Von: idr
Martell – Zwei 24-jährige Deutsche haben im Martelltal knapp überlebt. Sie ignorierten die Lawinenwarnstufe vier (große Gefahr) und lösten am Mittwochmittag auf der Suldenspitze auf über 3.200 Metern eine Lawine aus. Einer der beiden wurde verschüttet, der andere konnte ihn bergen. Nur dank Glück und schneller Rettung überlebten beide.
Die beiden Deutschen hatten die Nacht in der Zufallhütte auf 2.265 Metern verbracht. Am Morgen kündigte der Lawinenwarndienst für das Gebiet Stufe vier von fünf an. Bei dieser Warnstufe sollte jedem Wintersportfan klar sein: nicht losgehen. Doch die beiden ignorierten sie und stiegen Richtung Suldenspitze auf.
Gegen Mittag wurde ihnen dichter Nebel zum Verhängnis. Sie verirrten sich, gerieten an einen steilen Hang und lösten ein Schneebrett aus, das sie frontal erfasste. Einer der beiden konnte sich an der Oberfläche halten und sich befreien. Mit seinem Lawinenverschüttetensuchgerät ortete er seinen Kameraden, der unter etwa einem Meter Schnee begraben lag, und grub ihn aus. Doch die Skier des Verschütteten blieben unter den Schneemassen. Der Abstieg war daher nicht möglich.
Bergretter klären die Situation
In über 3.000 Metern Höhe, bei dichtem Nebel und ohne Ausrüstung drohte die Situation lebensbedrohlich zu werden. Der nicht verschüttete Skibergsteiger setzte einen Notruf ab. Ein Dutzend Mitglieder der Bergrettung Martell des CNSAS starteten mit dem Rettungshubschrauber Pelikan 3 von der Zufallhütte und erreichten die Lawinenstelle schnell. Mittels Seilwinde wurden die beiden ins Tal geflogen und ins Krankenhaus Schlanders gebracht. Glücklicherweise mussten sie nicht stationär behandelt werden.
Die Bergrettung appelliert eindringlich: Lawinenwarnstufe vier bedeutet Lebensgefahr. Wer trotzdem aufsteigt, riskiert nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Retter.




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