Von: ka
Ali Al Salem/Kuwait/Rom – Am Sonntag wurde der Stützpunkt Ali Al Salem in Kuwait, auf dem US-amerikanische und italienische Soldaten sowie Fahrzeuge stationiert sind, zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen Opfer eines iranischen Angriffs.
Am Sonntagmorgen schlug eine iranische Kamikazedrohne in einer Halle ein, in der sich ein unbemanntes Fluggerät der italienischen Task Force Air vom Typ MQ-9A Predator befand. Die Kampfdrohne, die der Luftnahunterstützung dient, wurde dabei völlig zerstört. Laut dem italienischen Generalstab der Streitkräfte befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs das gesamte Personal in Bunkern in Sicherheit, und es gab keine Verletzten.
Auch wenn, wie bei den vorangegangenen Drohnen- und Raketenangriffen, keine italienischen Soldaten zu Schaden kamen – bei den ersten beiden iranischen Angriffen wurden „lediglich” einige Fahrzeuge, Gebäude sowie ein Treibstofflager getroffen – lösten die iranischen Angriffe in der italienischen Politik und Öffentlichkeit tiefe Besorgnis aus. Hohe italienische Militärangehörige und Politiker glauben, dass es das Ziel des Mullah-Regimes sei, Italien zu „warnen” und es davon abzuhalten, den Vereinigten Staaten und Israel zu helfen. Denn die Iraner „wollen niemanden auf dem Kriegsschauplatz haben. Jede ausländische Präsenz ist unerwünscht.“

„Ich glaube, dass sich der Angriff in den allgemeinen Rahmen einfügt, in dem das iranische Regime gegen alles vorgeht, was als Unterstützung für die Truppen der Vereinigten Staaten und Israels angesehen wird. Und es handelt sich offensichtlich um einen Einschüchterungsakt, vergleichbar mit den Angriffen, die der Iran gegen alle anderen Golfstaaten verübt“, erklärte der Unterstaatssekretär im italienischen Ministerpräsidentenamt, Alfredo Mantovano, am Montag im Radio-24-Interview.
In einem Interview mit La Stampa erklärte General Vincenzo Camporini, ehemaliger Generalstabschef der italienischen Streitkräfte, hingegen: „Man will Italien davon abhalten, irgendetwas zu unternehmen. Daran besteht nicht der geringste Zweifel, wie die Äußerungen des iranischen Botschafters bestätigen, die in dieser Hinsicht sehr deutlich waren. Das muss unser Kontroll- und Überwachungsniveau erhöhen. Das Risiko besteht nicht nur an der Front, sondern auch im Hinterland.“
Admiral Giuseppe Cavo Dragone, ehemaliger Chef der Marine, sagte gegenüber dem Corriere della Sera, dass die Luftangriffe eine Bedrohung für unsere Sicherheit darstellen. „Glücklicherweise gibt es keine Verletzten unter den Angehörigen der Streitkräfte. Die Allianz steht weiterhin solidarisch hinter allen Ländern und dem Militärpersonal, die von diesen Angriffen betroffen sind. Die Lage an der Konfliktfront im Nahen Osten spitzt sich immer weiter zu. Die Krisen haben mittlerweile weltweite Auswirkungen – und all dies kann sich innerhalb weniger Tage ereignen.“

Ali Al Salem ist eine echte logistische und operative Militärbasis, die für die Bereitstellung von logistischer Unterstützung und Transportdiensten genutzt wird. Über sie wird der Transit von Personal und Fahrzeugen im gesamten regionalen Einsatzgebiet abgewickelt. Darüber hinaus erfüllt sie eine zentrale Überwachungs- und Aufklärungsfunktion und beherbergt hochmoderne Systeme zur Luftraumüberwachung und Datenerfassung. Die Militärbasis ist das Nervenzentrum für Anti-Terror-Einsätze, Such- und Rettungsaktionen im Kampfeinsatz sowie die Abwehr von Drohnen schlechthin.

Das im Rahmen der Mission „Operazione Prima Parthica“ in Kuwait eingesetzte italienische Kontingent besteht aus rund 321 Soldaten des „Italian National Contingent Command Air/Task Force Air Kuwait“ (IT NCC AIR/TFA K). Nach neuesten Informationen wird die Umgruppierung des Personals im Rahmen einer vorsichtigen Umstrukturierung fortgesetzt. Das Personal, das für die Durchführung der wesentlichen Aufgaben der Mission eingesetzt wird, bleibt jedoch vor Ort. In den vergangenen Tagen wurden bereits 239 Soldaten von der Basis nach Saudi-Arabien verlegt; 82 befinden sich noch vor Ort. Die im Jahr 2014 gegründete IT NCC Air gewährleistet eine einheitliche Führung für den koordinierten Einsatz der Luftstreitkräfte und hat den Auftrag, zu den Operationen der Koalition zur Bekämpfung des IS beizutragen.
Seit Beginn der Bombardements des Iran durch die Vereinigten Staaten und Israel – auch als „Antwort“ auf Teherans Angriffe gegen die Länder am Persischen Golf und die dortigen US-Stützpunkte, die in einigen Fällen gemeinsam mit europäischen und NATO-Stützpunkten genutzt werden, beispielsweise in Kuwait – wurde die von vielen Soldaten als „The Rock“ bezeichnete italienische Militärbasis bereits mehrfach mit Raketen und Drohnen angegriffen. Das Militärpersonal der Mission, das mit Flugzeugen und Aufklärungsdrohnen im Dienst der Luftwaffe eingesetzt ist, hat sich im Bunker in Sicherheit gebracht, weshalb es bisher keine Verletzten gab.
Während bei den ersten iranischen Luftschlägen die Schäden relativ gering blieben – es wurden „lediglich” einige Fahrzeuge, Gebäude sowie ein Treibstofflager getroffen –, stellt die Zerstörung der Kampfdrohne des Typs MQ-9A Predator einen herben Verlust dar. Die MQ-9A Predator wird neben den italienischen Luftstreitkräften auch von der US-Luftwaffe, der US-Marine und der britischen Royal Air Force eingesetzt. Sie ist für die Überwachung mit großer Reichweite und in großen Höhen konzipiert. Sie kann jedoch auch als „Hunter-Killer“-Drohne eingesetzt werden. Das bedeutet, dass sie zur Suche und Zerstörung von Zielen bewaffnet werden kann. Die Drohne besitzt eine Flugdauer von 14 bis 28 Stunden, kann bis zu 15.000 Meter hoch fliegen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 480 Kilometern pro Stunde.

Militärbeobachter glauben, dass dieses „Nervenspiel“, in das auch Italien verwickelt ist, Teil der Strategie des Mullah-Regimes ist, um einen Keil zwischen die USA und ihre Verbündeten zu treiben. Einen ersten Erfolg können die Ayatollahs bereits verbuchen: Wichtige Verbündete lehnen die Forderung von US-Präsident Donald Trump ab, Kriegsschiffe anderer NATO-Staaten zum Schutz von Öltankern in die Straße von Hormus zu entsenden. Auch Italien vermeidet es tunlichst, in den Krieg hineingezogen zu werden.






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