Zwei Wachleute und eine junge Frau verletzt – VIDEO

Erschreckend: Brutaler Überfall auf Geldtransporter

Donnerstag, 01. Dezember 2022 | 07:01 Uhr

Giave/Sassari – Die Schnellstraße bei Giave auf Sardinien ist am Mittwoch Schauplatz eines brutalen Überfalls auf einen Geldtransporter geworden.

Nachdem sie einen Lkw-Fahrer gezwungen hatten, seinen Sattelschlepper querzustellen, und auf der Gegenfahrbahn zwei Fahrzeuge in Brand gesteckt hatten, raubten Banditen den im Stau stehenden Geldtransporter aus. Die zwei Wachleute, die sich im Geldtransporter befanden, erlitten Schussverletzungen in den Beinen. Auch eine Frau, die auf dem Weg zur Arbeit war, wurde durch eine verirrte Kugel an einem Arm verletzt. Um der geflüchteten Räuber habhaft zu werden, wurden in der weiteren Umgebung des Tatorts eine Vielzahl von Straßensperren errichtet.

ANSA/Vincenzo Garofalo

Es waren unglaubliche Szenen, die sich am Mittwochmorgen kurz vor 8.00 Uhr auf der Staatsstraße Carlo Felice – Sardiniens vierspurige Hauptverkehrsstraße zwischen Sassari und Cagliari – abspielten. Mehr als 100 Autofahrer, die auf dem Weg zur Arbeit waren und plötzlich vor brennenden oder quergestellten Fahrzeugen im Stau standen, gerieten als Unbeteiligte in einen brutalen Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem den Zeugen zufolge auch Kriegswaffen zum Einsatz kamen.

Es ist nur dem Glück und nicht der Umsicht der rund zehnköpfigen Räuberbande zuzuschreiben, dass es bei der Schießerei keine Schwerverletzte oder gar Tote gab. Eine der verirrten Kugeln traf eine Frau, die sich in ihrem Auto auf dem Weg zur Arbeit befand. Das Projektil streifte ihren Arm und verfehlte ihre Lunge nur um wenige Zentimeter. Den zwei Wachleuten hingegen, die sich im Geldtransporter befanden, schossen die Räuber in die Beine.

Den Banditen, die Hunderte von Nägeln auf der Straße verstreut hatten, gelang es, mithilfe zweier Fluchtautos in die Berge der Barbagia zu fliehen. Um alle möglichen Spuren zu zerstören, zündeten sie auch diese beiden Autos an und setzten die Flucht mit zwei anderen Fahrzeugen fort.

Der Überfall, der am Mittwochmorgen kurz vor 8.00 Uhr auf der Schnellstraße in der Nähe der Ausfahrt von Giave – etwa 30 Kilometer südlich von Sassari – stattfand, war von den Tätern sorgfältig geplant worden. Den Ermittlern zufolge waren den Räubern von unbekannter Seite auch die nötigen Informationen über die Abfahrtszeit von Sassari und dem Zielort des Geldtransporters zugespielt worden. Das eigentliche Überfallkommando bestand aus mindestens sechs schwerbewaffneten Männern, aber zur Bande gehörten offenbar auch Mitglieder, die die für die Flucht benutzten Autos gestohlen hatten. Diesen „Helfern“ oblag auch die Aufgabe, die für den ersten Teil der Flucht verwendeten Fahrzeuge in Brand zu stecken und „saubere“ Autos, mit denen die Banditen vermutlich in ihr Versteck zurückkehrten, bereitzuhalten.

Am Mittwochmorgen setzten die Banditen diesen minutiös geplanten Überfall in die Tat um. Zunächst hielt die Bande einen Sattelschlepper an und zwang den Fahrer, sein Fahrzeug querzustellen. Gleich wie Dutzende andere Autos, die sich im Berufsverkehr befanden, musste auch der Geldtransporter der sardischen Wach- und Schließgesellschaft Vigilpol gezwungenermaßen stoppen. Um ein schnelles Eingreifen der Ordnungskräfte zu verhindern und ungestört den Geldtransporter überfallen zu können, blockierten die Kriminellen mit zwei angezündeten Fahrzeugen auch die Gegenfahrbahn. Sofort brach das Chaos aus.

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Daraufhin stürmten sie auf den im Stau stehenden Geldtransporter zu und feuerten auf ihn und den in der Fahrerkabine sitzenden Wachleuten aus ihren Maschinengewehren Dutzende von Kugeln ab. Die Panzerung des Geldtransporters rettete den beiden in der Kabine verbarrikadierten Wachleuten mit ziemlicher Sicherheit das Leben. Allerdings erlitten sie einige Verletzungen an den Beinen. Großes Glück im Unglück hatte auch eine Frau, die sich in ihrem Auto auf dem Weg zur Arbeit befand. Eine verirrte Kugel streifte ihren Arm und verfehlte ihre Lunge nur um wenige Zentimeter. Auf der Schnellstraße herrschte minutenlang Panik.

