Von: luk
Rovereto/Gardasee – Seit Dienstag, 14. April, ist die jährliche Funktionsprüfung eines ganz besonderen Bauwerks im Gange: Der Etsch-Gardasee-Tunnel bei der Ausfahrt Rovereto Süd der Brennerautobahn ist im Notfall von entscheidender Bedeutung, um Hochwasser entlang der Etsch zu vereiteln. Droht eine derartiges Ereignis, wird der Entlastungsstollen geöffnet und Wasser wird von der Etsch in den Gardasee südlich von Torbole eingeleitet.
Der Ernstfall kommt nur selten vor, die Funktionsprüfung des Etsch-Gardasee-Tunnels findet indes jährlich statt. Dabei testet der Trentiner Landesdienst für Wildbach- und Lawinenverbauung die Abläufe sowie die Öffnungs- und Schließmechanismen.
Die Maßnahme sei entscheidend, um die Funktionsfähigkeit des Systems zur Ableitung von Hochwasser aus der Etsch in den Gardasee sicherzustellen. Anders als üblich findet die Überprüfung heuer nicht Mitte März, sondern erst Mitte April statt. Grund dafür war ein ungewöhnlich niedriger Wasserstand an der Einmündung des Tunnels, verursacht durch Wartungsarbeiten an den Schleusen beim Wehr in Mori durch das Unternehmen Hydro Dolomiti Energia. Erst nach Wiederherstellung normaler Pegelstände konnte ein neuer Termin festgelegt werden, wie die Provinz Trient mitteilt.

Bei den Testarbeiten sind mehrere Öffnungs- und Schließmanöver der Schleusen vorgesehen, um Entlastung, Kalibrierung und Dichtheit zu überprüfen. Die Öffnungen der knapp zehn Kilometer langen Stollen erfolgen in Intervallen über einen Zeitraum von insgesamt höchstens vier Stunden.
Dabei wird eine durchschnittliche Wassermenge von rund 25 Kubikmetern pro Sekunde in den Gardasee abgeleitet, mit Spitzenwerten von bis zu 100 Kubikmetern pro Sekunde. Mit dem Wasser gelangen auch geringe Mengen an Schlamm und Sand in den See.
Besondere Aufmerksamkeit gilt während der Arbeiten der Sicherheit. Insbesondere im Bereich der Mündung der Stollen in den Gardasee.
Hier ein Video der Tests aus dem Jahr 2024:




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