Bürgermeister denunziert auf Facebook dreisten Umweltschmutzfink

„Der widerliche Sack des Jahres“

Dienstag, 26. Dezember 2017 | 08:36 Uhr

Bari – In Bari machte sich ein Mann eines unglaublich dreisten Umweltvergehens schuldig. Er hielt es für eine gute Idee, mitten auf der Einkaufsstraße einen alten Kühlschrank zu „entsorgen“. Er hatte aber die Rechnung ohne einem Passanten gemacht, der ihn dabei fotografierte, sowie dem Bürgermeister von Bari, der die Tat des unbekannten Mannes auf seiner Facebook-Seite veröffentliche und ihn kurzerhand zum „widerlichen Sack des Jahres“ kürte.

Die schier unfassbare Tat geschah auf dem zentral gelegenen Corso Vittorio Emanuele der süditalienischen Hafenstadt inmitten der wegen des vorweihnachtlichen Einkaufstrubels menschenvollen Allee. Plötzlich lud ein älterer Mann einen alten Kühlschrank aus seinem Fahrzeug und ließ ihn hinter einer Parkbank vor einer Mülltonne liegen. Hoffend, in der Menschenmenge nicht weiter aufzufallen, glaubte der „Herr“ seinen Sperrmüll „erfolgreich entsorgt“ zu haben. Ein Passant hatte die Aktion jedoch genau beobachtet und mit seinem Smartphone die „Entsorgungsaktion“ mit mehreren Fotos dokumentiert. Besagter Passant war es auch, der den Mann bei der Stadtpolizei von Bari anzeigte. Für dieses dreiste Umweltverbrechen wurde der Mann mit einem gesalzenen Bußgeld belegt.

Facebook/Antonio Decaro

Aber damit nicht genug. Der Bürgermeister von Bari, Antonio Decaro, postete die Fotos auf seiner Facebook-Seite und kürte den Mann in feierlich offiziellem Ton mit dem Titel „Meine Damen und Herren, hier ist der widerliche Sack des Jahres“ zu Baris dreistesten Umweltverschmutzer 2017. Nachdem sich Antonio Decaro beim aufmerksamen Bürger bedankt hatte, schrieb er auf seiner Seite ein paar denkwürdige Sätze.

 

SIGNORE E SIGNORI, ECCO QUA LO SCHIFOSO DELL'ANNOCon la fine del 2017 dovevamo incoranare lo schifoso dell'anno….

Pubblicato da Antonio Decaro su Sabato 23 dicembre 2017

„Der ‚Ablader‘ ist bestraft worden und ich hoffe, er hat verstanden, dass die Stadt keine Müllhalde ist. Findet ihr es richtig, dass während sich Bürger, Kaufleute und Verwaltung bemühen, die Stadt für Weihnachten festlich zu schmücken, jemand daherkommt und versucht, das Ansehen der Stadt zu zerstören? Ich nicht. Auch wenn viele glauben, dass der Kampf gegen die Unzivilisierten ein verlorener sei, so gebe ich dennoch nicht auf. Nach den Hinweisen, die von den Bürgern kommen, zu schließen, sind diejenigen, die nicht aufgeben, die Mehrheit“, so der Bürgermeister von Bari.

Hoffentlich hat Antonio Decaro Erfolg. Illegale Müllentsorgung ist gerade in Süditalien ein großes Problem. Aber nicht nur dort. Auch in Südtirol werden immer öfter Klagen laut, dass nicht selten der Müll dort landet, wo er nichts zu suchen hat.

Von: ka