Emiliano Milza und Simona Hirsch wegen Mordes an Franka Ludwig in Haft – VIDEO

Diabolischer Mordplan: Unfall vorgetäuscht, um das Versicherungsgeld zu kassieren

Donnerstag, 15. Januar 2026 | 07:04 Uhr

Von: ka

San Godenzo/Florenz – Emiliano Milza, der Lebensgefährte von Franka Ludwig, und ihre gemeinsame Freundin Simona Hirsch glaubten, sie hätten den perfekten Mord geplant und in die Tat umgesetzt.

Zunächst schien es, als sei Franka Ludwig, die im Juli des vergangenen Jahres am Rande einer Schotterstraße tot aufgefunden wurde, Opfer eines Unfalls geworden. Doch Autopsie, Blutanalysen und verschiedene andere Indizien brachten bald ans Licht, dass die 56-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Ein halbes Jahr nach der Tat wurden Emiliano Milza und Simona Hirsch festgenommen und ins Gefängnis von Florenz überstellt. Laut den Anschuldigungen hatte Emiliano Milza den Mord bis ins Detail geplant, während seine Freundin die Täterin sein sollte. Das alles, um die Versicherungssumme von über drei Millionen Euro zu kassieren, die auf Franka Ludwig lautete.

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Emiliano Milza und Simona Hirsch führten ein ganz normales Leben in Florenz, bis sie beschuldigt wurden, seine Lebensgefährtin Franka Ludwig mit einem bis ins Detail ausgearbeiteten Plan ermordet zu haben. Emiliano Milza arbeitete als Restaurantleiter und Küchenchef in renommierten Restaurants wie dem Ora d’Aria in Florenz sowie in Fünf-Sterne-Hotels wie dem Principe di Piemonte an der Strandpromenade von Viareggio.

Simona Hirsch präsentierte sich hingegen in den sozialen Medien als digitale Kreative und Naturliebhaberin. Sie ist Vorsitzende des Bonsai-Vereins von Florenz und arbeitete im letzten Jahr als Reinigungskraft. Seit dem 13. Januar sitzen beide wegen Mordes im Gefängnis von Florenz in Untersuchungshaft.

Das Motiv für den Mord war Geldgier. Der Partner des Opfers soll der Drahtzieher des Verbrechens gewesen sein, seine Freundin die Ausführende. So lautet die Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft, die zur Festnahme des 52-jährigen Emiliano Milza und der 59-jährigen Simona Hirsch wegen vorsätzlichen Mordes, schwerer Misshandlung von Familienangehörigen, schwerem Betrug und Versicherungsbetrug im Zusammenhang mit dem Tod von Franka Ludwig führte. Die Frau wurde leblos am Rande der Schotterstraße „Del Castagno” in einem Waldgebiet der Gemeinde San Godenzo nördlich von Florenz aufgefunden.

Das Paar soll eine Inszenierung vorbereitet haben, um den Anschein zu erwecken, die Frau sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Ermittlungen der Carabinieri von Florenz und Pontassieve unter der Leitung von Staatsanwalt Andrea Cusani sowie das Ergebnis der Autopsie ergaben jedoch ein anderes Tatgeschehen.

Laut Rekonstruktion hatte Milza das Opfer im Jahr 2016 kennengelernt. Er soll sie dann langsam umgarnt und manipuliert haben, um an ihr Geld zu gelangen. Zu diesem Zweck soll der heute 52-Jährige Franka Ludwig sogar dazu gebracht haben, durch heterologe Eizellspende ein Kind zu zeugen, das 2025 geboren wurde. Mithilfe seiner Komplizin, einer Freundin des Paares, soll er das Verbrechen lange im Voraus geplant haben.

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass er einen Monat nach der Geburt seines Sohnes fünf Lebensversicherungen auf Franka Ludwig abgeschlossen hatte. Er zahlte die erste halbjährliche Rate und vereinbarte eine spezielle Klausel, die im Falle seines Todes durch einen Verkehrsunfall die Versicherungssumme verdreifachen würde. Dies entsprach einer Gesamtentschädigung von über drei Millionen Euro.

Während eines eigens organisierten Urlaubs soll er das Opfer dann überredet haben, mit seiner Komplizin einen Spaziergang in den Wäldern des Monte Falterona zu unternehmen.

Am Morgen des 2. Juli verabreichte er ihr heimlich eine hohe Dosis des starken Hypnotikums Benzodiazepin. Anschließend verließ er den Ort des Geschehens und überließ seiner Komplizin die Ausführung der Tat. Sie brachte das Opfer, das sich bereits in einem halbbewussten Zustand befand, in ihrem Auto zu einer abgelegenen Straße auf dem Monte Falterona. Dort legte sie den Körper am Straßenrand ab und schlug ihm wiederholt mit einem großen Stein auf den Kopf, um Spuren eines Verkehrsunfalls zu simulieren. Anschließend überfuhr sie ihn mit ihrem Fahrzeug.

Milza soll sich auch der Komplizenschaft eines Florentiner Arbeitsberaters bedient haben. Gegen diesen wird wegen Beihilfe zum Versicherungsbetrug ermittelt, da er dem Festgenommenen bei der Suche nach Versicherungsgesellschaften und -vertretern geholfen haben soll, an die er sich für den Abschluss der Policen wenden konnte.

Nachdem die Leiche von Franka Ludwig gefunden worden war, ging man zunächst von einem tödlichen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht aus. Die ersten Unfallermittlungen ergaben jedoch schnell den Verdacht, dass der Unfall vorgetäuscht worden war. Weitere Untersuchungen bestätigten diesen Verdacht schließlich.

Die folgenden Ermittlungen nahmen über sechs Monate in Anspruch und umfassten die Vernehmung von mehr als 140 Personen. Ausschlaggebend war das Ergebnis der Autopsie: Im Blut des Opfers wurden hohe Konzentrationen eines Hypnotikums aus der Klasse der Benzodiazepine festgestellt. Dies bestätigte die Verwendung von Substanzen zur Erleichterung des Gewaltverbrechens.

Bald verdichteten sich die Hinweise, dass der Partner des Opfers und die gemeinsame Freundin etwas mit dem Mord zu tun haben könnten. Auf Anordnung von Staatsanwalt Andrea Cusani durchsuchten die Carabinieri der Ermittlungsgruppe von Florenz und der Carabinieristation von Pontassieve die Wohnung und die Arbeitsräume des Freiberuflers und überprüften seine Computer. Dabei beschlagnahmten sie umfangreiches Material, das nun ausgewertet wird.

Emiliano Milza und Simona Hirsch sitzen hingegen seit dem 13. Januar wegen Mordes in Untersuchungshaft im Gefängnis von Florenz. Alles deutet darauf hin, dass sie aus Habgier handelten, um an die Versicherungssumme in Höhe von drei Millionen Euro zu gelangen.

 

 

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