Stop-and-go-Zonen sind besonders betroffen

Autoreifen: Quelle von Mikroplastik-Belastung in der Luft

Montag, 19. Januar 2026 | 08:04 Uhr

Von: luk

Rom – In stark befahrenen Stadtgebieten ist die Konzentration von Mikroplastik aus Autoreifen deutlich höher als in weniger belasteten Zonen. Das zeigt eine Studie im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Polirisk, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der italienischen Forschungsagentur Enea beteiligt waren.

Besonders dort, wo der Verkehr häufig zum Stillstand kommt und wieder anrollt, können die Werte bis zu fünfmal höher sein als in verkehrsarmen Bereichen. Ursache sind winzige Partikel, die durch den Abrieb von Reifen auf dem Asphalt entstehen. Es ist eine bislang wenig beachtete Quelle der Luftverschmutzung.

Die Untersuchung wurde in den Jahren 2022 und 2023 an drei unterschiedlichen Standorten durchgeführt: an einer innerstädtischen Straße mit sogenanntem Stop-and-go-Verkehr, an einem stark befahrenen, aber flüssig verlaufenden Autobahnabschnitt sowie in einem städtischen Park mit größerem Abstand zur nächsten Straße. Gemessen wurden unter anderem Bestandteile von synthetischem und natürlichem Gummi sowie Benzothiazol, ein Zusatzstoff bei der Reifenherstellung.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Im Vergleich zum Park lagen die Konzentrationen von Reifenabrieb in der Luft an der Autobahn im Schnitt bis zu dreimal höher, in der Stop-and-go-Zone sogar nahezu fünfmal höher. Auch Benzothiazol wurde in diesen Bereichen deutlich häufiger nachgewiesen. Zusätzlich stellten die Forschenden erhöhte Werte von Metallen fest, die aus dem Abrieb von Bremsen stammen, darunter Eisen, Kupfer und Chrom.

Laut den Studienautorinnen und -autoren liefern die Daten wichtige Grundlagen, um künftig mögliche gesundheitliche Auswirkungen dieser bislang wenig untersuchten Schadstoffe besser bewerten zu können.

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