Assalto al portavalori, far west in Sardegna

Assalto al portavalori, far west in SardegnaNon hanno esitato ad aprire il fuoco i rapinatori che, in provincia di Sassari, hanno assaltato un portavalori. Tre i feriti. Il commando è riuscito, per ora, a far perdere le proprie tracce.Elisa D'Alto per il Tg3 delle 14:20 del 30 novembre 2022

Posted by Tg3 on Wednesday, November 30, 2022

Schlussendlich leerten die Räuber den Geldtransporter. Letzten Meldungen zufolge soll der Wert der Beute aber kaum mehr als einige 1.000 Euro betragen. Dann suchten die Banditen, die Hunderte von Nägeln auf der Straße verstreut hatten, mit zwei Fluchtfahrzeugen das Weite. Nach dem planmäßigen Fahrzeugtausch kehrte die Räuberbande wahrscheinlich in ihr Versteck, das in den Bergen der Barbagia vermutet wird, zurück. In der Hoffnung, dass ihnen die Bande ins Netz geht, wurden von den Beamten der Carabinieri und Polizei Dutzende von Straßensperren errichtet. Bisher blieb die Großfahndung aber leider erfolglos.

Nach dem brutalen Raubüberfall herrscht auf der Insel Furcht und Entsetzen. Die Ermittler glauben, dass Banditenbanden, die noch bis vor zwei Jahrzehnten ihr kriminelles Dasein mit Entführungen und Lösegelderpressungen gefristet hatten, sich neu organisiert und auf Raubüberfälle auf Geldtransporte spezialisiert haben.

Von: ka

Kommentare
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traktor
traktor
Kinig
2 Monate 3 Tage

daidai, kein hubschrauber, keine drohne diese idioten zu verfolgen??? klingt schon sehr misteriös, als ob sie nicht geschnappt werden sollen…. und in den bergen gibt es sowuso kein entkommen- wenn polizei nur will

Mikeman
Mikeman
Kinig
2 Monate 2 Tage

@ traktor
Hubschrauber muß man zuerst haben um sie einsetzen zu können 😂. Wenn hinten und vorne kein Geld mehr da ist braucht man sich nicht zu wundern dass es an allem mangelt.

Staenkerer
2 Monate 2 Tage

wo olles unternommen werd de zu erwischn woaß i nit, ober i hoff
1) das se wirklich lei a poor tausend € ergaunert hobn de nit amoll ihre spesn deckn und um de se sich gegenseitig de “köpfe einschlogn”
und
.2) das se gfundn wern und den schodn den se gemocht hobn auf cent und € OBORBEITN MÜẞEN!!!

6079_Smith_W
2 Monate 2 Tage

Den ganzen Aufwand für ein paar tausend Euro Beute ??? 🙄🤔

Heutzutage macht man das grosse Geld mit Online- und Cryptogaunereien.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
2 Monate 2 Tage
Über diese Vorfälle zu berichten ist ok. Aber ginge es auch ein wenig weniger reißerisch? Die Überschrift könnte sachlicher lauten! Warum das wichtig ist? Die Menschen sind ohnehin schon terrorisiert und ängstlich. Es schaut manchmal so aus, als ob man sich mittlerweile gar nicht mehr aus dem Haus trauen könnte und dabei lebten wir noch nie so sicher wie heute. Das ist kaum zu glauben. Dieser Widerspruch von subjektivem und objektivem Sicherheitsgefühl rührt zu einem beachtlichen Teil von der emotionalisierten Berichterstattung her. Die Medien tragen bei der Meinungsbildung mit Verantwortung! Das spielt letztlich einschlägigen politischen Kräften in die Hände. Wollen… Weiterlesen »
Rudolfo
Rudolfo
Kinig
2 Monate 2 Tage

👍BILD (bildet) Dir deine Meinung🙈🙈🙈🤮🤮🤮😡😡😡

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Vollkommen Recht und man kanns unter jedem Bericht in den Kommentaren lesen was derartige Berichterstattung auslöst. Jedenfalls wird die Wahrnehmung vieler verzerrt und dessen Meinungen damit beeinflusst. Zum Schlechten!
Bestes Beispiel, Kriminalität. Um Jahresbericht stand, sie hat abgenommen. Die Leute lesen jeden Tag über Straftaten, teils reisserisch und glauben man wäre nicht mehr sicher.

Rider
Rider
Superredner
2 Monate 2 Tage

Wenn man in di leit kaum no geld zum leben losst, nor passiert so eppes, und des isch erst dor unfong! Selber schuld politiker

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