29-Jähriger bleibt nach 40 Meter Sturz in 20 Meter Höhe „hängen“ – VIDEO

Desaster von Genua: Gianluca’s wundersame Rettung

Freitag, 17. August 2018 | 07:40 Uhr

Genua – Während viele Autoinsassen, welche zum Zeitpunkt des Viadukteinsturzes auf der A10 unterwegs waren, es nicht schafften, einem ungerechten Schicksal zu entkommen, wurden am Tag nach der Katastrophe auch mehrere wundersame Rettungen bekannt. Dabei stach der Fall von Gianluca Ardini besonders ins Auge. Der 29-Jährige stürzte 40 Meter in die Tiefe, bis das Fahrzeugwrack zwischen zerborstenen Brückenteilen in 20 Meter Höhe hängen blieb. 40 Minuten lang hielt der werdende Vater sich an Wrack- und verbogenen Stahlteilen festhaltend in dieser Lage aus, bis Feuerwehrleute ihn in einer schwierigen Rettungsaktion bargen.

Facebook/Gianluca Ardini

Das Video, das den technisch schwierigen Rettungseinsatz mutiger Feuerwehrleute zeigt, lässt keinen kalt. „Wie durch ein Wunder gerettet, ich finde keine anderen Worte“, so die Genuaeserin Giulia Organo. Die 28-Jährige, die innerhalb der nächsten Tage einen Buben erwartet, kann ihr Glück kaum fassen. Der Vater des Kindes und Freund von Giulia Organo, Gianluca Ardini, gehört zu jenen Glücklichen, die den Einsturz des Viaduktes überlebt haben.

Facebook/Giulia Organo

Gianluca Ardini, der als Kaufmann arbeitet, war zusammen mit einem Mitarbeiter gerade zu Kunden unterwegs, als die Fahrbahn unter ihm zusammenbrach. Zusammen mit Trümmerteilen stürzte der 29-Jährige mitsamt seinem Lieferwagen rund 40 Meter in die Tiefe und blieb in 20 Metern über dem Boden zwischen Betonteilen, verbogenen Stahlträgern und dem Wrack seines Fahrzeugs hängen. Als die Feuerwehrleute ihn entdeckten, riefen sie ihm zuerst zu, dass er sich ja nicht bewegen solle, weil ansonsten das gesamte Trümmerwirrwarr einstürzen könnte. Anschließend seilten sie sich zu ihm ab, befreiten ihn aus seiner misslichen Lage und ließen ihn in einer Tragebahre zu Boden fahren, wo bereits weitere Rettungskräfte auf ihn warteten. Wie durch ein Wunder trug Gianluca Ardini vom Sturz nur einige Abschürfungen und Quetschungen sowie einen ausgerenkten Arm davon. Sein Mitarbeiter hatte weniger Glück. Er überlebte den Zusammenbruch des Viadukts nicht.

„Ich glaube, dass der unbedingte Wille, seinen Buben zur Welt kommen zu sehen, ihm die Kraft gegeben habe, sich da oben festzuhalten“, meinte die überglückliche Giulia Organo.

Facebook/Gianluca Ardini

Die wundersame Rettung von Gianluca Ardini darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die immense Einsturzkatastrophe nur wenige solche Lichtblicke kennt. Für Dutzende von Menschen – Familien, Urlaubern und Männern und Frauen aus aller Welt – kam jede Hilfe zu spät. Laut Staatsanwalt Cozzi sollen sich unter den Trümmern noch 10 bis 20 weitere Opfer befinden. Die Hoffnung, sie noch lebend zu bergen, ist inzwischen sehr klein und sie schwindet von Stunde zu Stunde.

 

Von: ka