugen“ vorbereitet worden war, gebracht. Nachdem die Rettungskräfte das vermeintliche Unfallopfer ins Krankenhaus gebracht hatten, traten weitere Mitglieder der Bande, die sich als Freunde und Verwandte des „Unfallsopfers“ ausgaben, auf den Plan. Ihnen oblag die Aufgabe und Kontrolle, mithilfe der Aussagen des Opfers den Versicherungsbetrug in die gewünschte Bahn zu lenken. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wurden die Opfer mit einem kleinen Tagesgeld abgespeist.

In der Zwischenzeit kümmerten sich die „Weißhemden- und Krawattenträger“ der Organisation um die nötigen Papiere sowie um die passenden Schadensgutachten, um von den betrogenen Versicherungen eine möglichst hohe Summe herauszuholen. Der Betrug wurde zu einem Riesengeschäft, das es besonders den höherrangigen Mitgliedern des kriminellen Netzwerks ermöglichte, riesige Summen einzustreichen. Einem Verhafteten konnte nachgewiesen werden, dass er sich mit dem Geld einen Porsche und ein Schnellboot gekauft hatte.

Aber da war die Polizei bereits auf ihren Fersen. Nachdem nach dem Auffinden des toten Tunesiers bereits im August elf Mitglieder einer ersten Bande festgenommen worden waren, begannen drei der verbrecherischen Betrüger mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Dank dieser Kronzeugen sowie mehrerer „Unfallopfer“, die man zu einer Aussage überredet hatte, wurde Polizei und Staatsanwaltschaft bewusst, dass das Ausmaß des verbrecherischen Gebarens der „Knochenbrecherbanden“ noch viel größer als angenommen war. Mithilfe der Zeugenaussagen, der Telefonmitschnitte und eines in Trapani aufgeflogenen, fingierten „Unfalls“, gelang es den Beamten nach und nach, das gesamte Netzwerk auszuheben. Um weitere Opfer zu vermeiden, schlugen die Beamten der Polizei und der Finanzwache am Montag zu.

Der Fall der „Knochenbrecherbande“ erregte in ganz Italien großes Aufsehen. Besondere Abscheu erweckte die Tatsache, dass die Kriminellen die verzweifelte Lage von mittellosen Menschen – meist junge Mütter, Obdachlose, Einwanderer und Drogen- und Alkoholabhängige – ausgenützt hatten, um mittels brutalen Methoden im großen Stil Versicherungsbetrug zu betreiben.

Von: ka

Kommentare

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31 Kommentare auf "Abscheulicher Versicherungsbetrug: „Knochenbrecherbanden“ brechen Opfern Arme und Beine"


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zockl
zockl
Superredner
3 Tage 39 Min

und die Gemeinschaft der Versicherten ist geschädigt durch diese widerlichen Verbrecher…da muß die ganze Härte des Gesetzes greifen

m69
m69
Kinig
3 Tage 15 Min

Zockl@

Ja, die ganze Härte des Gesetzes!
Eine Anzeige! LOL

Neumi
Neumi
Kinig
2 Tage 23 h

@m69 Ohne Anzeige kann’s keine Verhandlung und somit keine Strafe geben.

Seppl123
Seppl123
Tratscher
3 Tage 1 h

wenn die zeiten hart sind muss mann kreativ werden um über die runden zu kommen

oli.
oli.
Universalgelehrter
2 Tage 20 h

Dann fangen wir bei Dir an !!!

Wie weit muss man im Leben sinken um seinen Mitmenschen sowas anzutun.

m69
m69
Kinig
2 Tage 19 h

Oli@
Sehr tief, würde ich mal sagen….
Bei aller Liebe ich kann mir sowas nicht vorstellen, wie krank muss man denn sein um sowas in die Tat umzusetzen?

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
2 Tage 21 h

wo bleibt salvini mit seiner sicherheit für das volk?

Mistermah
Mistermah
Kinig
2 Tage 21 h
@giftzwerg 😂 Wie viele Jahre arbeitete diese Bande schon unbescholten? Nicht mal ein Jahr salvini und schon dingfest gemacht 😂😂 man kann es auch so drehen. Wie kann man einen so bescheurten Kommentar abgeben. Das ist Polizeiarbeit. Die Frage lautet: durfte die Polizei vorher nicht, jetzt schon? Oder ist es einfach gute Polizeiarbeit die jetzt Früchte trägt und hat nichts mit Politik zu tun? Manchmal frage ich mich schon, ob jede alltägliche Situationen immer gleich politisch ausgeschlachtet werden müssen? Denn am Ende läuft jeder Staat auch ohne Regierung normal weiter. Siehe zb Deutschland, Monate ohne Regierung und Italien sowieso Standard… Weiterlesen »
m69
m69
Kinig
2 Tage 19 h

Mistermah@

Das sehe ich genauso!

