Tragsiches Unglück auf dem Heimweg

Fehltritt im Dunkeln: Orietta Gruber [58] stirbt nach Festival

Montag, 01. Juni 2026 | 10:41 Uhr

Von: mk

Molina di Fiemme – Ein tragisches Unglück hat die ausgelassene Stimmung des „DoloMetal Fest“ in Molina di Fiemme im Fleimstal jäh beendet. In der Nacht auf Sonntag kam die 58-jährige Orietta Gruber auf dem Heimweg vom Festival ums Leben, nachdem sie eine unbeleuchtete Böschung hinabgestürzt war. Die Frau war auf der Stelle tot. Die Tragödie ereignete sich im Anschluss an die zweitägige Veranstaltung im Ortsteil Piazzol. Orietta Gruber betrieb mit ihrer Familie den bekannten Agriturismo „Al Rio Molini“ in Roveré della Luna im Trentino.

Nach ersten Rekonstruktionen verlor die Frau am Straßenrand Halt – möglicherweise durch einen Fehltritt direkt an der Kante oder infolge eines plötzlichen Schwindelanfalls. Sie rutschte aus und stürzte rund 30 Meter die darunter liegende, steile Böschung hinunter, berichtet die Zeitung Alto Adige.

Besonders dramatisch: Die Begleiter, die ihr zu Fuß nur wenige Meter vorausgegangen waren, hörten weder einen Hilferuf noch einen Schrei. Sie drehten sich erst um, als sie hinter sich – und dann tief unten im Wald – das dumpfe Poltern eines Sturzes wahrnahmen. In diesem Moment war die 58-Jährige bereits von der Dunkelheit im dichten Unterholz verschlungen worden.

Um Punkt 2.30 Uhr in der Früh ging der verzweifelte Notruf bei der Einsatzzentrale ein. Nach Rücksprache mit dem diensthabenden Staatsanwalt wurde der Leichnam geborgen und in die Leichenhalle des Krankenhauses von Cavalese überführt.

Heimweg im Dunkeln

Wie die Carabinieri rekonstruierten, hatte das Opfer das Konzert gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und einem Nachbarn besucht. Die Live-Musik endete um 23.30 Uhr, gegen Mitternacht war die Veranstaltung offiziell geschlossen. Viele Besucher blieben jedoch noch am Ort des Festivals, um sich zu unterhalten und die kühle Nachtluft zu genießen.

Gegen 2.00 Uhr in der Früh machten sich Orietta Gruber und die beiden Männer schließlich auf den Weg zu ihrem Auto, das auf einem Platz etwa 50 Meter hinter den offiziellen, vom Veranstalter ausgewiesenen Parkplätzen an der Landstraße in Richtung Manghenpass stand – im Gänsemarsch am Straßenrand, wie es sich gehört. In diesem Abschnitt gibt es keine Straßenbeleuchtung.

Ihr Partner Gabriele und der gemeinsame Freund hatten zunächst auf eigene Faust einen verzweifelten Versuch gewagt, den steilen Hand hinunterzuklettern. Immer wieder riefen sie Oriettas Namen. Als keine Antwort kam, verständigten sie umgehend die Rettungskräfte.

Innerhalb weniger Minuten war ein Großaufgebot an Einsatzkräften am Ort des Geschehens eingetroffen: Die Freiwilligen Feuerwehren von Molina und Castello sicherten die Unfallstelle ab, während Bergretter sich im unwegsamen Gelände abseilten. Auch ein Rettungshubschrauber samt Notarzt und Pflegepersonal an Bord war aufgestiegen. Die Carabinieri nahmen die Erhebungen auf.

Der leblose Körper der Frau konnte erst gegen 5.30 Uhr geborgen werden. Die Leichenschau am Sonntagmorgen ergab, dass der Tod wohl sofort eintrat – mutmaßlich durch den heftigen Aufprall gegen einen Baum. Bei dem Waldstück handelt es sich um eines der wenigen Areale, die vor einigen Jahren vom verheerenden Sturmtief Vaia verschont geblieben waren.

Noch in der Nacht wurde der Bürgermeister von Castello-Molina di Fiemme, Marco Larger, über das Unglück informiert, der sofort zur Unfallstelle. Sichtlich bewegt sprach er der Familie sein tiefes Mitgefühl aus und bedankte sich bei den Einsatzkräften.

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