Von: idr
Salerno – In den frühen Morgenstunden des heutigen Samstags hat ein Erdbeben das Tyrrhenische Meer vor der süditalienischen Küste Kampaniens erschüttert. Der Schock war deutlich messbar – für die meisten Bewohner blieb er jedoch unbemerkt.
Um 1.28 Uhr registrierten Seismografen das Beben mit einer Stärke von 4.8. Das Deutsche GeoForschungsZentrum in Potsdam verortete das Epizentrum rund 33 Kilometer südöstlich von Salerno, in einer Tiefe von etwa 293 Kilometern. Das Citizen-Seismograph-Netzwerk RaspberryShake gab die Stärke mit 4.8 an. Beide Werte können sich in den kommenden Stunden noch verändern, während Seismologen die Rohdaten manuell auswerten.
Kaum spürbar trotz moderater Stärke
Die enorme Tiefe des Bebens ist entscheidend: Je tiefer das Hypozentrum liegt, desto mehr Energie wird auf dem Weg zur Erdoberfläche absorbiert. Bei 300 Kilometern Tiefe erreichen selbst moderate Beben die Oberfläche stark abgeschwächt. Schäden oder Verletzte wurden keine gemeldet. Berichte über gespürte Erschütterungen liegen bislang nicht vor.
Die Region Kampanien ist seismisch besonders aktiv – nicht zuletzt wegen des Supervulkans der Phlegräischen Felder westlich von Neapel, der seit Jahren unter verstärkter Beobachtung steht, sowie des Vesuvs. Tiefbeben wie das heutige stehen in der Regel jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit vulkanischen Prozessen, sondern mit tektonischen Spannungen entlang der Plattengrenze zwischen der Afrikanischen und der Eurasischen Platte.
Vorerst besteht kein Grund zur Sorge. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation. Weitere Nachbeben sind bei Tiefbeben dieser Art zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Der heutige Morgen bleibt damit eine stille Erinnerung daran, wie aktiv der Untergrund Süditaliens nach wie vor ist.




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