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
2 Tage 17 h

@Mistermah korrekt 👍

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
2 Tage 17 h

Mistermah glaubst wohl nicht im Ernst das das Salvinis Werk ist ? Das ist Zufall ,weil Ermittlungen kaum stadtfinden 🙁 Kaffee trinken und kleine Verkehrssünder schikanieren ist viel einfacher 🙁

Staenkerer
2 Tage 16 h

soll er überoll dort sein wo solche banden solche schandtaten praktiziern de ihnen, weil ws johrelong guat gongen isch, schun zur gewohnheit wortn isch?
heit werd übern salvini gemault wenn er solche und ähnliche mochenschoftn aufdedeckt wern, das se unter der oltn regierung johrelong so hausen konntn, ohne erwischt zu wern, prangert niemand un!
egal wos unter salvini passiert, es konn lei schlecht sein … gell?
das er in knopp an johr mehr “aufgeraumt” als de davor in fünf johr und sell isch guat so! weiter so!

Brix13
Brix13
Grünschnabel
2 Tage 12 h

@Staenkerer wiedermal 💯 prozent deiner meinung

Neumi
Neumi
Kinig
3 Tage 24 Min

In Südtirol verwendet man dabei Motorsägen und inszeniert Arbeitsunfälle, auch wenn hin und wieder dabei einer zu Tode kommt.

Wer erinnert sich?

Diese Praktiken sind ein alte Hut, aber die Größenordnung der Organisation beeindruckt.

m69
m69
Kinig
2 Tage 19 h

Neumi@

Der besagte Unfall ist schon ein paar Jährchen her, aber der Junge Mann ist dabei hilflos verblutet.

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
2 Tage 17 h

Neumi=Quatsch das war EINMAL !!! 🙁

Staenkerer
2 Tage 16 h

@m69 und neiomi: sem hot ober des opfer selber den betrug geplant und der, der gschnittn hot wor der gezohlte helfer, nit umgekehrt wie do! ollerdings wor es gleich prutal und bescheuert!

m69
m69
Kinig
2 Tage 14 h

Staenkerer@

Es war sein Cousin der auch noch nicht im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten war…. Ich weiß Bescheid… 😜🤔🤣

Staenkerer
2 Tage 2 h

@m69 wos i mi no erinner, hot es opfer den plan ausgheckt, ober sie zusommen! des geld der versicherung hobn se toaln gwellt! deswegn konn man de taten der bande vom bericht und de tat vor jahren ba ins nit vergleichn!

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
3 Tage 7 Min

wie damals bei uns mit der motorsäge

oli.
oli.
Universalgelehrter
2 Tage 20 h

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein um sich selber zu verletzen wie in Südtirol .
Die Versicherung kann zahlen oder auch nicht und der Fuss oder Arm ist ab .
Mir fehlen durch Krankheiten 5 Finger und 5 sind krumm , aber selbst nur wegen Geld sowas zu machen käme mir nie in den Gedanken.

m69
m69
Kinig
2 Tage 18 h

Oli@

Artrosi deformante?
Oder
Artrite romatoide?

Schlimm, solltest du das haben…

oli.
oli.
Universalgelehrter
2 Tage 15 h

@m69 , weder noch .
Sklerodermie , an Hände , die Innereien sind betroffen , 1 Niere ist weg Krebs die andere arbeitet schlecht , darum nach 23 Jahren Arbeit leider Rentner 😪, aber es gibt Menschen die schlimmer dran sind .

” LEBE UND GENIESSE JEDEN TAG , MAN WEISS NIE WAS KOMMT “

m69
m69
Kinig
2 Tage 13 h

Oli@

Danke!

Ps. Hoffe für dich, dass du keine Kohlenhydrate zu dir nimmst, und auch keinen Käse vor allem nicht den aus Padano….

oli.
oli.
Universalgelehrter
2 Tage 7 h

@m69 , esse und trinke was mir schmeckt , in Maßen , außer Red Bull und Marlboro etwas mehr , heilbar ist die Krankheit eh nicht , dafür kein Alk.

Staenkerer
1 Tag 18 h

@oli. respekt vor deiner einstellung und für deinen lebensmut!
wenn man siecht wie viele wegen kloane wehwehchen ständig am jammern sein, verdiensch du für deine einstellung an orden!

Spartacus
Spartacus
Grünschnabel
3 Tage 7 Min

Die Armen und Verzweifelten wurden immer schon von den skrupellosesten Verbrechern zu Straftaten getrieben. Besonders schlimm finde ich, dass aus einem,vielleicht bis Dahin unbescholtenen Bürger, ein Straftäter wird und der es noch schwerer als Andere haben wird, sich zu Rehabilitieren.

oli.
oli.
Universalgelehrter
2 Tage 21 h

Die ärmsten der Armen , werden selbst für so eine skandalöse Arbeit der kriminellen ausgebautet .
Der Bande sollte man alle Knochen brechen ohne Versicherung.
Die Allgemeinheit zahlt das alles mit .

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
2 Tage 19 h

wahnsinn pur, grausam, verbrecherisch und hirnlos….homine quo vadis…

Popeye
Popeye
Superredner
2 Tage 19 h

Die Phantasiewirtschaft und seine Exzesse.
Es ist die Spitze vom Eisberg.

tim rossi
tim rossi
Tratscher
1 Tag 13 h

Ziemlich geila Idee

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